{"id":4937,"date":"2009-09-27T13:22:00","date_gmt":"2009-09-27T11:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.katiahermann.com\/ulrike-bolenz-zwischen-fotografie-und-malerei-auf-der-berliner-liste-2009\/"},"modified":"2025-08-25T19:36:59","modified_gmt":"2025-08-25T17:36:59","slug":"ulrike-bolenz-zwischen-fotografie-und-malerei-auf-der-berliner-liste-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/ulrike-bolenz-zwischen-fotografie-und-malerei-auf-der-berliner-liste-2009\/","title":{"rendered":"Ulrike Bolenz zwischen Fotografie und Malerei auf der Berliner Liste 2009"},"content":{"rendered":"<p>Erschienen auf <a href=\"http:\/\/www.artandevents.mediaquell.com\" target=\"_blank\">www.artandevents.mediaquell.com<\/a>\u00a02009<br \/>\n[slideshow_deploy id=&#8217;381&#8242;]<\/p>\n<hr \/>\n<p>Die Kunstmesse Berliner Liste 2009 gilt als experimenteller Ort f\u00fcr junge Galerien und aktuelle Kunst. Dieses Jahr werden auf vier Etagen 60 Galerien aus 14 L\u00e4ndern in einer entspannten Atmosph\u00e4re im Palais am Tiergarten vorgestellt. Im Focus steht die osteurop\u00e4ische Kunstszene sowie Spanien, die H\u00e4lfte der ausstellenden Galerien stammen jedoch aus Deutschland, so auch die Marburger Galerie Michael W. Schmalfuss.<\/p>\n<p>Bei Michael W. Schmalfuss werden Werke der deutschen, in Belgien lebenden K\u00fcnstlerin Ulrike Bolenz pr\u00e4sentiert. 1958 geboren, studierte sie an der Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste in Kassel bei Professor Manfred Bluth und Professor Tom Gramse. Seit 1994 stellt sie mehrmals im Jahr an verschiedenen Orten in Europa aus und erhielt zahlreiche Preise. Sie ist nun zum ersten Mal auf einer Berliner Kunstmesse zu sehen.<\/p>\n<p><em>Die Figur Mensch im Fokus<\/em><\/p>\n<p>Ulrike Bolenz entwickelt seit Jahren eine einmalige Technik, die untrennbar von ihren Themen und Motiven wird. Ein fotografischen Moment &#8211; ein Videostill von einem Video &#8211; vom Menschen, ein Akt, Moment des Gestus wird zum Ausgangspunkt eines Werkes. Das Negativ wird teilweise bearbeitet. Der Abzug und die Vergr\u00f6\u00dferung in die Menschensgr\u00f6\u00dfe auf Plexiglas, Acrylfolien oder Platten erm\u00f6glichen ihr eine Arbeit mit Schichten, \u00dcberlappungen, ein Spiel mit Transparenz, Kontrast, Schatten und Licht. Die mit Pinsel aufgetragene Acrylfarbe akzentuiert Konturen, f\u00fcgt Farbfl\u00e4chen hinzu und setzt eine \u201efassbare\u201c Materie auf den teilweise plastischen Hintergrund. Mit Kohle zeichnet Ulrike Bolenz Linien, erweitert oder verdoppelt die Figur Mensch. Das Ganze ergibt Figurationen, Bilder von Bildern, geschichtete, \u00fcberlappte Silhouetten, Verwischungen, komplette oder Teil-Transparenzen, diffuses oder gespiegeltes Licht und ein neuer Raum entsteht.<\/p>\n<p>Der Mensch wird nackt ohne Zeichen oder Attribute dargestellt. Der Mensch pur als Frau oder Mann. Zeitlos, eigentlich ohne Individualit\u00e4t, in einer digitalen Struktur, ein Netz von Pinsel- und Kohlestrichen eingefangen. Ulrike Bolenz schafft es, das menschliche Bild &#8211; die Kreatur &#8211; in seiner Essenz zu erfassen. Fortschreitend trotz seiner Verletzbarkeit als \u201eVersuchskaninchen oder Testperson\u201c, wirkt er resistent und scheint zwischen R\u00e4umlichkeiten zu \u201eschweben\u201c. Der bekannte belgische Autor, Philosoph und Kurator Willem Elias erw\u00e4hnt in seinem Buch &#8222;Aspects of Belgian art after 1945 Part II\u201c einen wichtigen Aspekt von Bolenz menschlicher Figur: \u201eWhat is true is that Bolenz does not abuse the nude to make the erotic explicit. In any case, this fits her style, in which she tries to be as expressive as possible, without becoming expressionist.