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Autor: katia

ZwischenWelten: Aus der Strafanstalt in die Kunstkantine / Ausstellung / Kuration

PRESSEINFORMATION
Aus der Strafanstalt in die Kunstkantine

ZwischenWelten präsentiert Ausstellung zu vier Teilprojekten mit jungen Straftätern
Berlin, 26. Februar 2019: Am 20. März eröffnet der Streetwork-Verein Gangway e.V. zusammen mit der Jugendstrafanstalt Berlin die Ausstellung ZwischenWelten – ein Kooperationsprojekt innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern. In der Kunstkantine des FMP1 präsentiert die multimediale Ausstellung Ergebnisse aus vier Teilprojekten, in denen sich junge Menschen damit auseinandergesetzt haben, was es bedeutet, zwischen den Welten oder in Zwischenwelten zu leben, die Unsicherheiten auszuhalten, neue Ziele zu finden und selbstbestimmt die eigene Zukunft zu gestalten.
ZwischenWelten fokussiert sich auf eine niedrigschwellige Prävention von Gewalt- und Radikalisierungstendenzen bei jungen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen und bei jugendlichen Inhaftierten.
In kreativen Workshops innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern wird die Tradition des Geschichtenerzählens als Medium der Identitätsfindung und Reflexion aufgegriffen. Dadurch setzen sich die Teilnehmer*innen auf einer sehr persönlichen Ebene mit ihrer Vergangenheit und Themen wie Heimat oder Identität auseinander.
„Ziel des Projektes ist es, dass die Teilnehmer ihre Geschichten entdecken, sie untereinander diskutieren und dann zu Papier bringen, jeder nach seinen Fähigkeiten und Interessen mit Kunstformen wie Schreiben, Film, Graffiti, Zeichnungen, Theater oder Rap. Im letzten Schritt ist es wichtig, dass diese Gedanken und Impressionen mit einem Publikum geteilt werden und sie ein Feedback bekommen. Damit schließt sich der Kreis.“, sagt Birgit Lang (Leiterin der Schulabteilung in der Jugendstrafanstalt).
Die Ausstellung in der Kunstkantine des FMP1 präsentiert nun ausgesuchte Ergebnisse aus den Modulen Heimat, Träume, Masken und Identität. Sie erstreckt sich über vier Räume und umfasst u.a. Fotos, Texte, Illustrationen, Audio- und Videoinstallationen.
„Aufs Papier gebracht erzählen sie von Ängsten, Sorgen, Wünschen und Visionen.
Die Zeilen werden laut und fordern ein Gegenüber, jemanden, der zuhört, nachfragt und reagiert.“
Menschen, die sich wirklich einlassen, sind immer ein Gewinn.

>>> ZwischenWelten <<<
» Vernissage: 20. März 2019 | 17:00 Uhr
» Ausstellung: 22. März – 07. April 2019 | Fr + Sa + So jeweils 14-19 Uhr
(abweichende Zeiten auf Anfrage per Mail an info@gangway.de)
» Ort: Kunstkantine im FMP1, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
(S-Bahnhof: Ostbahnhof)
» Die Ausstellung ZwischenWelten ist eine Wanderausstellung mit verschiedenen Modulen aus mehreren Teilprojekten. Bisherige Ausstellungen u.a. im Berliner Abgeordnetenhaus, dem Roten Rathaus, der juristischen Fakultät der HU Berlin. Weitere Ausstellungsorte werden gesucht. Wenn Sie Interesse haben, sprechen Sie uns an. Anfragen bitte an info@gangway.de

Kontakt
Gangway – Straßensozialarbeit in Berlin e.V.
Schumannstraße 5 | 10117 Berlin | Tel: 030 28 30 23 – 0 | www.gangway.de
Geschäftsführung: Elvira Berndt | elvira.berndt@gangway.de
Projektleiter: Olad Aden | olad.aden@gangway.de
Kommunikation: Claudio Castello | Claudio@gangway.de
Jugendstrafanstalt Berlin
Friedrich-Olbricht-Damm 40| 13627 Berlin | Tel: 030 90 144 253 – 0
Projektleiterin: Birgit Lang | birgit.lang@jsa.berlin.de
Kommunikation: Janina Deininger | janina.deininger@jsa.berlin.de
www.jugendstrafanstalt-berlin.de
Justizvollzugsanstalt für Frauen
Adresse Alfredstr. 11 | 10365 Berlin | Tel: 030 90 253 – 0 |
Projektleiterin:
Kommunikation: Sandra Rodrigues | Sandra.Rodrigues@jvaf.berlin

Urban Art Week/Berlin 2018/Co-Initiatorin & Programmkoordination & Filmprogramm

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Pressemitteilung

URBAN ART WEEK

5.09. bis 12.09.2018

www.urbanartweek.de

Vom 5. bis 12. September 2018 ist es soweit – die erste URBAN ART WEEK, ein neues

Format für die Urban Art Bewegung startet in ganz Berlin. Das neue Format zeigt unter

einem gemeinsamen Dach ein umfangreiches Programm und Einblicke in die

teilnehmenden Orte und Projekte. Das Format dient sowohl der Sichtbarmachung und

der Vermittlung von Urban Art, als auch der besseren Vernetzung der lokalen Akteure

untereinander.

Die URBAN ART WEEK schafft Einblicke in die Locations und Arbeit der TeilnehmerInnen,

die eigenständig ihr Programm zur URBAN ART WEEK präsentieren. Die BesucherInnen

bekommen dadurch die Möglichkeit innerhalb von einer Woche, gebündelt Urban Art,

Street Art und Graffiti-Writing kennen zu lernen.

Das Kunstprogramm umfasst zahlreiche Ausstellungen in Galerien, Projekträumen und

Institutionen sowie Performance, Live Painting und künstlerisch gestaltete Wände.

Ein Rahmenprogramm begleitet die URBAN ART WEEK: Workshops von Experten

bieten professionelle Weiterbildung und nützliche Informationen für die tägliche Arbeit der

KünstlerInnen und Kulturschaffenden. Das zweitägige Filmprogramm zeigt

Experimentalfilme, Portraits und Dokus über die Szene aus Frankreich und Deutschland.

Tägliche Street Art-Führungen von lokalen Experten geben den BesucherInnen Einblick

in die Kunst im Stadtraum. KünstlerInnen bieten in Kunst-Workshops für alle

Altersklassen die Möglichkeit verschiedene Techniken auszuprobieren.

Warum gehört die URBAN ART WEEK nach Berlin?

Urban Art gehört in Berlin inzwischen wie selbstverständlich zum Stadtbild, große

Wandmalereien und überraschende Interventionen im Stadtraum sind regelmäßig

anzutreffen. Auch die Stadt und ihr Marketing schmückt sich mit den bunten Bildern ihrer

Urban Art Künstler, genauso wie die ansässige Kreativwirtschaft. Doch gibt es einen

Dialog von Szene und Stadt? Wo zieht sich Grenze zwischen professioneller Kunst und

Ausbeutung durch immer schnelllebigere Werbezwecke? Müssen wir noch die Frage

stellen ob Urban Art überhaupt Kunst ist?

Diesen Denkanstößen geht die erste URBAN ART WEEK nach. Neben Gesprächen mit

Vertretern aus der Stadtpolitik und ansässigen Kunstinstitutionen, trifft sich die Szene bei

Workshops und Symposien um über den Begriff Urban Art und das eigene

Selbstverständnis zu diskutieren. Die Woche soll etwas hinterlassen für die Berliner

Szene, sie soll der schnelllebigen urbanen Kunst einen nachhaltigen Wert vermitteln und

eine Basis für die zukünftige Kommunikation schaffen.

Urban Art in Berlin gibt es schon seit Jahrzehnten und die mediale Aufmerksamkeit hat

zugenommen. Nicht nur die letzten großen Ausstellungsprojekte mit Besucherrekorden

belegen den Anspruch Berlins als Urban Art-Mekka. Gerade die vielen kleinen und

unabhängigen Kunstorte, Projekträume und freien Kulturschaffenden, die seit den 80er

Jahren in Berlin aktiv sind, haben den Nährboden für die subversive Berliner Mischung

geschaffen, die jetzt die große Attraktivität der Hauptstadt ausmacht.

Für ihre Anerkennung und Vernetzung setzt sich die URBAN ART WEEK ein und adelt die

lokale Szene mit einer Goldmedaille – denn diese hat sich die Urban Art hier eigentlich

schon seit langem verdient.

Das Programmheft mit Stadtplan, eine Webseite sowie eine breite Öffentlichkeitsarbeit in

deutscher und englischer Sprache begleiten die Woche vom 5. bis 12. September 2018.

Weitere Infos unter www.urbanartweek.de

Kontakt Presse: Jochen Küpper

jochen@urbanartweek.de

SORRY! Themenausstellung Berliner Graffiti Writing 1983-heute

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Bekanntes und Unbekanntes aus dem Berliner Graffiti Writing.

| Fotografisch festgehalten von 1983 bis heute. |

Ausstellung vom 1.06. bis 24.06.2018
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10h bis 18h
Donnerstag, 7.06 von 10h bis 15h
Freitag, 15.06 von 10h bis 15h
Samstag 16.06.2018 bleibt die Ausstellung ausnahmsweise geschlossen.

Presse: https://www.qiez.de/graffiti-writing-berlin-ausstellung/

Review: https://www.urbanpresents.net/2018/11/sorry-ausstellung-berliner-writing-graffiti/

Die Ausstellung SORRY! gibt anhand eines chronologisch aufgebauten Rundgangs Einblicke in die Entwicklung des Berliner Graffiti Writings aus dem Zeitraum von 1983 bis heute im sich wandelnden Stadtraum. Die hier gezeigten Fotografien und Zeitdokumente kommen aus privaten teils nie veröffentlichten Archiven und werden durch Texte sowie Erzählungen von WriterInnen ergänzt. Die Fotografien vom Jahr 2000 an sind Arbeiten von professionellen Berliner Fotografen, die sich künstlerisch mit dem Thema auseinandersetzen. Die Ausstellung versteht sich als Hommage an die verstorbenen WriterInnen und an die Berliner Writing Kultur ohne den Anspruch auf Vollständigkeit oder Wissenschaftlichkeit erheben zu wollen.
SORRY! ist ein Projekt von Berlin Art Bang e.V., von Die Dixons in Zusammenarbeit mit Katia Hermann und Mark Straeck sowie mit Kera Christian Hinz für die Gestaltung, ermöglicht durch die freundliche Unterstützung des Kornversuchsspeichers und des Berliner Senats für Kultur und Europa.
Unser größter Dank geht an alle Mitwirkenden!

ORT : Kornversuchsspeicher
Heidestraße 20c, 10557 Berlin | Parkplatz an der Baustelle
U-Bahn Hauptbahnhof oder Reinickendorfer Straße
oder : An der Kieler Brücke 21 und dann über die Fußgängerbrücke, durch den Bautunnel. Das Backsteingebäude des Kornversuchsspeichers steht auf einer großen Baustelle am Wasser.

Maskenhaft/ZwischenWelten goes Abgeordnetenhaus

Vom 7. bis 22.03.2018

Wandelhalle im Abgeordnetenhaus von Berlin, Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin

Berlin, 28. Februar 2018: Am 6. März eröffnet der Präsident des Abgeordenhauses, Ralf Wieland, die Ausstellung ZwischenWelten in der Wandelhalle des Abgeordnetenhauses. ZwischenWelten ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Streetwork-Verein Gangway e.V. und der Jugendstrafanstalt Berlin, in dem sich junge Männer damit auseinandergesetzt haben, was es bedeutet, zwischen den Welten oder in ZwischenWelten zu leben, die Unsicherheiten auszuhalten, neue Ziele zu finden und selbstbestimmt die eigene Zukunft zu gestalten.

ZwischenWelten fokussiert sich auf eine niedrigschwellige Prävention von Gewalt- und Radikalisierungstendenzen bei jungen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen und bei jugendlichen Inhaftierten.

Im Zentrum der kreativen Workshops innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern  wird die Tradition des Geschichtenerzählens als Medium der Identitätsfindung und Reflexion aufgegriffen. Gemeinsam entdecken die Teilnehmer*innen ihre ganz persönlichen Geschichten, sie diskutieren diese untereinander und bringen sie zu Papier. Danach werden die Geschichten je nach Fähigkeiten und Interessen mit Kunstformen wie Schreiben, Film, Graffiti, Zeichnungen, Theater oder Rap umgesetzt. Im letzten Schritt teilen die Teilnehmer*innen diese Gedanken und Impressionen mit einem Publikum und es erfolgt ein Feedback, auch an die Teilnehmer hinter Gittern. Damit schließt sich der Kreis.

Die Ausstellung im Abgeordnetenhaus von Berlin präsentiert nun die Ergebnisse der Module Heimat, Träume und Masken.

http://gangway.de/grandiose-ausstellungseroeffnung-im-abgeordnetenhaus/

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Print: DUALIS / URBAN LETTERING / CREN & AKTE ONE

 

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Textredaktion auf deutsch und französisch, übersetzt in Englische, für den Katalog:

DUALIS / URBAN LETTERING / CREN & AKTE ONE (Publikation Urban Art Liga e.V., Berlin 2017)

AKTE ONE entdeckte das Graffiti Writing für sich in seiner Jugend in Berlin Anfang der 90er Jahre und malte später u.a. als Mitglied der Crew TLB und diversen anderen Graffiti im urbanen Raum. In der Szene wurde er für seine Graffiti-Kunst im Laufe der 25 Jahre Schaffenszeit bekannt und bewies ebenfalls Talent im Rappen, produzierte mehrere Alben und gehört heute zu einem der etablierten Vertreter der Berliner Hip-Hop- und Graffitiszene. Neben seinem künstlerischen Schaffen ist es AKTE ein besonderes Anliegen, diese Kultur an den Nachwuchs weiterzuvermitteln.

