{"id":38,"date":"2009-03-05T14:54:00","date_gmt":"2009-03-05T13:54:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kh.ruckus.eu\/?p=38"},"modified":"2025-08-25T19:37:00","modified_gmt":"2025-08-25T17:37:00","slug":"bourouina-gallery-dynamisch-und-schoen-frech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/bourouina-gallery-dynamisch-und-schoen-frech\/","title":{"rendered":"BOUROUINA GALLERY: dynamisch und sch\u00f6n frech"},"content":{"rendered":"<p>Erschienen auf <a href=\"http:\/\/www.artandevents.mediaquell.com\" target=\"_blank\">www.artandevents.mediaquell.com<\/a>, 2009<br \/>\n[slideshow_deploy id=&#8217;283&#8242;]<\/p>\n<hr \/>\n<p>Am 2. Mai 2008 er\u00f6ffnete die Franz\u00f6sin Amel Bourouina ihre BOUROUINA GALLERY in Berlin-Kreuzberg. Gegen\u00fcber dem Arbeitsamt und neben einem Supermarkt, kann man diese traumhafte Ausstellungsfl\u00e4che von 200 m2 in der Charlottenstra\u00dfe entdecken, wenn man die T\u00fcr in der blickundurchl\u00e4ssigen Fensterfront \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Von Beginn an setzen sich ihre Ausstellungen von den gew\u00f6hnlichen, klassischeren Galerie-Ausstellungen ab: sie f\u00f6rdert vorwiegend junge K\u00fcnstler, die eine radikale und dynamische Position vertreten und \u00f6ffnet ihren Raum f\u00fcr \u201ethematische Experimente\u201c.<br \/>\n<em><br \/>\nZur Er\u00f6ffnung: finnischer Blick auf Mai 68<\/em><\/p>\n<p>Perfekt gew\u00e4hlt war der Zeitpunkt f\u00fcr die Er\u00f6ffnung: am 2. Mai 2008 war ganz Berlin zum Galerien-Wochenende unterwegs. Ihre erste Ausstellung stellten Arbeiten des Finnen Riiko Sakkinen, Jahrgang 1976, vor. Titel der Schau: &#8222;Consommateur, applaudis, le spectacle est partout.&#8220; Der Titel war die Parodie eines Zitates des franz\u00f6sischen Autors, Filmemachers und Revolution\u00e4rs Guy Debord, ein Kritiker der kapitalistischen Ideologie des Konsums. Und die Er\u00f6ffnung an diesem Tag war bewusst gew\u00e4hlt: Mai 1968 starteten die Studentenunruhen in Paris.<\/p>\n<p>Die Werke von Sakkinen waren eine satirische Auseinandersetzung mit den 68ern: Was ist aus ihren Akteuren von damals und ihren aufm\u00fcpfigen Ideen geworden? \u201eNieder mit dem Wohlfahrtsstaat\u201c &#8211; wie abgestellt lehnten Demo-Transparente von damals an den W\u00e4nden mit Parodien wie : Seid Realisten und verlangt mehr Cheeseburger! Viele Werke des provozierenden Finnen brachten die Besucher zum Schmunzeln. Sch\u00f6n frech und auch ein bisschen b\u00f6se &#8211; ein gelungener Einstieg.<\/p>\n<p>Die darauf folgende Gruppenausstellung \u201eWhat\u00b4s up 2009\u201c zeigte Werke fast aller K\u00fcnstler der Galerie und verstand sich somit als Programmank\u00fcndigung f\u00fcr die Ausstellungen des Jahres 2009.<\/p>\n<p><em>Installation zum Thema Lifestyle von Berliner UdK-Sch\u00fclern<\/em><\/p>\n<p>Doch weiter in dem ironischen Ton der ersten Ausstellung ging 2008 die dritte Ausstellung \u201eCONCEPTSTORE\u201c mit ihrem ausgefeilten Konzept zum aktuellen Thema Lifestyle und Conceptstores. Umgesetzt wurde das Werk von Studenten der Berliner UdK (Studiengang Modedesign), genauer von Lisa Runde, Janosch Mallwitz und Mads Dinesen, sowie den Designern Ole Marten, Jonathan Markus und dem K\u00fcnstler Matthias Hesselbacher. Die humorvolle Darstellung CONCEPTSTORE sollte provozieren, karikieren und \u00e4sthetisch \u00fcberzeugen. Die entstandene Installation mit M\u00f6beln, Bildern, Zeichnungen und Collagen wurde zum gelungenen Kunstwerk, das in diesen R\u00e4umlichkeiten und in seiner Lokalit\u00e4t (nicht weit von der Friedrichstrasse mit ihren vielen Designerl\u00e4den) besonders zur Geltung kam.