{"id":35,"date":"2009-04-14T09:47:00","date_gmt":"2009-04-14T07:47:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kh.ruckus.eu\/?p=35"},"modified":"2025-08-25T19:37:00","modified_gmt":"2025-08-25T17:37:00","slug":"vielbeachtung-fuer-graffiti-ausstellung-in-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/vielbeachtung-fuer-graffiti-ausstellung-in-paris\/","title":{"rendered":"Vielbeachtung f\u00fcr Graffiti-Ausstellung TAG in Paris"},"content":{"rendered":"<p>Erschienen auf <a href=\"http:\/\/www.artandevents.mediaquell.com\" target=\"_blank\">www.artandevents.mediaquell.com<\/a>, 2009<br \/>\n[slideshow_deploy id=&#8217;402&#8242;]<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u201eTag\u201c &#8211; Ausstellung vom 27. M\u00e4rz bis 26. April 2009 im Grand Palais, Paris<\/p>\n<p>Die einmalige private Sammlung des Architekten Gallizia umfasst 300 Arbeiten von 150 Graffiti-K\u00fcnstlern aus drei Generationen, aus aller Welt und versucht die Stilgeschichte des Graffitis zu erfassen. Die Sammlung wird nur einen Monat lang in einem der renommiertesten Ausstellungsorte in Paris gezeigt: in einem Seitenfl\u00fcgel des Grand Palais.<\/p>\n<p>Graffiti erscheinen in einer Vielzahl von Auspr\u00e4gungsformen. Bei den in Paris ausgestellten Werken handelt es sich um Auftragsarbeiten auf Leinwand. Die Gr\u00f6\u00dfe der Leinw\u00e4nde und das Thema wurden von dem Architekten Alain-Dominique Gallizia, Liebhaber der Graffitikunst und Initiator des Projektes vorgeschrieben. Auf 60 x 180 cm durften sich die sogenannten internationalen Writer zum Thema und zum Wort Love austoben, wenn m\u00f6glich in Gallizias Banlieue-Atelier in Boulogne-Billancourt bei Paris.<\/p>\n<p>Durch die thematische Vorgabe sowie die definierte Fl\u00e4che wurde den auserw\u00e4hlten K\u00fcnstlern Schranken gesetzt, die sie im Aus\u00fcben ihrer Kunst selten erleben. Der Writer musste hier auf kleiner Fl\u00e4che seinen eigenen Stil klar definieren und seine \u201eHandschrift\u201c deutlich erkennbar machen. Die Leinwand ist unten links durch das Signaturk\u00fcrzel oder Pseudonym, das \u201eTag\u201c signiert und das eindeutig den Autor identifiziert. Daher vielleicht auch der Titel der Ausstellung, der zur Konfusion f\u00fchrt: Tag und nicht Graffiti. Tag steht hier sicherlich nicht f\u00fcr den falsch angewendeten Allgemeinbegriff f\u00fcr Graffiti, sondern f\u00fcr die Signatur der Autoren, die hier geehrt werden sollen. Durch die Ansammlung der Werke entsteht ein Panorama verschiedener Stile und Techniken, die K\u00fcnstler aus verschiedenen L\u00e4ndern und Kulturen auf der Leinwand \u201everewigen\u201c.<\/p>\n<p>Denn das war auch das Anliegen des Initiators: Die Sammlung soll durch die Auswahl der renommiertesten Graffiti-K\u00fcnstler einen \u00dcberblick, ein verst\u00e4ndliches Bild der Graffiti-Bewegung geben. Es ist ein historisches Dokument dieser weltweiten kulturellen Bewegung, die eine der vier Elemente der Hip Hop Bewegung darstellt, denn schlie\u00dflich begleiten Writer DJs, B Boys und MC\u00b4s. Von den old school Veteranen der New Yorker subway, die erste Welle europ\u00e4ischer Graffitik\u00fcnstler bis hin zu den j\u00fcngsten Innovatoren des Genre, sind drei Generationen vertreten. Die Sammlung soll sich weiterhin f\u00fcr neue, aufkommende Talente \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Darco, ein deutsch-franz\u00f6sischer Writer aus Paris, ist