Als gelernter Schilder- und Lichtreklamehersteller wurde AKTE von der Typographie geprägt und setzte sie in seinen künstlerischen Arbeiten ein. Stets entwickelte er Schriftzüge in Skizzen sowie Graffiti weiter, erfand sein Logo a! , welches mittlerweile auf fast jedem seiner Werke zu finden ist. AKTE entdeckte im Laufe seiner Schaffenszeit im urbanen Raum parallel das kleine Format in Form der Leinwand für neue Experimente im Atelier und erarbeitete somit neue zusätzliche Techniken.

Lettering und Hand Styles blieben weiterhin auch in seinen Atelierarbeiten im Fokus. Wie einst auf Wänden stehen Wörter hier auf Leinwand im Wildstyle zweidimensional skizzenhaft oder mit dreidi-mensionalem Ansatz auf abstrakten farbigen Hintergründen, die er mit Sprühdose und Acryl anfertigt. Der Marker bleibt weiterhin sein Utensil zum Zeichnen, hiermit zieht er z.B. akribisch die Outlines während der abstrakte Hintergrund in geometrische farbige Zonen aufgeteilt ist. Hinzugefügte Pinselstriche sowie Tropfspuren lassen mehrere Farbfelder und Schichten im Bild entstehen und schaffen somit Raum.

In einer weiteren Serie scheinen bunte Buchstaben im Raum zu schweben, lose, vom Wort gelöst, am Boden angehäuft oder wirbelnd durcheinander. Wie Gegenstände füllen sie den Raum der Leinwand oder lösen sich teilweise in reine Farben auf. Eigens entworfene Comic Characters mit Sprühdosen oder eine Sprühdose tauchen in manchen Arbeiten mal als Subjekt im Vordergrund oder wie bei der Serie „Innerframes“ anekdotisch und humorvoll neben den Buchstaben im Bild auf. Für „Innerframes“ stehen die figurativen Hauptmotive wie die Hand mit Sprühdose oder ein Smiley vor einem gemalten Rahmen mit Marmorstruktur im Bild. Hier spielt AKTE mit dem gerahmten Bild im Bild und den so entstandenen Ebenen. Der Aufbau ist in dieser Serie klarer strukturiert und durch den Comic Stil und das Füllen der Flächen mit AKTEs üblichen Strukturen von der Pop Art inspiriert.

Einige von AKTEs Bildern sind stark abstrahiert, nur einige Wörter im 2D-Skizzen Wildstyle scheinen als Detail in die Farbflächen geritzt, in anderen bilden kleine aneinandergereihte kalligraphische Buchstaben den Hintergrund. In einigen sind das Wort und die Figuration ganz verschwunden und die

Farbflächen verschmelzen ineinander mit nur wenigen frei gezogenen Linien aus der Sprühdose. Die Grundfarben CMYK und auch tonale Abstufungen sind Teil seiner Farbpalette sowie Effekte mit grauen Strukturen, die er manchmal als Hintergrund nutzt und an abgenutzte graue Stadtwände aus Beton erinnern, auf welchem die knalligen Farben wiederum mehr Kontrast erfahren. Das Spiel zwischen alt und neu, trist und lebhaft, Harmonie und Chaos lässt die Dynamik, Experimentierfreude und Spontaneität des malerischen Prozesses von AKTE spürbar werden.

Frei und variationsreich entwickelt er im Atelier auf Leinwänden eine „Assemblage-Malerei“, die durch das Abstrahieren und die angewandte Mischtechnik bunte Kompositionen aus Buchstaben im Wildstyle, Comicfiguren, Tags, Farbflächen, Streifen, Kratzer, Farbspritzer und Tropfspuren entstehen lässt. AKTEs Malerei fordert somit den Betrachter zu längerem Anblicken heraus und zeugt anhand von „Zitaten“ aus seiner Graffitisprache von der über viele Jahre verinnerlichten Hip-Hop Kultur.

AKTE ONE Fata Morgana, 2018, mixed media, 100 x 100 cm ©AKTE ONE

CREN ONE

Einst in den 90er Jahren im urbanen Raum als Graffiti großformatig an Mauern im Wildstyle entstanden, wanderte das Writing/Lettering von CREN auf verschiedene Untergründe in sein Atelier. Alte und neue Techniken entwickeln sich hier auf unterschiedlichen Formaten, auf denen sich der malerische Ansatz behauptet: Neben freihändigem Malen und Schablonennutzung mit der Sprühdose sind tropfende Farbmaterie und Pinselstriche eingearbeitet, eine dem Künstler eigene Mischtechnik, durch die mehrere malerische Schichten im Prozess entstehen.

CREN s Leidenschaft gilt nach 28 Jahren künstlerischen Werdegangs weiterhin dem Lettering. Auf Papier, Leinwand oder Trabanthauben malt er Buchstaben schwungvoll, großflächig, kalligraphisch und leicht abstrahiert. Der Künstler nutzt die Felder zwischen den Konturen (outlines) als zusätzliche Farbflächen und füllt sie mit puren Farben aus, um Highlights zu setzen und erzeugt somit eine ausgeglichene Komposition auf einer mehrschichtigen Fläche. Buchstaben werden einzeln mit meist runden Linien gezogen und als ineinander fließende oder sich überlappende flache Formen angeordnet, die fast unlesbar werden. Oft wird der Name CREN künstlerisch verwertet. Das Lettering wird durch Farbstrukturen und Drippings im Hintergrund und/oder auch im Vordergrund in eine Art Zwischenebene eingebettet. Weiß-graue dominierende Töne erinnern an die Farbe und Materie des Betons der Stadt, während die puren Farben poppig hervortreten. Das Lettering wird zum Motiv, gar zum Subjekt dieser abstrakteren Werke.

In anderen Arbeiten wird das Lettering mit figurativen Elementen, wie menschlichen Figuren, Comichelden oder Gegenständen, kombiniert. Im Comic Stil gezeichnet, mit Sprechblasentext oder Onomatopöien im Bild, erinnert die Figuration an die Pop Art eines Roy Lichtensteins, die CREN unter anderen nachhaltig prägte. In dieser Werkreihe werden die figurativen Elemente meist zum Subjekt des Bildes in Grautönen, zu einer Interpretation, und CREN spielt hier mit dem farbigen Lettering: mal steht es ornamental im Hintergrund, mal sind Letteringpatterns ornamental in figurative Elemente, wie Brillengläser oder Stöckelschuh, eingefügt. Humorvolle Titel mit den Wörtern Tag oder Bombing sind hier direkte Referenzen auf die Graffitikunst. Die Arbeiten auf Trabanthauben, die Serie „wind of change“, beinhalten direkte Anspielungen auf die DDR-Vergangenheit und die geteilte Stadt Berlin.

Lettering, Pop Art-Figuration und informelle Kunst vermischen sich in CRENs Werken in ein Crossover mit dem Wunsch nach Harmonie und Gleichgewicht der Bildkompositionen aus unterschiedlichen Formen, Stilrichtungen und Farben, ohne das Lettering und Hand Styles jemals aufzugeben. Sein Style ist unverkennbar, seine Kompositionen laden den Blick des Betrachters spielerisch ein, die Vielschichtigkeit seiner Kunst entziffern zu wollen.

Michel «CREN» Pietsch, aka CREN ONE, wurde als Deutsch-Franzose 1970 bei Hannover geboren. Er entdeckte in den 80er Jahren die Hip-Hop Kultur und die Graffiti Kunst, vor allem durch Reisen nach Frankreich, und fing kurz darauf an, Skizzen im 2D-Semi-Wildstyle anzufertigen. 1989 griff er erstmals zur Sprühdose. Seitdem hat er in seinem langen künstlerischen Schaffen in 14 Ländern auf drei Kontinenten Werke im öffentlichen Raum produziert und Atelier-Arbeiten in Ausstellungen gezeigt. CREN lebt und arbeitet seit 2009 in Berlin.

CREN, Funkhaus Block D1.2, 2017, mixed media, 100 x 140 cm ©CREN

AKTE & CREN

Die Zusammenarbeit der Künstler AKTE und CREN begann Anfang 2016. Die Liebe zum Lettering und die Suche nach dem Ausgewogenen zwischen Harmonie und Kontrast motivierte sie , zusammen zu schaffen. Sie erarbeiten seitdem gemeinsam Werke, die sie in zwei Flächen oder auch zwei Leinwände aufteilen und abwechselnd, sukzessiv oder gleichzeitig bemalen.

Für ihre erste Arbeit suchten sie nach zwei gleich großen Flächen in einem Bild und kamen auf die Idee des Yin – und Yang – Zeichens. Yin und Yang sind zwei Begriffe der chinesischen Philosophie, insbesondere des Daoismus, und stehen für polar einander entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene Kräfte oder Prinzipien. Da CREN eher strukturiert arbeitet und AKTE dagegen frei und spontan, vereinen s ie diese entgegengesetzten Arbeitsweisen in ihren Gemeinschaftsarbeiten auf komplementäre und harmonische Weise. Bei einem Schwarzlichtprojekt entdeckte AKTE, wie man mit fluoreszierenden Farben auf schwarzem Hintergrund 3D – Bilder erzeugen kann, die mit einer 3D – Chroma Depth Brille dreidimensional zu sehen sind. Im Atelier wurde dann mit der spezifischen Brille experimentiert , um 3D – Effekte mit verschiedenen Farben, Schichten und Strukturen auf Leinwänden zu erzeugen. So entstand ihr erstes 3D – Bild „Yin und Yang“. Das kalte Blau und das warme Orange in dem Bild ermöglichen die Tiefenebenen des 3D – Effektes. Durch den grau – schwarzen Hintergrund heben sich die Farbflächen besonders gut in den Vordergrund ab. Das Yin wurde dann mit Lettering von CREN und das Yang von AKTE in dem einen Werk versehen und umgekehrt im zweiten Werk. Durch genaues Betrachten kann man die Namen der Künstler entziffern und erkennt die Hand – Styles („Handschrift“) des Einzelnen. Im Gemeinschaftswerk bleibt somit trotz Fusionieren die Individualität des Einzelnen erhalten. Ihre 3D – Technik ist ein großes Experimentierfeld, das sie weiterhin künstlerisch ausschöpfen.

Die Arbeit „Orange Glazed “ auf zwei Leinwänden wurde ebenfalls mit vier Händen angefertigt und ermöglichte gleichzeitiges anstatt sukzessives Arbeiten. Der blaue und orange Donut nimmt die ganze quadratische Leinwand ein und enthält in seiner Mitte eine stilisierte Lilie, die „Fleur de Lys“ – das Symbol der französischen Monarchie – , die für den Deutsch – Franzosen CREN eine direkte Anspielung auf Frankreich ist und hier zudem formal ein edles Motiv a ls Gegenstück zum simplen Donut darstellt. In den Ecken der Leinwand befinden sich AKT Es und CRENs Tags, der Zuckerguss der Donuts ist jeweils mit dekorativem Lettering versehen und ergibt im 3D – Effekt eine zusätzliche Ebene, ein Ornament im Vordergrund. Für die Arbeit mit zwei Boxhandschuhen, die sich in der Mitte treffen, arbeitete das Duo ähnlich. Dieses Werk im Comic Stil mit Onomatopöien erinnert an die Pop Art mit der zusätzlichen zeitgenössischen Dimension des Graffiti durch das Lettering, das hier als Muster die Flächen füllt.

Für das Street Art – Projekt „The Haus“ mit 167 Künstlern, das von März bis Juni 2017 in der Nähe des Kudamms zu sehen war, kreierten AKTE & CREN eine beeindruckende Rauminstallation, in der sie das Motiv vom Yin und Yang wiederaufnahmen. In der begehbaren Installation eines 15 m. großen ehemaligen Büroraumes stehen sich zwei große runde Holzarbeiten in einer blau/gelben und gelb/blauen Yin und Yang – 3D – Variante gegenüber. Die Tondi hängen in Augenhöhe an den von oben bis unten schwarz – grau und weiß bemalten Wänden. Die groben Sprühspuren und Spritzer an den Wänden symbolisieren das Chaos der heutigen Welt, die Motive der Granate und der Bombe die Zerstörungswut des Krieges und stehen im Kontrast zur Harmoniesymbolik der Yin und Yang – Bilder. Der Boden wurde weiß lackiert und symbolisiert hier die Unschuld, die durch die vielen Besucher mit der Zeit beschmutzt wird und somit ihr e Reinheit verliert. In der Mitte des Raumes ist am Boden ein Kreis gemalt. Er ist so groß wie die Yin und Yang – Bilder und mit edler Marmorstruktur verziert. In dessen Mitte präsentiert ein weißer Sockel im klassizistischen Stil eine 3D – Brille. Der Marmorkreis fungiert hier für den Besucher als Hemmschwelle, die es zu überwinden gilt, um die Brille zu nehmen und somit die Yin und Yang – Bilder dreidimensional wahrnehmen zu können.

