{"id":4919,"date":"2009-08-20T17:21:00","date_gmt":"2009-08-20T15:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.katiahermann.com\/erotische-werke-von-george-grosz-aus-berlin-verschwunden\/"},"modified":"2025-08-25T19:36:59","modified_gmt":"2025-08-25T17:36:59","slug":"erotische-werke-von-george-grosz-aus-berlin-verschwunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/erotische-werke-von-george-grosz-aus-berlin-verschwunden\/","title":{"rendered":"Erotische Werke von George Grosz aus Berlin verschwunden"},"content":{"rendered":"<p>Erschienen auf <a href=\"http:\/\/www.artandevents.mediaquell.com\" target=\"_blank\">www.artandevents.mediaquell.com<\/a>\u00a02008<br \/>\n[slideshow_deploy id=&#8217;384&#8242;]<\/p>\n<hr \/>\n<p>Die Sonderschau \u201eGeorge Grosz und die Erotik\u201c auf der Expressionale 2008 am Potsdamer Platz war erst ab 18 Jahren zug\u00e4nglich. Schwerpunkt dieser Ausstellung war das Sp\u00e4twerk des sozialkritischen Berliner K\u00fcnstlers George Grosz, seine erotischen Werke. Die \u00d6lbilder, Tuschzeichnungen und Aquarelle entstanden im amerikanischen Exil ab Ende der 1930er Jahre. Ein Jahr nach der Ausstellung kommt die Meldung: Vier Werke aus Berlin sind verschwunden.<\/p>\n<p>Im Exil in New York erhielt Grosz einen Lehrauftrag an der New Yorker Art Students League. Seine anf\u00e4ngliche Begeisterung f\u00fcr das Land lie\u00df schnell nach: \u201eDies ist kein Land f\u00fcr Tr\u00e4umer \u2013 hier wird nur gearbeitet\u201c, schrieb der K\u00fcnstler nach seiner \u00dcbersiedlung. Er besa\u00df jahrelang wenig Geld und \u00fcberlebte dank seines Lehrauftrags. In den fr\u00fchen 1950er Jahren versank er in Pessimismus und k\u00e4mpfte gegen Depressionen, die er mit Alkohol zu ertr\u00e4nken versuchte. 1958 kehrte der K\u00fcnstler desillusioniert und krank in seine Heimatstadt Berlin zur\u00fcck und starb nur ein Jahr sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Obwohl sich George Grosz zeitlebens mit der Erotik besch\u00e4ftigte, brachte der Aufenthalt in New York eine besondere Qualit\u00e4t f\u00fcr seine erotischen Werke. In der amerikanischen Gesellschaft stie\u00dfen sie in den 1940er-50er Jahren jedoch auf Ablehnung, sie schockierten die Amerikaner.<\/p>\n<p>Mit schwarzer Tuschfarbe oder Aquarell malte Grosz z. B. Frauen mit \u00fcberdimensioniertem Penis, als Zwitter, sowie R\u00fcckenakte mit Blick auf Po und triefender Scheide oder Frauen mit dem Maler \u201evereinigt\u201c.<br \/>\nSeine Arbeiten sind nicht als pornografisch einzuordnen, meint der Galerist, Experte, Sammler und Zeichner Florian Karsch von der bekannten Galerie Nierendorf in Berlin. Es sind intime Bekenntnisse des K\u00fcnstlers, im Grunde sogar Treuezeugnisse, denn die abgebildeten Frauen tragen Z\u00fcge seiner Ehefrau und deren Schwester.<\/p>\n<p>&#8222;Eines der verschwunden Werke: George Grosz, Kauernder R\u00fcckenakt nach links und sitzender Maler, \u00d6l und Mischtechnik auf festem Aquarellb\u00fctten, 355 x 507 mm, um 1940, Sammlung Karsch-Nierendorf&#8220;<br \/>\nGeorge Grosz, Kauernder R\u00fcckenakt nach links und sitzender Maler, \u00d6l und Mischtechnik auf festem Aquarellb\u00fctten, 355 x 507 mm, um 1940, Sammlung Karsch-Nierendorf<\/p>\n<p>\u201eGrosz thematisiert in diesem sp\u00e4ten erotischen Werk Traumata. Das Thema \u201eKastrationsangst\u201c f\u00fchrt zu zweigeschlechtlichen Frauendarstellungen. Er arbeitet mit der in der Psychologie g\u00e4ngigen Ambivalenz einer \u201eLust-Angst\u201c oder einer \u201eHass-Liebe\u201c und vergr\u00f6\u00dfert sie bis ins maximale Bildvolumen, um sodann den \u201eSchock des Betrachters\u201c durch die Bildung eines Fetischs abzumildern\u201c, schreibt der Kurator Joachim Leipski im Katalog der damaligen Ausstellung \u201eGeorge Grosz und die Erotik\u201c auf der Expressionale 2008. Joachim Leipski alias Joachim Train verschwand spurlos nach der Expressionale.<\/p>\n<p>Er hinterlie\u00df einen Schuldenberg von 400 000 \u20ac; hinzu kommt, dass vier Aquarelle der erotischen Werke George Grosz aus der Sammlung Florian Karsch verschwanden, die angeblich \u00fcber die damalige ausf\u00fchrende Firma der Expressionale einem Spanier verkauft wurden. Einem fiktivem Spanier, wie sich herausstellen sollte. In welchen H\u00e4nden sich nun, ein Jahr sp\u00e4ter die vier erotischen Bl\u00e4tter befinden und wo der Kurator untergetaucht ist, ist jetzt ein Fall des LKA Berlins.<\/p>\n<p>Ein am 18.08.2009 in der Berliner Zeitung erschienener Artikel berichtet ausf\u00fchrlich \u00fcber diesen Kriminalfall.<\/p>\n<p>Katia Hermann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com\u00a02008 [slideshow_deploy id=&#8217;384&#8242;] Die Sonderschau \u201eGeorge Grosz und die Erotik\u201c auf der Expressionale 2008 am Potsdamer Platz war erst ab 18 Jahren zug\u00e4nglich. Schwerpunkt dieser Ausstellung war das Sp\u00e4twerk des sozialkritischen Berliner K\u00fcnstlers George Grosz, seine erotischen Werke. Die \u00d6lbilder, Tuschzeichnungen und Aquarelle entstanden im amerikanischen Exil ab Ende der 1930er Jahre. 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