{"id":4979,"date":"2009-12-15T11:43:00","date_gmt":"2009-12-15T10:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.katiahermann.com\/von-l-a-nach-berlin-marisa-mandler-in-der-galerie-wohnmaschine-in-berlin\/"},"modified":"2025-08-25T19:36:59","modified_gmt":"2025-08-25T17:36:59","slug":"von-l-a-nach-berlin-marisa-mandler-in-der-galerie-wohnmaschine-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.katiahermann.com\/de\/von-l-a-nach-berlin-marisa-mandler-in-der-galerie-wohnmaschine-in-berlin\/","title":{"rendered":"Von L.A. nach Berlin: Marisa Mandler in der Galerie Wohnmaschine in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>Erschienen auf <a href=\"http:\/\/www.artandevents.mediaquell.com\" target=\"_blank\">www.artandevents.mediaquell.com<\/a>\u00a02009<br \/>\n[slideshow_deploy id=&#8217;375&#8242;]<\/p>\n<hr \/>\n<p>Die junge, aus L.A. stammende K\u00fcnstlerin Marisa Mandler stellt noch bis zum 19. Dezember 2009 erstmals in einer Einzelausstellung mit dem Titel \u201eDear Orpheus\u201c in der Galerie Wohnmaschine aus. Art and Events-Autorin Katia Hermann hat Marisa Mandler zu einem Gespr\u00e4ch getroffen.<\/p>\n<p>Die Galerie pr\u00e4sentiert zwei Arbeiten, das Werk The Moment Between und February 26 von 2009. Es handelt sich beim ersten um eine menschengro\u00dfe Installation im Raum, die aus mehreren d\u00fcnnen Membranen und wei\u00dfer Keramik angefertigt wurde. Diese lehnen an der Wand, biegen sich zu ihr mit einer Oberfl\u00e4che, die hauchd\u00fcnn, teilweise br\u00fcchig und lichtdurchl\u00e4ssig ist. Das Werk erweckt das Gef\u00fchl eines Schwebezustandes, fragil und verletzbar \u00fcberrascht die Installation als standfest.<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerin Marisa Mandler setzt sich hier mit einem ganz bestimmten Moment der mythologischen Geschichte von Orpheus auseinander: Der Augenblick kurz bevor Orpheus sich nach seiner Braut umschaut, in dem alles in der Schwebe, aber alles noch zu retten ist \u2013 ein Moment des Umbruchs, in dem ein erf\u00fclltes Leben oder auch der Beginn des Untergangs f\u00fcr Orpheus m\u00f6glich sein wird. Dieser Spannung des Moments und dessen Energie, die in wenigen Sekunden enthalten sind, versucht Mandler durch ihr Werk The Moment Between auf eine poetische Art Gestalt zu geben.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zeichnung February 26 hat die junge K\u00fcnstlerin einen vollen Tag lang 26 Sekunden lange Tonsequenzen aus ihrem Alltag aufgenommen. Der Berliner Stra\u00dfenl\u00e4rm oder Gespr\u00e4che der Kunden im Caf\u00e9 wurden als Audiodatei mit Hilfe eines Musikprogramms in eine grafische Darstellung am Computer in Amplituden umgewandelt, anschlie\u00dfend auf Papier projiziert und in eine filigrane Tuschezeichnung durch Mandler umgesetzt. Die zarten Linien zeigen Variationen von L\u00e4rm und Stille, die Resonanz und Schwingungen von Ereignissen, die wie eine Aufnahme deren Intensit\u00e4t wirken. Wie f\u00fcr The Moment Between hat Marisa Mandler auch hier das Ereignis poetisch umsetzten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Art and Events-Autorin Katia Hermann traf Marisa in einem Caf\u00e9 in Berlin-Kreuzberg f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch am 8.12.2009.<\/p>\n<p>INTERVIEW<\/p>\n<p><em>Marisa, seit wann lebst Du in Berlin?