Für AKTE und CREN ist diese Rauminstallation ein Experiment der Wahrnehmung und Deutung im Raum, mit und oh ne 3D – Brille. Diese Arbeit i st eine Art performative Kunst/ Aktionskunst, wo der Betrachter/Besucher Akteur wird, indem er die 3D – Brille benutzt und den Boden mit seinem Betreten beschmutzt. Mit Anspielung auf den chaotischen Zustand unserer Welt und das zerstörerische Dasein des Menschen sowie einem Hoffnungsschimmer im Yin – und Yang – Zeichen geht das Künstlerduo mit diesem Werk inhaltlich sowie formal einen großen gemeinsamen künstlerischen Schritt weiter und verspricht weitere spannende zukünftige Projekte .

AKTE & CREN, Wind of change -Yin Yang, 2018, mixed media ©AKTE&CREN

Links Online shop/ Pop Up Show & Book release Urban Spree, Berlin, Januar 2018:

online shop: http://www.graffitiboxshop.de/Cren-Akte-Dualis-Buch

event:

https://www.facebook.com/events/1991312521111325/

https://www.facebook.com/rolfwackenberg/media_set?set=a.1275928992507183.1073742040.100002702830136&type=3&pnref=story

Jonny Star solo show The Cycle Room – Redaktion Pressemitteilung

http://jonny-star.com/shows/upcoming/

 

The Cycle Room
Eine Einzelausstellung von Jonny Star

Ausstellung vom 9. September bis 30. September 2017

Vernissage am 9. September 2017, 18h bis 22h

Atelierhof Kreuzberg Schleiermacherstrasse 31-37 (Hinterhof links) 10961 Berlin (U7 Gneisenaustraße)

Dienstag bis Mittwoch von 16 h bis 18h

Donnerstag bis Samstag von 13 h bis 18h

Berlin Art Week: Freitag, den 15. September 2017 bis 21h

Jonny Stars Einzelausstellung wird von der Berliner Galerie Katharina Maria Raab begleitet.

Das Leben besteht aus Zyklen, so auch das von Jonny Star. Welchen Kreislauf sie in der Welt vollzieht, vermittelt die Berliner Künstlerin anhand ihres künstlerischen Schaffens. Mit der Soloausstellung The Cycle Room möchte Jonny Star keine Retrospektive, sehr wohl aber einen im Kreis vollendeten Einblick in ihre über 20 Jahre andauernden künstlerische Praxis mit Collagen, Malerei, Stoffobjekten und Bronzen schaffen. Seit 1996 sind Skulpturen, Leinwände, Papier-und Textilarbeiten entstanden, die die Verbindung von Alltag und Kunst erforschen, von Mensch und Tier, von Mann und Frau, vom Es und Ich und eine Art zeitlose Scheinwelt entstehen lassen. Hierfür greift Jonny Star auf Vintage-Textilien aus den 60er-70er Jahren oder auch auf textile Neuauflagen zurück. Bedruckte Stoffe mit Kreisen oder Blumen werden in Collagen eingearbeitet, in Kissen-Plastiken verwertet, benäht, bestickt, eingescannt wieder ausgedruckt oder gar abgemalt. In der Serie Jonny Dancing von 2011 – hier tritt Jonny Star erstmals unter ihrem Künstlernamen auf – wird ein altmodischer Baumwollschlüpfer von der Künstlerin phantasievoll und humorvoll eingesetzt und in Selbstporträts fotografisch festgehalten. Das Thema Geschlechtlichkeit und Identität ist hier vordergründig und wird durch Foto auf Textil in Materialität und Stofflichkeit durch feine Handarbeit eingebettet. Plastische Arbeiten von 1998/1999, die sie nun als neue Auflage in patinierter Bronze präsentiert, scheinen zweigeschlechtlich, animalisch-menschlich, Wesen aus einer noch zu schreibenden Mythologie. In Jonny Stars neuer Bronze-Serie von 2016 bezieht sich die Künstlerin bewusst auf sich selbst, die Titel wie Me Born, Me Staring at My Breasts, Me Gone etc., vermitteln auf poetische Weise Fragen zum Lebenskreislauf, von Geburt bis zum Tod, und dies auch anhand von Formen aus der Tierwelt wie z.B. die des Hasen, ein Tier, das in Jonny Stars Werk allgegenwärtig ist und hier auch auf Papier-und Leinwandarbeiten auftaucht. Es steht für Fruchtbarkeit, Aufmerksamkeit und Beobachtung. Jede Skulptur dieser Me-Reihe integriert eine Eichelnusskappe, eine kreisförmige Form der Mutter Natur, die als ganze Frucht ebenfalls Fruchtbarkeit, aber auch Leben und Unsterblichkeit symbolisiert und darüber hinaus für das Androgyne steht. Doch wie die Kunsthistorikerin Eva Meyer-Hermann im Begleittext zur Ausstellung schreibt: „Als „spirituelle Transformationspunkte“ (J. S.) deuten diese Formen weniger auf das Geschlecht und auf Individualität hin als auf den immerwährenden Zyklus, in dem wir uns befinden. Sie sind kleine runde Haltepunkte, die auch daran erinnern, dass die geometrische Figur des Kreises nicht nur der identische Teil des genetischen Zeichens für Mann und Frau ist, sondern ebenso Bestandteil der Symbole für Mars und Venus. So ist Jonny Stars The Cycle Room weit mehr als ein Selbstporträt oder eine simple Beschreibung von Mann oder Frau, nämlich ein zyklisch fließender Prozess, um die eigene Existenz im Raum von Gesellschaft und Politik zu verorten und zu rechtfertigen.“ Jonny Star schafft eine Welt. Mit Handwerk und Zauber. Und dies auch neben ihrer künstlerischen Praxis mit von ihr kuratierten Gruppenausstellungen und regelmäßigen Ateliereinladungen, in denen sie kunstvoll Menschen versammelt. „Ihr künstlerisches Konzept liegt darin, aus allem Kunst zu machen, aus Dingen gleichermaßen wie aus Situationen und aus Handlungen“. (Eva Meyer-Hermann, „Kunst als Lebensmittel“ in Jonny Star, See Me, Feel Me, Touch Me, Heal Me, Distanz, 2016)

Kontakt: assistant@jonny-star.com

info@katharinamariaraab.com

www.jonny-star.com

www.katharinamariaraab.com

www.atelierhof-kreuzberg.com

Recherchestipendium Bildende Kunst 2017, Thema Urban Art Berlin

Urban Art Berlin

Graffiti ist in Berlin ab den 70/80er Jahren vor allem an der Mauer entstanden. Die
wiedervereinte Stadt wurde laufend geprägt von Graffiti und Street Art, eine
Kunstbewegung, die mit verschiedenen Techniken Kunst im urbanen Raum anbringt.
Durch die Backjump Ausstellungen und legalen Murals von internationalen Urban
Artists sowie Veröffentlichungen im Internet wurde Berlin immer mehr zum
Attraktionspol der Szene. Über die Jahre wuchs sie stetig und es entstanden Galerien,
Vereine, Street Art-Führungen, Workshops, Publikationen und Merchandisingprodukte.
Seitdem der Markt sich für Graffiti interessiert, hat ein Domestizierungsprozess der
Kunst und ihres Milieus eingesetzt. Heute werden Graffiti und Street Art unter dem
Begriff Urban Art vereint und bedienen mittlerweile Kunstmarkt, Werbung und
Bildtrends und sind Thema von wissenschaftlichen Forschungen, vor allem im Ausland.
In Berlin eröffnet ein Urban Art Museum, seit April 2017 zeigt TheHaus mit tausenden
Besuchern am Tag, dass immer mehr Menschen sich für diese Kunstrichtung
interessieren.
Als Kunsthistorikerin stellt sich die Frage wie sich diese Bewegung der Subkultur
künstlerisch und ikonografisch entwickelt hat. Gibt es Überschneidungen mit der
bildenden Kunst? Wer sind die Künstler, die in drei Generationen seit ca 40 Jahren in
Berlin arbeiten? Wie arbeiten sie heute? Welche Stilrichtungen gibt es? Welche
Künstler, die nicht hier leben, haben Spuren in Berlin hinterlassen? Wie ist die Berliner
Szene international vernetzt? Welche Kulturschaffenden sind für die Szene aktiv?
Welche Forschungen und Archive gibt es?
Die Rechercheergebnisse, als schriftliche Dokumentation und/oder Publikation soll die
Entwicklung der Bewegung in Berlin beleuchten, eine umfassende Bestandsaufnahme
der Berliner Urban Art-Szene sein und den Lesern einen weitgreifenden Überblick
dieser Kunst ermöglichen.

Katia Hermann, Berlin, Juni 2017
(Foto: Gaelle de Radigues, Berlin-Mitte, artist: Alaniz)

Recherchestipendium Bildende Kunst 2017, Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin

ZwischenWelten – ein Projekt von Gangway e.V. & der Jugendstrafanstalt Berlin, HU Berlin

Video © Olad Aden, 2017

Pressemitteilung 15.02.2017

ZwischenWelten oder ein Leben zwischen den Welten

Was bedeutet Heimat für junge Männer innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern?

Berlin, 15. Febr. 2017: Am 22. Februar eröffnet der Streetwork-Verein Gangway e.V. zusammen mit der Jugendstrafanstalt Berlin und geladenen Gästen die Ausstellung „ZwischenWelten“ – ein Projekt innerhalb und außerhalb der Gefängnis­mauern. In der Juristischen Fakultät der Humboldt Universität präsentieren die jungen Männer ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse zum Thema Heimat in Form von Gedichten, Geschichten, Songs, Theatersequenzen und Zeichnungen. Die Ausstellung wird künstlerisch begleitet und kuratiert von der Kunsthistorikerin Katia Hermann.

“Zwischen Herkunft und Zukunft,
zwischen Heimat und Fremde,
zwischen Flucht und Sehnsucht,
liegen Geschichten im Verborgenen. […]

ZwischenWelten ist ein Projekt zur niedrigschwelligen Prävention von Gewalt- und Radikalisierungstendenzen bei jungen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrun­gen. Vier Monate haben sich die jungen Männer in der Jugendstrafanstalt Berlin und bei Gangway e.V. damit auseinandergesetzt, was es bedeutet, zwischen den Welten oder in ZwischenWelten zu leben, die Unsicherheiten auszuhalten, neue Ziele zu finden und selbstbestimmt die eigene Zukunft zu gestalten.

[…] Aufs Papier gebracht erzählen sie von Ängsten, Sorgen, Wünschen und Visionen.

Die Zeilen werden laut und fordern ein Gegenüber,

jemanden, der zuhört, nachfragt und reagiert. […]

Die Teilnehmer des Projektes sind junge Männer, die von Flucht und Kriegshandlungen traumatisiert wurden oder Gewalt in der eigenen Familie erlebt haben. Sie empfinden die verschiedenen Konfliktlagen in ihrem Leben als erdrückend, haben das Gefühl, dass alles um sie herum zusammenbricht, sie selbst wenig Einfluss haben und ihnen keiner hilft. Sie bewegen sich in verschiedenen Kulturen und befinden sich in einer schwierigen Lebenssituation am Übergang zwischen alter und neuer Heimat.

Hier setzt ZwischenWelten an. In dem Projekt setzen sich die Teilnehmer auf einer sehr persönlichen Ebene mit Heimat auseinander. „Ziel des Projektes ist es, dass die Teilnehmer ihre Geschichten entdecken, sie untereinander diskutieren und dann zu Papier bringen, jeder nach seinen Fähigkeiten und Interessen mit Kunstformen wie Schreiben, Film, Graffiti, Zeichnungen, Theater oder Rap. Im letzten Schritt ist es wichtig, dass diese Gedanken und Impressionen mit einem Publikum geteilt werden und sie ein Feedback bekommen. Damit schließt sich der Kreis.“ beschreibt Birgit Lang, die Sozialarbeiterin und Projektleiterin in der Jugendstrafanstalt, ihre Arbeit mit den Inhaftierten.

[…] Jeder erzählt seine individuelle Geschichte

und doch steht sie stellvertretend für so Viele,

die Ähnliches erlebt haben und auf der Suche

nach Antworten, nach Identität und Heimat sind.

Zwischen Frage und Antwort,

zwischen Zweifel und Sicherheit,

zwischen hier und dort.”

>>> ZwischenWelten <<<


  • Vernissage: 22. Februar 2017 | 17:30 Uhr



  • Ausstellung: 23.- 24. Februar 2017 | 9 – 21 Uhr, 25. Februar 2017 | 9 – 17 Uhr



  • Ort: Juristische Fakultät der HU Berlin (Bebelplatz 2, Mitte)


Die Ausstellung ZwischenWelten ist eine Wanderausstellung. Im Anschluss an die HU Berlin wird sie einige Wochen in der Jugendstrafanstalt ausgestellt. Weitere Ausstellungsorte werden gesucht.

  • Programm:


    • Projektvorstellung und „Making of-Film“ – Olad Aden und Birgit Lang



    • Live-Performance – Teilnehmer des Teil-Projektes ZwischenWelten goes Theater unter der Leitung von Connie Walther und Sabine Winterfeldt


    • Ausstellungseröffnung – Bill Borchert, Leiter der Jugendstrafanstalt Berlin und Elvira Berndt, Geschäftsführerin von Gangway e.V.