\u201c<\/p>\n<p>Die Arbeit der K\u00fcnstlerin ist \u00e4u\u00dferst rigoros und basiert auf einer einmaligen Technik, die sie meisterhaft beherrscht und von ihren Themen nicht mehr zu trennen ist: ihre Werke befragen immer wieder die Identit\u00e4t des Menschen, gefangen in unserer wissenschaftlich orientierten Gesellschaft, gefangen in k\u00fcnstlichen R\u00e4umen. Ihre Arbeiten, die drei Themen immer wiederbeleben, ziehen den Blick und das Bewusstsein des Betrachters interrogativ an und erweisen sich als wahres Gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><em>Die Themen<\/em><\/p>\n<p>In den \u201eCloning\u201c-Arbeiten (meist mit der Figur einer Frau), verweist die Doppelung der menschlichen Figur auf die genetische Manipulation, die m\u00f6gliche\u201c Zucht\u201c des Menschen. Die Fl\u00e4che wird mit biochemischen Chiffre bearbeitet. Die unheimliche und bedrohliche Metaphorik wird durch das pr\u00e4sente und scheinbar selbstsichere Auftreten der Figur etwas gemildert. Die r\u00f6tlichen T\u00f6ne verweisen auf Fleisch und Blut.<\/p>\n<p>In den \u201eDurchbrochenen R\u00e4umen\/K\u00e4mpfenden\u201c versuchen die Figuren aus dem festgelegten Raum, sich durch k\u00f6rperliche Kraft zu wehren und hinter den Acrylplatten auszubrechen. Die K\u00f6rpereruptionen f\u00fcgen der Komposition eine interessante Dynamik hinzu. Der Ausdruck des Kampfes, Angriffs oder der \u201eNotwehr\u201c ist perfekt festgehalten und der abgebildete Mensch schafft es teilweise auch die Platten zu sprengen.<\/p>\n<p>Die wiederkehrenden \u201eIkarus\u201c-Arbeiten thematisieren den fallenden Menschen. Mit angedeuteten Fl\u00fcgeln oder ohne fliegen sie meist in der Froschperspektive auf den Betrachter zu. Hier, auf der Berliner Liste, stellt sie zwei Werke dieser Serie aus, eine besonders \u201ezarte\u201c dreidimensionale Installation aus gegossenem Polyethylen, bei der sie einen Fl\u00fcgel nur leicht suggeriert. Dieses Werk zieht die Besucher bei der Er\u00f6ffnung ganz besonders an und zwingt, wie so oft bei ihren Installationen, den Besucher sich im Raum selbst zu bewegen.<\/p>\n<p>Seit 2008\/2009 dringt in den Werken von Ulrike Bolenz die Zeichnung wieder mehr in den Vordergrund. Der Mensch wird neben dem fotografischen Abbild mit Kohle skizziert. Dadurch entsteht eine st\u00e4rkere Auseinandersetzung zwischen zwei nebeneinandergestellten Ausdrucksformen und zwischen den zwei Gestalten, die sich durch ihr Erscheinungsbild differenzieren.<\/p>\n<p>Ein junges Werk unter den \u201eK\u00e4mpfenden\u201c verr\u00e4t das Verlangen zur Farbe und zum Pinsel. Die Vereinigung von Fotografie und Malerei, vom Menschen und der heutigen Gesellschaft ist das Anliegen von Ulrike Bolenz, die im kommenden Jahr in Gruppenausstellungen in<\/p>\n<p>Belgien und Frankreich neben Werken bedeutender K\u00fcnstler wie Marie-Jo Lafontaine, Christian Boltanski und Anselm Kiefer zu sehen sein wird.<\/p>\n<p>Bis zum 27.09.2009 noch auf der Berliner Liste zu sehen.<\/p>\n<p>Katia Hermann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com\u00a02009 [slideshow_deploy id=&#8217;381&#8242;] Die Kunstmesse Berliner Liste 2009 gilt als experimenteller Ort f\u00fcr junge Galerien und aktuelle Kunst. Dieses Jahr werden auf vier Etagen 60 Galerien aus 14 L\u00e4ndern in einer entspannten Atmosph\u00e4re im Palais am Tiergarten vorgestellt. Im Focus steht die osteurop\u00e4ische Kunstszene sowie Spanien, die H\u00e4lfte der ausstellenden Galerien stammen jedoch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[123],"tags":[],"class_list":["post-4937","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-publikationen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4937","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4937"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4937\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5684,"href":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4937\/revisions\/5684"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4937"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4937"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4937"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}