<\/em><\/p>\n<p>Ich bin nach meinem Abschluss 2008 angekommen. Ich kam aus Neugierde und dem Bed\u00fcrfnis L.A, aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden zu verlassen. Mein Bekannter, der Fotograf Charly White, gab mir die Nummer von Friedrich Loock von der Galerie Wohnmaschine in Berlin , ich rief ihn an, wir trafen uns und er half mir, mich hier zurecht zu finden. Sp\u00e4ter beantragten wir das Stipendium des Willert-Studioprogramms Berlins und nun stelle ich bei der Wohnmaschine aus.<\/p>\n<p><em>Welchen Eindruck hast Du von Berlin?<\/em><\/p>\n<p>Es ist eine unglaublich offene Stadt. Sie hat mich toll empfangen und ich f\u00fchle mich hier so frei wie noch nie zuvor.<\/p>\n<p><em>Dear Orpheus ist deine erste Ausstellung in Europa. Der Titel weist auf die ber\u00fchmte Mythologie des Orpheus hin. Inwiefern wird deine Arbeit durch Literatur beeinflusst?<\/em><\/p>\n<p>Ich lese gerne mythogische Sagen aber auch gerne Theaterst\u00fccke.<br \/>\nIch interessiere mich f\u00fcr die narrative Struktur und dessen De- und Rekontextualisierung. Ich bin sehr prozessorientiert und beobachte gerne Ver\u00e4nderungen. Erfahrungen, die in einem bestimmten Kontext existieren um anschlie\u00dfend in anderen Kontexten weiterzuleben und einen anderen Sinn erhalten. Das versuche ich in meinen Werken zu verarbeiten.<\/p>\n<p><em>Deine Arbeit February 26th verarbeitet zeichnerisch den Ton, inwiefern bist Du an Ton interessiert ? Inwiefern spielt Zeichnung in deinen Arbeiten eine Rolle?<\/em><\/p>\n<p>Ton ist f\u00fcr mich Resonanz. Die Idee von Schwingungen und Wellen, die unseren menschlichen Sinnen \u00fcberlegen sind, weil sie zeitlich andauern, wenn sie f\u00fcr uns gar nicht mehr wahrnehmbar sind, fasziniert mich. Sie umgeben und beeinflussen unser Leben, auch wenn wir sie gar nicht bewusst wahrnehmen.<br \/>\nIch habe Malerei studiert und schon fr\u00fch viel gezeichnet. Auch wenn ich konzeptuell arbeite, wie f\u00fcr meine Installationen, brauche ich den k\u00f6rperlichen Einsatz und w\u00fcrde ungern herstellen lassen. Der Prozess interessiert mich und auch der meiner physischen Implikation f\u00fcr die Herstellung meiner Arbeiten.<\/p>\n<p><em>Marisa, Du gehst 2010 in die USA zur\u00fcck f\u00fcr ein \u201eartist in residence\u201c an der Skowhegan School of painting and Drawing in Maine, verl\u00e4sst Du Berlin?<\/em><\/p>\n<p>Nein, ich gehe nur f\u00fcr den Sommer 2010, ich m\u00f6chte auf keinen Fall Berlin verlassen. Es geschehen so tolle Dinge hier f\u00fcr mich, auf der pers\u00f6nlichen und der professionellen Ebene. Ich muss nur noch einen Job finden, dann ist alles super. Ich w\u00fcrde gerne wieder lehren, mal schauen. Erstmal werde ich Deutschunterricht nehmen.<\/p>\n<p>Marisa Mandler (*1980 in Los Angeles) hat an der New York University in New York und an der University of Southern California in Los Angeles Kunst studiert, wo sie 2008 ihren Master in Fine Arts absolviert hat. 2010 ist sie \u201eartist in residence\u201c an der Skowhegan School of Painting and Drawing in Maine, USA.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com\u00a02009 [slideshow_deploy id=&#8217;375&#8242;] Die junge, aus L.A. stammende K\u00fcnstlerin Marisa Mandler stellt noch bis zum 19. Dezember 2009 erstmals in einer Einzelausstellung mit dem Titel \u201eDear Orpheus\u201c in der Galerie Wohnmaschine aus. Art and Events-Autorin Katia Hermann hat Marisa Mandler zu einem Gespr\u00e4ch getroffen. 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