    • Moderation – Joe Bliese



    • Ausstellungsrundgang & Come Together



  • ZwischenWelten wird gefördert durch die Landeskoordinierungsstelle Radikalisierungs­prävention bei der Landeskommission Berlin gegen Gewalt und unterstützt durch die Humboldt-Universität zu Berlin, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dagmar Oehler.



  • Eintritt frei!


Gangway e. V. – Straßensozialarbeit in Berlin

Gangway e.V., das ist Straßensozialarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen in Berlin. Streetwork ist soziale Arbeit – überall dort, wo die Gesellschaft nicht so gern hinsieht. Wo sich Schicksale entscheiden und Auswege aus Sackgassen gefunden werden müssen. Wo Menschen wieder die Kraft finden müssen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die Streetworker von GANGWAY e.V. begleiten überall in Berlin Menschen dabei, das zu finden, was sie am dringendsten brauchen: Wege aus Sucht oder Gewalt, eine Wohnung, Ausbildung und Arbeit oder einen neuen Weg zu mehr Bildung.

GANGWAY e.V. wurde 1990 gegründet, wird vom Senat und den Bezirksämtern gefördert und durch Spendengelder unterstützt. Mit der Jugendstrafanstalt arbeitet GANGWAY seit vielen Jahren eng zusammen, um die inhaftierten jungen Männer in ein selbstbestimmtes und legales Leben zu begleiten.

Jugendstrafanstalt Berlin

Die Jugendstrafanstalt Berlin ist eine Vollzugsanstalt für junge männliche Gefangene. Sie verfügt über 429 Haftplätze, davon befinden sich 32 Haftplätze im offenen Jugendvollzug, 65 Plätze im Drogenfachbereich und 50 Plätze in der Sozialtherapeutischen Abteilung.  Sie ist eine auf Erziehung und soziale Integration ausgerichtete Justizvollzugsanstalt, deren Zielsetzungen sich aus dem Berliner Jugendstrafvollzugsgesetz sowie dem Untersuchungshaftvollzugsgesetz Berlin ergeben. Dabei soll den jungen Menschen mit Hilfe zielgruppenspezifischer Konzepte die Chance eröffnet werden, in Zukunft ein straffreies Leben zu führen. Die Jugendstrafanstalt Berlin vereint die unterschiedlichen Vollzugsformen (offener Vollzug, geschlossener Vollzug sowie der Vollzug der Untersuchungshaft an jungen Gefangenen).

Kontakt

Gangway e.V – Straßensozialarbeit in Berlin

Schumannstraße 5 | 10117 Berlin | Tel: 030 . 28 30 23 – 0 | www.gangway.de

Geschäftsführung: Elvira Berndt | elvira.berndt@gangway.de

Projektleiter: Olad Aden | olad.aden@gangway.de

Kommunikation: Anja Baer | anja.baer@gangway.de

Jugendstrafanstalt Berlin

Friedrich-Olbricht-Damm 40| 13627 Berlin | Tel: 030 . 90 144 – 2530

Projektleiterin: Birgit Lang | birgit.lang@jsa.berlin.de

Kommunikation: Janina Deininger: janina.deininger@jsa.berlin.de

Raum für Gedanken – eine partizipative Kunstinstallation von Kathrin Ollroge, HU Berlin

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„Raum für Gedanken“ – eine partizipative Kunstinstallation von Kathrin Ollroge im öffentlichen Raum

vom 23. bis 28. Juni 2016
Eröffnung am Donnerstag, 23. Juni 2016 um 18h

Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin
Bebelplatz 2
10117 Berlin

Kurzfassung: Seit September 2014 reist ein mobiles Wohnzimmer durch die Länder in Ostdeutschland. Die Potsdamer Fotokünstlerin Kathrin Ollroge baut ihren „Raum für Gedanken“ für jeweils einige Tage im öffentlichen Raum auf. Auf einer alten Schreibmaschine lädt sie Passanten und Neugierige ein, ihre Meinungen und Gedanken zum Thema Flucht, Asyl und Nachbarschaft zu formulieren. Parallel werden fotografische Portraits der Teilnehmer angefertigt.
Am 23. Juni 2016 wandert der „Raum für Gedanken“ in die Kommode der Juristischen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin. Hier sollen Meinungen der Jurastudenten zu Themen wie Asylrecht, Aufenthaltsrecht, Migrationsrecht für Flüchtlinge in Deutschland und der EU erfasst werden, denn die Meinung der Rechtsberufler von morgen macht neugierig, kann weitere interessante Resultate hervorbringen und neue Denkanstöße geben. Die Künstlerin lädt vor Ort Besucher ein, sich etwas Zeit zu nehmen und Gedanken, Meinungen und Vorschläge zu rechtlichen „Asylfragen“ im „Raum für Gedanken“ aufzuschreiben und sich porträtieren zu lassen. Die Fotografien und Texte sollen im Nachhinein in einer digitalen oder gedruckten Publikation veröffentlicht werden.

„Raum für Gedanken“ im urbanen Umfeld, 2014/2015

Seit September 2014 reist ein mobiles Wohnzimmer durch verschiedene Orte in Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die Potsdamer Fotokünstlerin Kathrin Ollroge baut ihren 4m2-großen Raum, eine Art durchsichtige Kabine mit raumerweiterndem Fotohintergrund und 50er Jahre Möbeln, für jeweils einige Tage im öffentlichen Raum auf. Auf einer alten Schreibmaschine lädt sie Passanten und Neugierige ein, Meinungen und Gedanken zum Thema Flucht, Asyl und Nachbarschaft zu formulieren. Parallel dazu werden fotografische Portraits bereitwilliger Partizipatoren von der Künstlerin aufgenommen.
Die entstehenden Fotografien und Texte werden später für Publikationen aufbereitet. Die Porträtierten und Textautoren bleiben anonym und werden einander nicht zugeordnet.

Mittlerweile wurden die so entstandenen Texte auf Lesungen vorgetragen, dienten einem Theaterstück als Vorlage. Engagierte Menschen in unterschiedlichen Ortschaften möchten diese Idee übernehmen und nun selbst ein mobiles Wohnzimmer wandern lassen, um Bürger zu erreichen und sie aufzufordern, sich zu diesem sensiblen, aktuellen Thema zu äußern. Somit dient dieses künstlerische interaktive Projekt als Sprachrohr für die Bevölkerung, die ihre Meinung zu Chancen und Herausforderungen des interkulturellen Wohnens in räumlicher Nähe mitteilen können, völlig ungezwungen, anonym und doch auf eine intime Weise. Das Projekt soll den Annäherungsprozeß zwischen Alteingesessenen und neu ankommenden Menschen unterstützen und zum Abbau von bewussten und unbewussten Vorurteilen beitragen. Somit regen sie die Stärkung des Gemeinsinns und die Verbesserung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts an.
Unterstützt wurde das Projekt bisher vom bundesweiten Programm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie von den Landeszentralen für Politische Bildung in Brandenburg und Sachsen-Anhalt, vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und von dem Brandenburger Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie.

„Raum für Gedanken“ im akademischen Umfeld, HU, Juni 2016

Mit einer weiterentwickelten Idee durch die Kontaktaufnahme der Kuratorin Katia Hermann soll diese für den öffentlichen Raum konzipierte Installation nun in einen „akademischen Rahmen wandern“. Die Kommode der Juristischen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin ist der ideale Ort, um den interaktiven „Raum für Gedanken“ in einen neuen Berliner Kontext zu bringen und weitere Menschen zu erreichen.
Die „Wohnzimmerkabine“ wird in der Kommode installiert – ein kleines Zimmer in einem Eingangssaal zum Reden und Schreiben.

Die Kommode der Juristischen Fakultät am historischen Bebelplatz durchlaufen täglich hunderte von Besuchern. Das Publikum sind Studenten, Professoren, Seminargäste und auch einige Touristen. Die während der Dauer der Installation vor Ort präsente Künstlerin wird die Besucher einladen, sich etwas Zeit zu nehmen und somit können Gespräche und Meinungsäußerungen von Jurastudenten gehört und aufgeschrieben werden. Ein Porträt kann in diesem Zusammenhang entstehen, wenn erwünscht. Im Kontext des Fachgebiets Recht sollen vor allem die Gedanken der Studenten zur Rechtslage von Flüchtlingen, zum Asylrecht, Migrationsrecht, Aufenthaltsrecht sowie zur Besserung des Rechtssystems in Deutschland und der EU für dieses aktuell äußerst sensible Thema angeregt werden. Denn die Studenten von heute sind die Juristen, Richter, Anwälte von morgen…

In diesem akademischen Kontext kann der „Raum für Gedanken“ neue Kreise erreichen und weitere interessante Resultate hervorbringen, die wiederum neue Denkanstöße geben können.
Die hier entstandenen Porträts und Texte könnten nachhaltig als eine Art „Ideenkatalog“ zusammengeführt werden und z.B. als digitale oder gedruckte Publikation Verwendung finden.

Ein Projekt von Katia Hermann & Kathrin Ollroge mit der freundlichen Unterstützung der Humboldt- Universität zu Berlin und Spendern.

Informationen zum Projekt/Künstlerin:
www.raum-fuer-gedanken.com

 

Zur Ausstellung Paper Works II, TS Art Projects

Veröffentlicht: http://www.tsartprojects.com/#/exhibition/paper_works_ii

Text für die Ausstellung PAPER WORKS II bei TS art projects Berlin

Georg Baselitz (geb. 1938)

In Georg Baselitz ze­ich­ner­ischem und grafis­chem Werk erkennt man die eher grobe Mal­weise seiner Malerei, sowie auch die raue Bear­beitungsweise seiner Holzskulp­turen wieder. Seine Mo­tive wie z.B. das Fig­uren- und Tier­bild wer­den auch in vie­len Grafiken aufge­grif­fen. Der Holzschnitt mit dem Adler ist hier ein grafis­ches Beispiel seiner „auf dem Kopf“ ste­hen­den Bildern, mit denen Baselitz weltweit Ende der 60er Jahre berühmt wurde, um somit das Bild an sich von allem In­haltlichen zu be­freien. Der men­schliche Kopf einer Radierung erin­nert an seine Büsten-Skulp­turen. Mit einer eher spon­ta­nen Ze­ich­nungsweise ar­beitet der Künstler frei und zeigt seine Ex­per­i­men­tier­freudigkeit auch hier in grafis­chen Ar­beiten, die mit ver­schiede­nen Druck­tech­niken Ende der 60er Jahre und 80er Jahren ent­standen und in welchen die Linie do­miniert und die Farbe be­wusst aus­ge­lassen wurde.

Daniel Richter (geb. 1962)
An­fangs malte Daniel Richter auss­chließlich ab­strakt, bevor er zunehmend fig­u­ra­tive El­e­mente auf­griff. Nar­ra­tiv und rätsel­haft erin­nern seine fig­u­ra­tiven Bild­wel­ten an Gen­res der Ver­gan­gen­heit, wie z.B. die der His­to­rien­malerei, die er sowohl dekon­stru­iert als auch zeit­genössisch rekon­tex­tu­al­isiert. Seine Hochdruck-Se­rie „Ohne Titel“ von 2007 erin­nert an Grafiken aus dem Mit­te­lal­ter mit einen sur­realem Col­lage-Ef­fekt. Drama­tis­che Szenen von Folter, men­schliche Fig­uren mit weißen Todes­fratzen, überdi­men­sion­ale far­bige Vögel erin­nern an Schauermärchen, an Albträume und an ver­gan­gene bar­barische Zeiten. Diese beson­dere grafis­che Serie des Künstlers hat die Eigen­schaft, den Be­tra­chter zu be­un­ruhi­gen, sie ist enig­ma­tisch und mehrdeutig, wie viele Ar­beiten von Daniel Richter, die seine Kunst so un­verkennbar machen.

Chris­t­ian Awe (geb. 1978)
Chris­t­ian Awe war sowohl Schüler bei Georg Baselitz als auch bei Daniel Richter an der Uni­ver­sität der Künste, Berlin. Awe hat neben Ur­ban Art mit Schaf­fung von Mu­rals zusätzlich den Weg zur ab­strak­ten Malerei auf Lein­wand genom­men und eben­falls grafis­che Werke sowie Pa­pier­ar­beiten geschaf­fen. Seine großfor­mati­gen Bilder, sowie auch seine Pa­pier­ar­beiten, die durch ver­schiedene Schichten und Tech­niken entste­hen – durch Kon­struk­tion und Zer­legung oder Auflösung – bein­hal­ten mit ihrer Far­bigkeit und schein­baren Zufälligkeiten eine starke Ma­te­ri­alität wie z.B. die Flüssigkeit der Farbe. Seine Ze­ich­nun­gen und Grafiken bein­hal­ten eine faszinierende lebendige Kraft durch Kom­po­si­tion und Farb­palette, die durch seine ihm eigene Mis­chtech­nik entsteht.