auch unter den Auserw\u00e4hlten. Seit 1984 spr\u00fcht er in und bei Paris, seit langem bekannt f\u00fcr seine rigorosen Schriftz\u00fcge und Buchstaben. Er ist mit seiner Gruppe FBI einer der Ersten in Frankreich, die sich um den K\u00fcnstlerstatus von fr\u00fch an bem\u00fchten. Heute ist er ein international anerkannter Pionier. Er spr\u00fcht im \u00f6ffentlichen Raum sowie auf Leinw\u00e4nde, und dies schon von Anfang an. Er entwirft B\u00fchnenbilder, Schmuck, Accessoires und Textilien und lebt von Auftragsarbeiten.<\/p>\n<p>Darco wurde vor zwei Jahren von einem Mitarbeiter Gallizias kontaktiert, um ein existierendes Werk zu kaufen. Dann kam der Auftrag f\u00fcr die Sammlung und er schuf im Atelier von Gallizia sein Werk auf der bereitgestellten Leinwand, die er als Hochformat entwarf und in der Ausstellung als Querformat unter den weiteren querformatigen Exponaten h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Darco war das Anliegen zwiesp\u00e4ltig. Anfangs hie\u00df, nur die Spr\u00fchtechnik solle benutzt werden. Dann wurden aber auch Mischtechniken von anderen K\u00fcnstlern angewandt und akzepziert. Darco denkt, es w\u00e4re interessanter gewesen, strengere Vorgaben zu machen: Nur spr\u00fchen, also nur mit Spr\u00fchdosen und nur mit einer bestimmten Anzahl von Farben.<\/p>\n<p>Seine Motivation an diesem Projekt teilzunehmen lag darin, mit der Ausstellung ein breites Publikum in dem Prestige-Rahmen des Grand Palais erreichen zu wollen. Nat\u00fcrlich findet er das Projekt als solches gut, denn es wird \u00fcber die Bewegung gesprochen und erh\u00e4lt Aufsehen. Zur Frage ob der Querschnitt der Geschichte des Graffiti mit dieser Ausstellung gelungen ist, antwortet uns Darco in einem Gespr\u00e4ch: \u201eEs ist eine grosse Palette vertreten, es ist aber nur eine Facette, denn einige wichtigen K\u00fcnstler fehlen, weil sie vielleicht unauffindbar waren oder nicht teilnehmen wollten. Es ist auch unm\u00f6glich, mehr als 40 Jahre Graffiti-Geschichte anhand von 300 Werken auf Leinwand von 150 K\u00fcnstlern zu erz\u00e4hlen. Die Gestaltung der Ausstellung ist auch nicht wirklich gelungen, sie wurde von jemandem kuratiert, der au\u00dferhalb der Bewegung steht. Sie ist ein Patchwork, indem die einzelnen Werke leider untergehen.\u201c<\/p>\n<p>Die Ausstellung verliert durch den l\u00e4nglichen Saal und das dichte H\u00e4ngen der gleichformatigen Leinw\u00e4nde bedauerlicherweise an Qualit\u00e4t. Den Katalog zur Ausstellung sollte man dennoch loben, denn er ist und wird auch eines der wichtigsten Nachschlagewerke dieses Genre der street art.<\/p>\n<p>Die Ausstellung soll in die wichtigsten Museen der Welt wandern. Vielleicht wird sie in Zukunft in Berlin zu sehen sein, wenn ein Museum den Mut hat sich so wie der Grand Palais dem hei\u00df diskutierten Thema mit der Frage zu stellen, ob Graffiti Kunst sei. Die Besucher schreckt die umstrittene wie viel diskutierte Ausstellung nicht ab, sie kommen zahlreich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009 [slideshow_deploy id=&#8217;402&#8242;] \u201eTag\u201c &#8211; Ausstellung vom 27. M\u00e4rz bis 26. April 2009 im Grand Palais, Paris Die einmalige private Sammlung des Architekten Gallizia umfasst 300 Arbeiten von 150 Graffiti-K\u00fcnstlern aus drei Generationen, aus aller Welt und versucht die Stilgeschichte des Graffitis zu erfassen. 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