<\/p>\n<p><em>Die dramatische Intensit\u00e4t der Malerei von Guillaume Bresson<\/em><\/p>\n<p>Um nach diesen zwei konzeptionellen Ausstellungen der \u201eklassischen Gem\u00e4lde-Ausstellung\u201c gerecht zu werden, stellte Bourouina Ende 2008 die ungew\u00f6hnlichen Bilder des 26-j\u00e4hrigen Guillaume Bresson aus der \u00c9cole des Beaux-Arts de Paris aus. Die gro\u00dfformatigen \u00d6lgem\u00e4lde des Franzosen zeigen Szenen, die auf die Banlieue-Unruhen bei Paris anspielen: Jugendliche in Kapuzenpullis bei einer Massenschl\u00e4gerei in einer Hochhaussiedlung, \u00dcberf\u00e4lle und Aggressionen in Tiefgaragen mit Schildern in deutscher Sprache &#8230; Der junge Maler Bresson lebt n\u00e4mlich seit letztem Jahr in Berlin.<\/p>\n<p>Er malt Gewaltexzesse, theatralische Inszenierungen mit dramatischer Intensit\u00e4t von einer solchen Eleganz, dass man die Inhalte schon fast vergisst. Bresson l\u00e4sst Schauspieler posieren, fotografiert sie und setzt diese Vorlagen dann in \u00d6l auf Leinwand mit Hilfe einer Technik um, die alte Meister des 17. Jahrhunderts verwendeten, die Grisaille. Der Kontrast alte Technik und Szenen aus der heutigen Zeit, vor allem Bilder der Gewalt, beeindruckt nachhaltig.<\/p>\n<p><em>Bart Domburgs abstrakte Werke<\/em><\/p>\n<p>Das Jahr 2009 beginnt die Bourouina Gallery mit ihrem \u00e4ltesten K\u00fcnstler: dem 1957 geborenen Niederl\u00e4nder Bart Domburg, der seit zehn Jahren in Berlin lebt. Diese Ortsver\u00e4nderung nahm gro\u00dfen Einfluss auf seine Bildthemen. Statt Portraits von Menschen zeigt er Portraits von geschichtstr\u00e4chtigen Berliner Schaupl\u00e4tzen. In seinen j\u00fcngsten Arbeiten, die unter dem Titel \u201eCapital\u201c in der Galerie zu sehen waren, treten ganz neue Aspekte hervor. Seit einiger Zeit konzentriert sich der Maler Domburg ausschlie\u00dflich auf Fassaden moderner Architektur und dekliniert dieses Thema durch, \u00e4hnlich wie er zuvor mit Nahaufnahmen und Vergr\u00f6\u00dferungen die Grenzen seiner Portraits von Menschen und Orten ausgelotet hat. Die Fassade als Schnittstelle zwischen Privatem und \u00d6ffentlichkeit bleibt als Sujet stets erkennbar, reibt sich jedoch permanent an der Aufl\u00f6sung in Abstraktion.<br \/>\n<em><br \/>\nAdam Saks: schwindelerregender Taumel mit \u00d6l und Aquarell<\/em><\/p>\n<p>Die aktuelle Ausstellung \u201eSacr\u00e9 Nom de Dieu!\u201c pr\u00e4sentiert die Einzelausstellung von Adam Saks, einem jungen D\u00e4nen, der ebenfalls in Berlin lebt. In sch\u00f6nster Haltlosigkeit entfesseln seine neuen Gem\u00e4lde und Papierarbeiten einen schwindelerregenden Taumel aus derber Seemannsromantik, grotesken Chim\u00e4ren, verschlungenen Wappen und Schriftfetzen, exotischen Naturalienkabinetten, Felsen und vielem mehr. Den vorgefundenen Motivplunder l\u00e4sst er wie durch ein psychedelisches Kaleidoskop hindurch aufeinanderprallen. Die Motive wandern und verrutschen, tanzen oder werden zusammengestaucht. Vor diesen rauen, farbenpr\u00e4chtigen Bildern f\u00fchlt sich der Betrachter hin- und her geworfen&#8230;Sacr\u00e9 Nom de Dieu!<\/p>\n<p>Katia Hermann<\/p>\n<p>Ausstellung bis 21. M\u00e4rz 2009 in der Gallery Bourouina.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009 [slideshow_deploy id=&#8217;283&#8242;] Am 2. Mai 2008 er\u00f6ffnete die Franz\u00f6sin Amel Bourouina ihre BOUROUINA GALLERY in Berlin-Kreuzberg. Gegen\u00fcber dem Arbeitsamt und neben einem Supermarkt, kann man diese traumhafte Ausstellungsfl\u00e4che von 200 m2 in der Charlottenstra\u00dfe entdecken, wenn man die T\u00fcr in der blickundurchl\u00e4ssigen Fensterfront \u00f6ffnet. 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