Mar­tin Werth­mann (geb. 1982)
Mar­tin Werth­mann studierte an der Hochschule für Bildende Künste Ham­burg in der Klasse von An­dreas Slomin­ski, so wie bei Wim Wen­ders, Fatih Akin und Daniel Richter. Werth­mann’s pik­torales Werk besteht in er­ster Linie aus großfor­mati­gen, mono­typ­is­chen Holzschnit­ten, die er meist nach Fo­tovor­la­gen auf Holz­plat­ten überträgt und wie Col­la­gen zusam­men­druckt. Dabei überlagert er eine Vielzahl von Farb­schichten und erzeugt neben den Struk­turen und For­men einzi­gar­tige Farbflächen. Die Edi­tion­sserie F60.9 ist eine Auskop­plung eines seiner Formele­mente. Es han­delt sich um Licht­spiegelun­gen auf der Wasser­oberfläche eines Swim­ming­pools, die Werth­mann wiederum im Bild dop­pelt spiegelt, so dass sich ein­er­seits ein bio­mor­phes Muster ergibt, das durch den Pos­i­tiv/Neg­a­tiv-Ef­fekt wie zwei un­ter­schiedliche räum­liche Gebilde er­scheint, an­der­er­seits durch die Spiegelung ein mul­ti­di­men­sion­aler Raum beschrieben wird.

Text: Katia Hermann, Kunsthistorikerin

 

Zur Ausstellung Drawings, TS Art Projects

veröffenticht auf:  http://www.tsartprojects.com/#/exhibition/drawings

Ausstellungstext für DRAWINGS bei TS art projects Berlin, Herbst 2015

Otto Dix ist bekannt als exzel­len­ter Ze­ich­ner und hin­ter­ließ über 6000 Ze­ich­nun­gen und Skizzen. 1920/21 ist er Pro­tag­o­nist eines neuar­ti­gen Bru­tal­re­al­is­mus mit sozialkri­tis­cher Note und poli­tis­cher Brisanz. Antibürg­er­liche Sti­lat­titüden und wirk­lichkeit­snahe Bild­formeln prägen sein Werk, das stilis­tisch von der zeit­genössis­chen Kri­tik als „Veris­mus“ beze­ich­net wurde. Ab 1924 zeigt sich eine Veränderung und seine Ze­ich­nun­gen nehmen mit neu­traler Lin­ienprägnanz kühl kon­sta­tierende Züge und eine af­fir­ma­tive Ten­denz an. Dix wird zum Meis­ter der Neuen Sach­lichkeit, Stil der sta­bil­isierten Weimarer Re­pub­lik. Seine Ab­bil­dun­gen einer neuen sozialen Wirk­lichkeit zeigen je­doch weit­er­hin seinen Sinn fürs Groteske und lassen den dama­li­gen Zeit­geist weit­er­hin er­ah­nen.

Groteske Gebilde findet man auch in den aus­drucksstarken Ze­ich­nun­gen der Künst­lerin Cather­ine Lorent. Ihr grafis­ches Werk bein­hal­tet El­e­mente, die sie für ihre Kunst – an den Gren­zen der Gen­res – immer wieder ein­setzt : the­atralis­che In­sze­nierun­gen, barocke For­men von Skulp­turen, Fig­uren, Ar­chitek­turkom­po­nen­ten mit zeit­genössis­chen Musikin­stru­menten wie die Rock­gi­tarre, die sie als Musik­erin sel­ber auch spielt. Ihre dy­namis­chen Bild­kom­po­si­tio­nen mit barocken und zeit­genössis­chen Zu­taten hin­ter­lassen wie auch ihre In­stal­la­tio­nen den Ein­druck eines ima­ginären bizarren Zeit­geistes.

Katia Hermann

 

BOOKBURN / Bibliothek der verbrannten Bücher von George Peck & Hugo Perez

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In Arbeit (geplant 2018)

Eine Installation von George Peck und Hugo Perez

«Bücher und jede Art von Schriften sind Terror für die, die Wahrheit unterdrücken wollen». Wole Soyinka

George Peck und Hugo Perez begegneten sich 2005 in Budapest, als Peck dort eine Ausstellung seiner projezierten Gemälde im Ernst Museum hatte. Perez produzierte damals einen Dokumentarfilm über den ungarischen Dichter Mikkos Radnoti, der im Holocaust ums Leben kam. Seit Jahren arbeitet Perez bei zahlreichen von Pecks Video-Installationen mit ihm zusammen. Als sie von den Bücherverbrennungen im November 2013 in Ungarn erfuhren, bei denen Werke des Dichters Radnoti sowie von anderen jüdisch ungarischen Autoren verbrannt wurden, waren Perez und Peck zutiefst beunruhigt und erschüttert. Besonders Peck, da er 1956 Zeuge einer Bücherverbrennung in der Budapester Buchhandlung war, die sich im Erdgeschoss des Hauses befand, in dem Peck damals lebte – eine traumatische Erfahrung, die heute noch genauso schmerzvoll ist wie 1956.
George Peck, der aus dem Bereich der Bildenden Kunst kommt und Hugo Perez, der hauptsächlich im Dokumentarfilmbereich arbeitet, haben nach langen Gesprächen über die Möglichkeit wie man am besten auf die Bücherverbrennungen in Ungarn, sowie an anderen Orten in der Welt, antwortet, gemeinsam das Konzept für BOOKBURN entwickelt.

Pecks Werdegang von der Malerie zur Videokunst basiert auf der Idee des Dekonstruierens und Rekonstruierens der traditionellen viereckigen 2D Leinwand um Erzählung zu projezieren. Die Kombination von Pecks visuellem Ansatz und Perez dokumentarischer Erfahrung mündet in einer einzigartigen Zusammenarbeit, die Geschichtenerzählung über soziale Themen in einem eindringlichen visuellen Experiment umfasst.
Beide sind von dem Konzept des ungarischen Filmemacher Robert Vas inspiriert, der meint, dass beide, Künstler und Zuschauer, «den Mut haben müssen der Geschichte ins Gesicht zu schauen.»

Als Antwort zur steigenden Flut von Bücherverbrennungen auf der Welt, platziert BOOKBURN / LIBRARY OF BOOKS BURNED den Zuschauer ins Zentrum einer Erzählung über die Wertschätzung von Büchern, die Bücherverbrennung und die Aufbewahrung der Asche verbrannter Bücher.
Vier simultane Videokanal-Projektionen, die auf eine Reihe von Stoffen und Wänden projeziert werden, schaffen ein eindringliches Umfeld in das der Zuschauer eindringen kann und Teilnehmer wird. Im Zentrum der Installation befindet sich eine Scheiterhaufen-Skulptur, auf die Flammen von brennenden Büchern projeziert werden. Ein fünftes Video wird von einem Podium aus seitwärts ausgestrahlt, als sogenannte Fußnote zur Installation, die anhand von Beispielen von Bücherverbrennungen seit 2000 Jahren einen historischen Kontext schafft. Eine originale, minimalistische moderne klassische Musik wird die visuelle Erzählung begleiten.

Die Erzählung beginnt mit Bildern von Bibliotheken, baut sich auf zu einer Bücherverbrennung und endet mit einer anonymen Figur, die sorgfältig die Überreste der Asche der Bücher aufschaufelt und konserviert, die wir hier Scherben nennen. Der Akt der Konservierung ist einer der Hoffnung, dass eines Tages die Worte aus der Asche der verbrannten Bücher wieder gewonnen werden. Die Scherben befinden sich in Glasbehältern, werden beschriftet und stehen in Regalen der Bibliothek der verbrannten Bücher LIBRARY OF BOOKS BURNED. Je nach Möglichkeit werden Regalsysteme mit den Aschebehältern und der Markierung LIBRARY OF BOOKS BURNED nahe der Videoinstallation BOOKBURN aufgestellt. Oder als Option wird eine Serie von Wandpaneelen kreiert, die mit der in groß gedruckten Abbildung der LIBRARY OF BOOKS BURNED beklebt wird. Diese Wandpaneele und die Projektionsleinwände sowie ein Baldachin, der über der Installation liegt, wird einem betretbaren Pavillion ähneln.

BOOKBURN / LIBRARY OF BOOKS BURNED soll die Idee reflektieren, dass Bücherverbrennung eine Form von kultureller Selbstopferung ist, in welcher die, die Bücher zerstören, sich selbst zerstören, und dass die, die daneben stehen, Komplizen dieses Aktes des kulturellen Selbstmordes werden. Es wurde schon gesagt, dass wo Bücher verbrannt werden auch Menschen getötet werden, es ist aber auch wahr, dass wo Menschen ermordet werden auch bald Bücher brennen werden. Ethnische Säuberung, kulturelle Reinheit, nationalistische Überheblichkeit gehen Hand in Hand mit dem Akt der Bücherverbrennung und Kultur löschen zu wollen, steht für unrein, dreckig, frevlerisch.
Die Hoffnung der Künstler ist es hier, indem der Zuschauer ins Zentrum dieser Erzählung gestellt wird, dass er sich nicht nur über das Phänomen der Bücherverbrennung bewusst wird, sondern auch über die Passivität und das Nichtstun, dass diesen Akt des kulturellen Selbstmordes oft erst möglich macht.

Die Intention ist, dass BOOKBURN / LIBRARY OF BOOKS BURNED eine wandernde Installation wird und sich je nach Ort und Land weiter entwickeln und anpassen wird. Zusätzlich arbeiten Peck und Perez an neuen interaktive Medien für die Installation, die Personen, die BOOKBURN / LIBRARY OF BOOKS BURNED nicht persönlich besuchen können, ermöglichen wird, Kontakt mit dem Werk aufnehmen können.
Eine weitere interessante Information zu der Produktion der Installation ist: es wurden echte Bücher verbrannt um Bücherverbrennung filmen zu können, und dieser Akt hat seinen eigenen emotionalen Moment in diesem kreativen Prozess geschaffen. Diese Bücher, die für das Filmen verbrannt wurden, waren aussortierte Bibliotheksbücher, die auf einer Mülldeponie gelandet wären. Die Aktion der Verbrennung war schmerzhaft und äusserst unangenehm für alle Beteiligten. Mit den Flammen brennender Bücher konfrontiert zu sein und dem Akt des Aussiebens der Asche schaffte eine taktile Verbindung zu dem Vorgang, der über die Art und Weise informiert, wie diese Erzählung und Installation geschaffen wurde.

INSTALLATION:
Das Umfeld wird Teil des Werkes sein. Die Räumlichkeiten werden berücksichtigt um Architekur/Interieur in die Installation einzubeziehen. BOOKBURN – dieser Teil der Installation besteht aus 4-5 Video-Beamern, 2-3 Baumwollpaneelen oder «Trennwänden» und der Drahtskulptur. Unmittelbar daneben befindet sich die LIBRARY OF BOOKS BURNED – ein freistehendes Metallregal mit den katalogisierten Aschebehältern verbrannter Bücher. Diese braucht 4” x 8” Regaleinheiten, die Größe der LIBRARY kann aber variieren, je nach Platz- und Ressourcemöglichkeiten.

STELLUNGSNAHME:

GEORGE PECK – Wenn ich meinen eigenen Abscheu, den ich gegen Bücherverbrennung empfinde, untersuche, finde ich eine moralische Komponente. Es ist der gleiche Horror, den ich empfinde, wenn Menschen keine Ahnung von Geschichte haben. Es wirkt wie ein Verrat an dem fragilen kollektiven Bemühen von Zivilisation. Das Wissen von Geschichte wird mit Schwierigkeiten gewonnen, übrigens wie moralische Tugenden oder rein intellektuelle. Eins davon wegzuwerfen, entehrt unsere Vorfahren und wäre Betrug an unseren Nachkommen. Asche vebrannter Bücher aufzubewahren und die LIBRARY OF BOOKS BURNED zu schaffen, ist ein Akt von Hoffnung und Optimismus. Dieses Konzept der Installation steht nicht nur für Erinnerung, sondern hat auch eine blendende und magnetisch visuelle Kraft über die wörtliche und emotionale hinaus.

HUGO PEREZ – Bücher haben mich zivilisiert, als ich ein aufgewecktes wildes Kind war – ein Kind, dass heute wahrscheinlich medizinisch behandelt würde. Bücher waren meine Medizin, Wörter und Geschichten haben mich genährt und in eine größere Welt geführt als in der ich lebte. Bücher sind weiterhin ein großer Teil meines Lebens, die Krücke auf die ich mich stütze, wenn ich hinterfrage wer ich bin und wo ich bin. Für mich ist Bücherverbrennung Selbstmord, das Löschen-Wollen dessen was wir sind, eine Rückkehr in die barbarische Zeit, bevor wir gelernt hatten unsere Spuren auf dieser Welt zu hinterlassen. BOOKBURN und LIBRARY OF BOOKS BURNED ist ein Werk, das wirkt, als wäre es von Personen aus der Zukunft geschaffen worden, um zu sagen: schaut zurück auf eure Zeit und stellt euch die Frage: wie konntet ihr es nur zulassen?

George Peck: www.georgepeck.net
Hugo Perez: www.m30afilms.com

Tours/Führungen im Stadtraum Berlin

Meine Touren zur Geschichte von Berlin, der Mauer, den Bezirken und Kiezen, der Kunstszene und vor allem der Urban Art/Street Art/Graffiti in Berlin, finden in Berlin-Mitte, Berlin-Kreuzberg und Berlin-Friedrichshain statt. Die Orte sind: das Scheunenviertel und Haus Schwarzenberg, Kreuzberg, Friedrichshain (RAW Gelände).
Sprachen: deutsch, französisch, englisch

Kunden seit 2012 (Beispiele) : Centre Français Berlin-Wedding, Berlin Collective, Street Art Berlin, Gangway e.V., Good morning Berlin, Kulturtours Berlin, Latlon guides, Urban artists, Go Arts Berlin, Berlin Street Art (regelmäßig)

Mitglied von

Mitglied/Vorstand des Vereins Urban Art e.V. – www.urbanartweek.de

Mitglied des Deutschen Fachjournalisten Verband
https://www.dfjv.de/

Mitglied des Verbandes der deutschen Kunsthistoriker e.V.
http://www.kunsthistoriker.org

Mitglied bei DER SALOON – Das Netzwerk für Frauen der Berliner Kunstszene
http://www.saloon-berlin.de

Mitglied des Kreises der urbanen Szene Berlin
http://urbanvisit.org/

Mitglied des Teams und des Advisory board des ehemaligen Berlin Collective, the global artist network
https://www.berlincollectiv.com

Regieassistentin, Diego Velázquez-Le réalisme sauvage, 2014


Diego Velázquez-Ungeschminkter Realismus
ein Film von Karim Aïnouz, 52 min., 2014

Produktion: Les Poissons Volants in Zusammenarbeit mit RMN und ARTE
Im Rahmen der Ausstellung Diego Velázquez im Grand Palais, Paris, März 2015

auf DVD erhältlich:

http://www.grandpalais.fr/fr/article/diego-velazquez-ou-le-realisme-sauvage-le-film-disponible-en-dvd

ARTE:
http://www.arte.tv/guide/fr/054796-000/diego-velazquez-ou-le-realisme-sauvage?autoplay=1?autoplay=1

Beratung

Beratung für:

  • Ausstellungskonzeption (Inhalte, Form, Erzähltechniken, Vorrichtungen, Vermittlung)
  • Ausstellungsplanung (Finanzierungsplan, Zeitplan, Teamzusammenstellung)
  • Ausstellungsorganisation (Umsetzung)
  • Ausstellungsdurchführung (Vorbereitung, Aufbau, PR, Abbau)
  • Sammlungen

 

Beratung für:

  • Institutionen
  • Firmen
  • Vereine
  • Künstler, Kulturschaffende und Sammler

Übersetzung

Übersetzungen deutsch-französisch, französisch-deutsch

Übersetzungen englisch-deutsch, deutsch-englisch

Auftraggeber: Künstler*innen, Journalist*innen, Filmproduktionsfirmen in Paris/Berlin, HKW, Berlin, MEP (Maison de la Photo Européenne de la Photographie), Paris.

DREAMSTATE von George Peck, HU Berlin

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DREAMSTATE

Eine Multimedia-Installation von George Peck
1.10.2013 – 24.10.2013

Eröffnung 30.09.2013, 19h30
Podiumsdiskussion um 18h

Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin
Bebelplatz 2, 10117 Berlin

Mo – Fr, 9h – 21h
Sa, 9h – 17h
Sonn- und feiertags, geschlossen
Eintritt frei

In der Multimedia-Installation DREAMSTATE nimmt der ungarisch-amerikanische Künstler George Peck Bezug auf den friedlichen Übergang von einer autoritären Regierung zur Demokratie in Ungarn 1989/90, ein politisches Schlüsseljahr auf internationaler Ebene. Die Installation zeigt in mehrschichtigen Projektionen Archivbilder und Videomaterial, sowie Dokumentationen aktueller Ereignisse und lässt den ehemaligen Präsidenten des Obersten Gerichtshofs Ungarns, Dr. Pál Solt, zu Wort kommen. Mit der Sensibilität eines Malers schafft der Künstler in DREAMSTATE eine Komposition, die an die Textur eines Traumes erinnert.
Als ungarischer Künstler fühlt sich Peck angesichts der aktuellen Situation in seinem Heimatland aufgefordert, an den historischen Moment von 1989/1990 zu erinnern. Den räumlich-historischen Kontext überschreitend, steht DREAMSTATE damit als universelles Symbol für den friedlichen Wandel und den Schutz der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Dies in einer Welt, die von Unruhe und Umbruch geprägt ist, wie zum Beispiel in der arabischen Welt, während man auch von Rückschlägen in von Autokraten geführten demokratischen Staaten wie Ungarn, Tschechien, Rumänien, Türkei und Russland erfährt.
Die Podiumsdiskussion soll von den historischen Ereignissen der Jahre 1989/90 ausgehen, den Demokratisierungsprozess Ungarns ansprechen und folgende Fragen aufwerfen: Wie hat sich der friedliche Wandel in diesem Land vollzogen und wo steht Ungarn heute im Vergleich zur Lage des Landes vor zwanzig Jahren? Was bedeutete die Demokratisierung kulturell, intellektuell und ökonomisch? Kann die friedliche Revolution Ungarns als Referenz für andere Staaten dienen, die sich gegenwärtig im Prozess des politischen Wandels befinden? Abschliessend und in Hinblick auf die Ausstellung stellt sich die Frage nach der Rolle der Kunst und des Künstlers in politischen Ereignissen, insbesondere zu Zeiten radikalen Wandels?

An der Podiumsdiskussion werden teilnehmen: Prof. Lutz Götze (Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland), Sergey Lagodinsky (Regionalreferat EU/ Nordamerika, Heinrich Böll Stiftung), Attila Mong (Journalist), Clemens Schöll (Leiter des Austauschprogramms für Journalisten in Zentral- und Osteuropa „Medien – Mittler zwischen den Völkern“), Ágnes Szabó (freie Kulturjournalistin), Adele Eisenstein (freie Kuratorin) und der Künstler George Peck. Moderiert von Dr. Susanne Stemmler (Gastprofessorin UdK, Berlin).

Die Veranstaltung wurde kuratiert von Katia Hermann.
Praktikantin: Marleen Schröder

Mehr Informationen: www.georgepeck.net
Eine Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität zu Berlin, ciné+, Zitty Berlin, und Berlin Collective.

Video vom 30.09.2013:

http://www.youtube.com/watch?v=5fj_chRQK48

Presse:

http://www.hu-berlin.de/service/veranstaltungen/veranstaltungen_neu?stat=show&vk_id=2151
http://www.artconnectberlin.com/?utf8=✓&search=Dreamstate
http://www.zitty.de/dreamstate.html
http://www.tip-berlin.de/node/477919
http://www.kulturserver-berlin.de
http://www.creative-city-berlin.de/de/events/
http://berlincollective.de/exhibits
http://idw-online.de/pages/de/news553437
http://www.berlin-sciences.com/aktuelles/nachrichten-des-idw/?no_cache=1&cHash=9ce0c28767&tx_bsc_preview_pressnews_dynamic%5Bpointer%5D=2
http://www.touristen-information.de/service.html?event_datetime=1&event_category=8080&event_region=20&event_city=&submit=suchen&mode=paging&block=3
http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?pfach=1&n_firmanr_=115903&sektor=pm&detail=1&r=545792&sid=&aktion=jour_pm&quelle=0

Fotografien © Roman Heller
Fotografien © Olad Aden

Arabellion – Antik & Kunst Messe Sindelfingen

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„Arabellion – Journalismus als Aktivismus“ aka Reporting…a revolution (continued)

Antik & Kunst Messe Sindelfingen

11.01 bis 13.01.2013

Anlässlich der internationalen Premiere des ägyptischen Films von Bassam Mortada ALTHAWRA…KHABAR (Reporting…a revolution) bei den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2012 präsentierte die Al-Masry Media Group eine Fotoausstellung mit eindringlichen Bildern des ägyptischen Aufstands im Januar 2011 und der Zeit danach im FREIES MUSEUM BERLIN. Die Ausstellung wanderte dann auf das Photo Festival Copenhagen in Dänemark Juni 2012.

Auf der Kunst- und Antik Messe Sindelfingen werden 74 Arbeiten von 20 jungen ägyptischen Fotoreportern, die für die unabhängige Tageszeitung Al-Masry Al-Youm berichten, präsentiert, eine Erweiterung der Ausstellung mit neuen Aufnahmen, die zwischen Februar und Dezember 2012 aufgenommen wurden, ergänzen hier die Chronologie der politischen Umbrüche in Ägypten von 2011 bis Anfang 2013.

Dank des Syrlin Kunstvereins konnten die Fotografien in Sindelfingen gezeigt werden.

http://www.messe-sindelfingen.de/de/veranstaltung/antik-und-kunst-2013/

ARTWALK GOES CATWALK, Marriott Hotel Berlin

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ARTWALK GOES CATWALK

zur BERLIN ART WEEK
14.09.2012 19h-2h
beats & art (DJ CHANDRA & GUEST)

– Skulpturen von Willi Tomes, Neon
– Videos von Berit Zemke, Clemens Behr, Estelle Beauvais, Zabo Chabiland, Ira Schneider, Bakalao & Machine Molle und Ann Oren, David Matorin vom Berlin Collective

www.berlinartweek.de
www.catwalk-berlin.com
www.berlincollective.de
www.def-shop.com (Sponsor), dank an Pascal Gerstenlauer & Patricia Balon
www.dcshoes.com (Sponsor)

CATWALK BAR & LOUNGE by Michalsky
Berlin Marriott Hotel / Potsdamer Platz

Reporting…a revolution (continued), Copenhagen Photo Festival

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Reporting…a revolution (continued) at Copenhagen Photo Festival 2012
7.06.2012 bis 17.06.2012, ehemalige Brauerei von Carlsberg, Kopenhagen, Dänemark

Eröffnung am  7. Juni 2012

Anlässlich der internationalen Premiere des ägyptischen Films von Bassam Mortada ALTHAWRA…KHABAR (Reporting…A revolution) bei den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2012 präsentierte die Al-Masry Media Group im FREIEN MUSEUM BERLIN eine Fotoausstellung mit eindringlichen Bildern des ägyptischen Aufstands im Januar 2011 und der Zeit danach. Gezeigt wurden ca. 60 Arbeiten von 16 jungen ägyptischen Fotoreportern, die für die unabhängige Tageszeitung Al-Masry Al-Youm berichten. Aktuelle Bilder vom 25. Januar 2012 spannen den Bogen zur heutigen Situation.
Weil der Protest weiter ging, brachte die Al-Masry Media Group die Arbeiten der 16 Fotoreporter nach Berlin. “Reporting…a revolution (continued)” wird ergänzt durch Videoreportagen. Die Ausstellung fand  im FREIEN MUSEUM BERLIN statt.

Gezeigt wurden Fotoarbeiten von Amr Abd Alla, Fouad Elgarnousy, Mohamed El Garnousy, Hazem Abd El Hamid, Ahmed El Masry, Aly El Malky, Mohamed El Shamy, Hossam Fadl, Namir Galal, Ahmed Hayman, Mohamed Hossam El Din, Mohamed Khaled, Mohamed Maarouf, Kismet El Sayed, Tarek Wagih und Mohamed Abdel Wahab.

Nach Berlin wurde dank der Organisation DEDI (The Danish Egyptian Dialogue Institute) die Ausstellung nach Kopenhagen gebracht und auf dem Copenhagen Photo Festival präsentiert.

http://www.copenhagenphotofestival.com/programme/reporting-a-revolution-continued

Reporting…a revolution (continued), Freies Museum Berlin

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Fotoausstellung “Reporting…a revolution (continued)”
12.02.2012 – 19.02.2012 im FREIEN MUSEUM BERLIN

Presseinformation 26. Januar 2012:

Anlässlich der internationalen Premiere des ägyptischen Films von Bassam Mortada ALTHAWRA…KHABAR (Reporting…A revolution) bei den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2012 präsentiert die Al-Masry Media Group im FREIEN MUSEUM BERLIN eine
Fotoausstellung mit eindringlichen Bildern des ägyptischen Aufstands im Januar 2011 und der Zeit danach. Gezeigt werden ca. 60 Arbeiten von 16 jungen ägyptischen Fotoreportern, die für die unabhängige Tageszeitung Al-Masry Al-Youm berichten. Aktuelle Bilder vom 25. Januar 2012 spannen den Bogen zur heutigen Situation. In dem Dokumentarfilm erzählen sechs junge Journalist/innen von den 18 entscheidenden Tagen des Aufbruchs im Herzen des Landes, von ihrer Arbeit, ihren Erlebnissen, ihren Zweifeln, ihren Ideen.
Weil der Protest weiter geht, bringt die Al-Masry Media Group die Arbeiten der 16 Fotoreporter nach Berlin. “Reporting…a revolution
(continued)” wird ergänzt durch Videoreportagen.

Die Ausstellung findet statt im
FREIEN MUSEUM BERLIN, C/O LAWYERS FOR THE ARTS e.V.
Potsdamer Str. 91, 10785 Berlin

Gezeigt werden Fotoarbeiten von Amr Abd Alla, Fouad Elgarnousy, Mohamed El Garnousy, Hazem Abd El Hamid, Ahmed El Masry, Aly El Malky, Mohamed El Shamy, Hossam Fadl, Namir Galal, Ahmed Hayman, Mohamed Hossam El Din, Mohamed Khaled, Mohamed Maarouf, Kismet El Sayed, Tarek Wagih und Mohamed Abdel Wahab.
Zu sehen sind Videoreportagen der unabhängigen Zeitung Al-Masry Al-
Youm, die einschneidende Momente der Revolution und den Sturz
Mubaraks dokumentieren. Online auch auf der Seite ww.almasryalyoum.com/en/video

Die Ausstellung wurde kuratiert von Katia Hermann in Zusammenarbeit
mit Kismet El Sayed. Für diese Ausstellung wird ein Katalog erscheinen (PDF unter Publikationen).

Vorbesichtigung für Presse: Freitag, 10.2.2012, 15h00
Eröffnung der Ausstellung: Samstag, 11.02.2012, 15h00 – 22h00
Gespräch mit dem Fotografen Ahmed Hayman: Sonntag, 12.02.2012,
15h00 – 17h00, im Anschluss Special screening.

PRESS:

http://www.sueddeutsche.de/T5L38P/462749/Die-bandagierten-Gesichter-der-Revolution.html

http://www.tagesspiegel.de/kultur/draufhalten-und-durchhalten/6191566.html

http://www.spiegel.de/international/world/0,1518,816044,00.html

http://www.ad-hoc-news.de/berlinale-zeigt-dokumentarfilm-ueber-revolution-in-aegypten–/de/News/22784965

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/KULTUR/Berlinale-zeigt-Dokumentarfilm-ueber-Revolution-in-Aegypten-artikel7898564.php

http://www.artrabbit.com/uk/events/event/31004/reporting_a_revolution_continued

http://www.net-tribune.de/nt/node/100775/news/Berlinale-zeigt-Dokumentarfilm-ueber-Revolution-in-Aegypten

http://de.nachrichten.yahoo.com/berlinale-zeigt-dokumentarfilm-%C3%BCber-revolution-%C3%A4gypten-191347999.html

http://www.fruehnachrichten.de/nachrichten-kultur/62-internationale-filmfestspiele-in-berlin

http://www.artslant.com/ber/events/show/200351-reporting-a-revolution-continued

http://www.popula.de/veranstaltung/2855601_photo-exhibition-reporting-a-revolution-continued-freies-museum-berlin-berlin

http://www.blindad.de/events/Berlin_reportinga-revolution-continued_170934.php

http://www.zitty.de/veranstaltungen-rund-um-die-berlinale.html

http://artcalendr.com/index.cfm/events/calendar.eventDetail/title_id/6439991868/event/Reporting%20…a%20revolution%20(continued)

http://www.celesteprize.com/eng_artista_news/idu:50043/idn:12541/

http://berlin.art49.com/art49/art49berlin.nsf/0/D90D302C5F6FBB85C12579970057D716?OpenDocument&lang=CH

http://www.creative-city-berlin.de/en/event/reportinga-revolution-continued/

http://www.mmeansmovie.de/forum_8.html

LINK french ITV with Ahmed Hayman:

http://blogs.mediapart.fr/blog/elise-graton/180212/loeil-egyptien

VIDEO (ITV & sequences of the documentary):

http://rvalsecchi.photoshelter.com/page1

Fotografien © Katia Hermann

Print: Ausstellungskatalog Here and now… amnesia, savvy contemporary

PDF-Katalog

http://savvy-contemporary.com/index.php/exhibitions/past

Veröffentlicht von savvy contemporary, Berlin, 2010, 500 Exemplare

zur Ausstellung Here and now… amnesia (siehe unter Menu Ausstellungen)

Publisher: dr. bonaventure soh bejeng ndikung, savvy contemporary
Autoren: dr. bonaventure soh bejeng ndikung, katia hermann, rachida Triki, christine eyene, steffen borgenstein, pamela cohn, frédéric dalléas, bettina wenzel, dr. mark naison, annton beate schmidt, dr. alan richardson-klavehn, dr. björn h. schott
Interviews: katia hermann
Graphic design : www.gonto.de

Translating HipHop – Fotografien von Joe Conzo, HKW Berlin

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Translating HipHop Festival

10.11.2011 – 12.11.2011
Haus der Kulturen der Welt, Berlin
http://hkw.de/de/programm/2011/translating_hip_hop/veranstaltungen_53871/Veranstaltungsdetail_67766.php

Joe Conzo´s Fotografien von 1977-1982 und 2010/2011

Während des Festivals Translating Hip Hop wird zum ersten Mal in Deutschland eine umfassende Auswahl der Arbeiten des Hip Hop-Fotografen der ersten Stunde Joe Conzo präsentiert. Die Fotoinstallation Born in the Bronx bringt den Besucher hautnah heran an Künstler, Orte, Performances und Style – in Gegenüberstellung, damals und heute. Gezeigt werden Arbeiten aus den Jahren 1977 bis 1982 sowie aktuelle Fotografien.

Die Installation besteht aus einer achtminütigen, auf zwei Leinwänden synchronisierten Fotoprojektion. Sie zeigt Straßenszenen der Bronx, Tanzszenen und Konzertauftritte, Gruppenfotos und Aufnahmen von den Cold Crush Brothers und Legenden wie Afrika Bambaataa, Kool Herc, Run DMC, Busy Bee und The Treacherous Three.
Conzos Aufnahmen dokumentieren Hip Hop-Geschichte – von der bekannten battle der Cold Crush Brothers mit den Fantastic Romantic Five im Harlem World 1981 bis zu den Proben des legendären Films „Wild Style“ (1982).
Die aktuellen Fotografien von Joe Conzo zeigen die „Tools of War True School NYC Summer Park Jams“ 2010 und 2011 mit u.a. DJ Grand Wizard Theodor (Erfinder des Scratch), Afrika Bambaataa, DJ Jazzy Jay, Large Professor, Grandmaster Caz, DJ Red Alert und Partygästen wie „Wild Style“- Regisseur Charlie Ahearn. Darüber hinaus sind Aufnahmen von Bboys (Breakdancern) und aktuellen Graffitis von der Tats Cru aus der Bronx und der Hall of Fame in Manhattan zu sehen.
Die Bilder Conzos spannen den Bogen zurück zu den Anfängen der Hip Hop-Kultur in der Bronx, auf die sich MCs in aller Welt immer noch beziehen.

Die Fotoinstallation wird kuratiert von Katia Hermann und unterstützt von der Botschaft der Vereinigten Staaten.

www.joeconzo.com

Print: Die Geschichte eines Hauses 1956-2011/Haus der Jugend Anne Frank, Berlin

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Die Geschichte eines Hauses 1956-2011 / Haus der Jugend Anne Frank, Berlin 

20.06.2011 – 20.08.2011

Thematische Ausstellung über die Geschichte des Haus der Jugend Anne Frank, Berlin von 1956-2011 in der Aula.

Zu diesem Anlass erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Kindern und Jugendlichen, sowie Mitarbeitern des Hauses.

Projektleitung: Hürdem Riethmüller und Katia Hermann

Zusätzlich entsteht ein Dokumentarfilm von Stefanie Trambow.

www.hdj-annefrank.de

Fotografien © Katia Hermann

Here and now…amnesia, Gruppenausstellung, savvy contemporary Berlin

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Here and now…amnesia
14.05.2011-16.06.2011
Savvy contemporary, Berlin

Künstler: Dalila Dalléas Bouzar (http://www.daliladalleas.com/blog/ ), Dominik Lejman (www.dominiklejman.com), Rebecca Loyche (www.rebeccaloyche.com), Maryna Markova (www.marynamarkova.com), Francisco Rozas (www.frozas.com)

Ein interdisziplinärer Ausstellungskatalog (PDF unter Publikationen)wurde veröffentlicht, mit Essays über Gedächtnis/Amnesie aus philosophischer, kunstkritischer, neurobiologischer, historischer und soziologischer Perspective von verschiedenen Autoren.

Kuratiert von Katia Hermann

Fotografien von Katia Hermann, Dalila Dalléas Bouzar, Maryna Markova, Rebecca Loyche und Dominik Lejman.

Katalog erhältlich: www.savvy-contemporary.com

https://savvy-contemporary.com/en/projects/2011/here-and-now-amnesia/

http://savvy-contemporary.com/index.php/exhibitions/past/http://www.berliner.de/events/here-and-now…-amnesia.-vernissage

Pressetext in englisch unter EN

 

Marilyn Monroe -The Last Sitting, Fotografien von Bert Stern von 1962, Schloss Britz Berlin

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Marilyn Monroe-The Last Sitting

Fotografien von Bert Stern von 1962

7.10.2010-31.01.2011
Kulturstiftung Schloss Britz, Berlin

Der international bekannte Starfotograf Bert Stern hatte im Juni 1962, sechs Wochen vor Marilyn Monroes plötzlichem Tod, die einzigartige Gelegenheit, die Hollywoodikone an drei Tagen für das Vogue-Magazin zu fotografieren.

Die Redaktion der Zeitschrift dachte dabei an reine Modefotografie. Der Fotograf realisierte jedoch eine ekstatisch aufgeladene Mischung aus Mode-, Kunst- und Aktfotografie und einer ganz privaten Marilyn. Es entstanden Portraits einer Filmdiva, die nichts mit dem ihr anhaftenden Image der naiven Blonden zu tun haben. Marilyn Monroe war sich ihres Sexappeals bewusst, ging damit in provokativer Freizügigkeit um. Sie überschritt dabei bewusst die Grenze zur Parodie.

Obwohl das Shooting perfekt geplant war, ging es doch in eine unerwartete Richtung. Trotz Schminke, edler Designerkleidung und Accessoires tritt hier die Frau Norma Jeane Baker vor die Schauspielerin Marilyn Monroe. Dieses Ineinanderfließen von Individualität und Image machen die Qualität und Zeitlosigkeit dieser Fotoserie aus, die zu Zeiten des Tiefpunkts ihrer Karriere und in schwierigen Lebensumständen des Stars entstand. Doch niemand konnte damals ahnen, dass dies ihr „Last Sitting” sein würde.

An drei verschiedenen Tagen ließ der Fotograf die Hollywood-Diva in einem künstlich geschaffenen „Raum aus Licht“ posieren. Insgesamt entstanden rund 2700 Mode-, Portrait- und Aktaufnahmen.

Die Kulturstiftung Schloss Britz präsentiert eine Auswahl der Foto-Serie „The Last Sitting” aus der Sammlung Reichelt und Brockmann, in der neben Farb- und Schwarzweißfotos auch Siebdrucke des Künstlers Bert Stern gezeigt werden. Ergänzt wird die Ausstellung durch Archivmaterial und persönliche Gegenstände der Diva aus der Sammlung Peter Schnug (www.marilynmonroe.de). Ein Videobeitrag der amerikanischen Künstlerin Nicole Cohen vermittelt einen Eindruck der privaten Marilyn.

„Es gab viele schöne Frauen seit Marilyn Monroe. Doch wen gibt es mit ihrer Magie? Keine zeigt diese offene Verletzlichkeit (…).“ Bert Stern, aus The Last Sitting

Im Rahmen der Ausstellung bieten Dokumentationen und Spielfilme den Besucherinnen und Besuchern Einblick in das große künstlerische Spektrum der Monroe.

Ausstellungsleitung: Kulturstiftung Schloss Britz, Sonja Kramer
Kuratiert von Katia Hermann

Sammlung Reichelt & Brockmann
Mit Privatgegenständen von MM & archives, Sammlung Peter Schnug
Videoauftrag „Marilyn´s Interiors“ von Nicole Cohen.

Nicole Cohen: www.nicolecohen.org

http://www.berlin.de/ba-neukoelln/presse/archiv/20100927.1120.312135.html

http://artandevents.mediaquell.com/2010/10/11/unvermittelt-und-nahbar-die-letzten-bilder-der-m-m-342/

http://www.weihnachtsmarkt-deutschland.de/2010/berlin-britz-marilyn-monroe.html

Fotografien © Katia Hermann, Nicole Cohen

Phantomschaltung, Gruppenausstellung im Fernmeldeamt Berlin

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Phantomschaltung

Gallery Weekend Berlin 2010
1. Gruppenausstellung mit 14 KünstlerInnen
im ehemaligen Fernmeldeamt Berlin-Mitte, Klosterstr. 44,
vom 30.04.2010 bis 2.05.2010
www.fernmeldeamt.info

Gruppenausstellung mit 14 Künstlern von und nicht aus Berlin, Ausstellung auf 900 m2.

Phantomschaltung

Im ehemaligen Fernmeldeamt Berlin-Mitte, Kosterstrasse 44, werden erstmals unter dem Titel Phantomschaltung Werke von 14 in Berlin lebenden KünstlerInnen auf 900 m2 miteinander in Verbindung treten.

Die KünstlerInnen kommen aus Europa, USA, Russland und Deutschland, arbeiten in Berlin und möchten galerieübergreifend miteinander als Phantomschaltung parallel zum Gallery Weekend Berlin 2010 ausstellen und gemeinsam feiern. Diese Gruppenausstellung soll klassische Darstellungsraster aufbrechen, interdisziplinär gemeinsam wirken und diverse Positionen mit aktuellen Werken von Berliner KünstlerInnen zeigen. Sie soll für diesen historischen Ort eine Premiere für einen zukünftigen Kunstraum darstellen, der hier KünstlerInnen mit einem gemeinsamen Projekt – parallel zum Kunstmarkt – frei präsentieren wird.

Der Begriff Phantomschaltung bezeichnet in der Nachrichtentechnik ein Verfahren zur Erhöhung der Anzahl von Sprechkanälen in Fernkabeln. Dabei werden magnetische Wirkungen aufge-hoben, keine Spannungen induziert und es können z.B. sieben Sprechkanäle gleichzeitig in einem Fernkabel übertragen werden.

Maler, Bildhauer, Video- und Installationskünstler haben sich mit dem Prinzip der Phantom-schaltung inhaltlich auseinandergesetzt. Das Ergebnis wird durch formelle sowie inhaltliche Kriterien zum Thema und Wort Phantomschaltung und deren Assoziationen ein Kommunikations-Netz im Raum bilden. Der Ausstellungsaufbau beruht auf dem Schema einer Phantomschaltung, der mit der Architektur des Ausstellungsraumes Ähnlichkeiten aufweist, und hier im metaphorischen Sinne übertragen wird, um interessante Vernetzungen im Dialog der Werke untereinander zu bilden.

Die Werke des Bildhauers Axel Anklam faszinieren durch elegante Klarheit und schwebende Dynamik. Das besondere Augenmerk des Künstlers gilt der Struktur und der Oberfläche seiner Installationen und Skulpturen, die massiv dicht und gleichzeitig transparent wirken. Fläche und Volumen halten die Balance und verleihen den Werken Anklams starke räumliche Präsenz und außergewöhnliche Leichtigkeit, die die Schwerkraft aufzuheben scheint. Bevorzugt nutzt der Künstler transparente oder opake Materialien: Edelstahlnetze, Epoxyd, Latex. Schimmernde Oberflächen wachsen über geschmiedete Karkassen. Biomorphe Formen treffen auf industrielle Materialien. Jeder Lichtwechsel schafft einen neuen Ausdruck seiner Skulpturen, die sich geisterhaft zu wandeln scheinen. Hier präsentiert er die Edelstahlskulptur Land.

Der junge französische Künstler YGVUPT UMSONST aka Jean-Baptiste Bouvet schafft Videos, Installationen, Zeichnungen und Malerei. Hier zeigt er zwei Installationen. Ygvupt (aus der Serie Fear and Agony) wirft ein effektvolles Schattenspiel, während die zweite Installation mit spiegelverkehrten Text verblüfft. In den Arbeiten von Bouvet überlappen sich ohne Vortritt mehrere Experimente mit Materie, Format, Räumlichkeit und Verschiebung. Die weiße Leinwand ohne Träger, die Farbe, die Zeichnung des Projektes, der Buchstabe, das Volumen, das Papier oder das Video werden reduziert und/oder gruppiert. Die Formen produzieren sich in einer dramatischen oder kuriosen Inszenierung, generisch oder spezifisch. Aus dem langsamen Entstehungsprozess entwickeln sich sehr sinnliche Werke. Sie sind zugleich Fiktion, Erzählung, Portrait, Bild und Architektur.

Die Videoarbeiten der amerikanische Künstlerin Nicole Cohen befassen sich mit der menschlichen Figur im Raum. Gefilmte Personen werden auf einer realen Untergrundfläche – ein kleinformatiges Foto einer Innenarchitektur aus der Vergangenheit – projeziert und treten als durchsichtige Gestalten phantomhaft in dem nun virtuell gewordenen Raum auf, um dort zu agieren. Die geschaffene Bildqualität und Kommunikationsweise spiegelt unsere Zeit wider, jedoch in einem vergangenen Kontext. Nicole Cohen schafft anhand dieser Überlappung eine einzige “Leitung” aus zwei Zeiten im Jetzt. In der Videoarbeit Building Space setzt sich eine junge Frau mit der Umgebung eines Fotos aus einem Innenarchitektur-Magazin aus den 60er Jahren auseinander, während es sich bei Fantasy Space um eine Videoprojektion auf einem Foto einer Innenarchitektur aus den 70er Jahren handelt.

Die französische, aus Algerien stammende Malerin und Bildhauerin Dalila Dalléas zeigt hier ihre Installation Les Pingouins guerriers (die kriegerischen Pinguine). Die Pinguinfigur mit seiner minimalistischen Form von 33 cm Höhe, seinen stilisierten großen Augen und einem touch Humor steht er als stummer, machtloser Zeuge, der aber durch seine simple Präsenz, hier als Gruppe/Armee, ein Ereignis stark beeinträchtigt. Es ist ein Versuch dem étrange/Seltsamen und den étrangers/Fremden mit Humor entgegen zu treten und eine Reflektion über die Funktion des Zeugen anzuregen. Seit fast vier Jahren lässt Dalila Dalléas diese Figuren meist spontan im öffentlichen Raum an verschiedenen Orten in der Welt erscheinen (wie z.B. 2006 in der Tate Modern in London).

Die Malerei von Andrea Damp ist ein überwältigendes, sinnliches Ereignis. Die neue Werkgruppe Déjà-vu / Jamais-vu befasst sich mit der fragmentarischen Wiedergabe vorgefundener Motive, die im malerischen Verfremdungsprozess eine neue Qualität ihrer Les- und Deutbarkeit erhalten. Die für die Arbeiten der Künstlerin charakteristischen Überlagerungen aus transparenter Acryl- und pastoser Ölmalerei werden in diesen Arbeiten durch haptische Schichten opaker Malmasse gleichsam gesperrt und eingebettet, sodass in den wortwörtlichen „Tiefen“ der Kompositionen die Bilder durch einen permutt-schimmernden Schleier an die Oberfläche treten. Räumliche Dimension wie zeitliches Kontinuum finden in dieser Werkgruppe eine besondere Betonung, die sich bis auf die Repräsentation des Motivs auswirkt. Dieses verliert einen Großteil seiner illustrativ, erzählerischen Komponente zu Gunsten eines Seh- und Wahrnehmungsprozesses auf den Spuren des fragmentarisch bruchstückhaften Charakters von Erinnerung und des „nicht erinnern könnens“.

Stefan Heinrich Ebner, Pseudonym s.h.e., stellt zwei seiner Skulpturen der Serie Theoretisch tot vor. Die „Bauwerke“ erinnern an Moleküle oder Kristalle, die „Tentakel“ an Vernetzung, Verdrillung, Verkabelung und erhalten durch das tierische Material Fell eine sinnliche Anziehungskraft. Mit Zerbrechlichkeit und Kraft scheinen sie sich im Raum auszubreiten und wachsen zu wollen. Theoretisch tot, frei im Raum hängend oder stehend entfalten die Fühler des Gebildes und streben nach Ausdehnung. Struktur und Fell wirken wie eine wesenhafte Einheit. Theoretisch tot berührt diese Einheit und verlangt nach der Reflexion über Entwicklung und Wachstum, Entfaltung und Erfüllung, Leben und Tod.

Die Arbeiten des russischen Malers Andreas Golder zeugen von Kraft und Zerbrechlichkeit. Seine Gemälde besitzen eine expressive Kraft und zeigen teilweise geisterhafte Figuren, Ansichten des Todes, die Zerbrechlichkeit des Lebens, Figuren, die in der sich scheinbar bewegenden Farbe verschmelzen. Seine dynamische, meist expressive Pinselführung verleiht den bizarren Szenerien Bewegung, hinterlassen seine körperlichen Spuren, Tropfen, expressiv und surreal. Er malt das Absurde und Groteske im menschlichen Leben, den grotesken Körper, Körperteile, Karikaturen, die Anspielung auf den Tod mit Dramaturgie, Humor und Ästhetik. Golder beschreibt seine Arbeiten als realistisch und abstrakt, physisch und metaphysisch, seine Malerei ist eine andere Weise um Geschichten zu erzählen oder sein Blick auf die Welt zu kommunizieren. Er präsentiert hier drei neue Arbeiten.

Die Werke von Katrin Kampmann sind zugleich Farbexplosionen und subjektive Zeitzeugnisse. Sie changieren zwischen Abstraktion und Figuration, Phantasie-welt und Alltag und werden zu einem Kaleidoskop des Möglichen und Erträumten. Die Farbflecken verbinden das Figürliche mit dem Abstrakten und schaffen Übergänge zwischen den verschiedenen Ebenen. Die Figuren sind auf das Nötigste reduziert und haben teilweise eine geisterhafte Anmutung. Die Szenerien wirken verwirrend, sie sind eine Versuchsanordnung über die verschiedensten Aggregatszustände von Farbe und Form. Für Phantomschaltung wird die Künstlerin Werke präsentieren, die die Kommunikationstechnik von heute andeuten. Handyportraits und das großformatige Werk Geisterfahrer, sowie das Bild Jetzt kennt euch keiner mehr, auf dem eine junge Frau zu sehen ist, die vor ihrem Laptop auf dem Boden liegt, hinter ihr steht eine geisterhafte Camouflage-Figur, die ihre Hand nach der Frau ausstreckt. Alles nur Imagination durch das surfen im Internet, dass eine virtuelle Welt um den „User“ entstehen lässt?

Anna Katharina Mields Installationen und Videoarbeiten befassen sich mit fragmentarischen Momenten des Alltags. Mit immer wieder neuen Materialien und Formen schafft die Künstlerin Installationen, Objekte und Videoarbeiten, die Geschichten von Räumen und Orten erzählen. Dabei entsteht ein narrativer Strang, teils fragmentarisch, teils durch absurde und irritierende Elemente verwirrend. In diesen Momenten scheint die Künstlerin den Betrachter durch ihre Arbeit zu einer ganz eigenen Auseinandersetzung mit der Welt einzuladen. Hier präsentiert sie eine Sound- und Videoinstallation, die sie in Verbindung zur „Phantomschaltung“ geschaffen hat.

Der Maler Daniel Mohr zeigt hier zwei kleinformatige Arbeiten, Der Wanderer und Dem Deutschen Arbeiter sowie eine aktuelle großformatige Arbeit, Das Floss der Medusa. Es sind von der Tradition inspirierte Werke, wie hier nach dem Meisterwerk von Géricault im Louvre. Daniel Mohr arbeitet in seiner Malerei strukturiert mit Wasser- und Ölfarben und schafft sanfte Farbvariationen, Nuancen und Lichteffekte. Wenn der junge Maler es schafft, alle entgegengesetzten Elemente in ein harmonisches Konglomerat zu zwingen, ist er zufrieden. Licht und Schatten vibrieren und interagieren wie Spannungsfelder oder Stromvariationen um zu harmonieren. Seine menschlichen Figuren verschwinden teilweise in der Landschaft, wirken irreal in einer Traumwelt. Seine Farbigkeit, von lockerer Transparenz bis zu opaker Dichte in pastellfarbigen Abstufungen macht Daniel Mohr zu einem Koloristen ganz eigenen Zuschnitts.

Der Maler Christian Sauer hat eine ganz eigene Technik des Papier Collé entwickelt. Von einer Folie, auf welche er Acrylfarbe gießt, malt und spritzt, zieht er die getrocknete Farbhaut ab. Diese so entstehenden farbigen Fetzen sind die Bausteine für seine Gemälde: Aus abstrakten Puzzlesteinen werden gegenständliche Bilder. Mit dieser Technik geht der Maler erfrischend undogmatisch um: in die Farbcollagen wird immer wieder auch mit dem Pinsel eingegriffen, um Details oder Schattierungen anzulegen. Und so schichten sich aus geschnittenen und gerissenen Farbfetzen figurative Elemente. Das ausgestellte Werk Spannungsfelder handelt von Spannungsfeldern oder Gegensatzpaaren innerhalb derer sich das menschliche Dasein abspielt. Themen wie Tod-Geburt, Angst-Freiheit oder Armut-Reichtum stehen sich im Kreis gegenüber. Die Bilder im Bild sind wie auf der Umlaufbahn der Erde drapiert.

Der Bildhauer Willi Tomes stellt Arbeiten aus, die aus dem Blimperium-Zyklus stammen. Durch Kombination, Zerstörung und Transformation werden Alltagsgegen-stände und aussterbende Datei- und Tonträger wie VHS-Videos und Schallplatten zu Skulpturen, Assemblagen, Büsten und Sockeln verarbeitet und umgewandelt. Die so entstehenden überhöhten Charaktere sind Betrachtungen schwindender Existenz von Dingen und Menschen. Ein Memento Mori.

Die aus Barcelona stammende Malerin Gal·la Uriol Jané zeigt eine Gruppe kleinformatiger Ölbilder, die wie verschiedene Stimmen in einem Chor funktionieren. Ob abstrakt oder mit teils figurativen Elementen, jedes Bild stellt eine Frage und spielt damit, wie man Etwas darstellen kann. Ihre Arbeiten setzen sich mit dem Aufbau, dem Sprung zwischen drei und zwei Dimensionen in der Malerei, der künstlichen Natur, dem Basteln und der Formation/Komposition auseinander.

Auch der Maler und Zeichner Jakob Zoche hat eine eigene Technik entwickelt um Zeichnungen am Computer anzufertigen, die trotz Figuration meist eine abstrakte Anmutung haben. Die hochqualitativen Ausdrucke seiner Zeichnungen zeigen Netzwerke, Details der Welt, die anfangen zu flimmern und dem Betrachter Schwindel bereiten. Auf diese Form der Irritation legt es Zoche auch an, wenn er Kabelstrukturen zeichnet wie in der Serie Kabelwerke, bei denen sich die Perspektive durch unlogische Überlagerungen und Brüche selbst ad absurdum führt.
Kuratiert von Katia Hermann in Zusammenarbeit mit Katrin Kampmann

Dank an das Kulturamt Mitte, an das Institut français und an Zocke Imagining

Künstler: Axel Anklam (www.axelanklam.de), Jean-Baptiste Bouvet (www.jeanbaptistebouvet.org), Nicole Cohen (www.nicolecohen.org), Dalila Dalléas (www.himalaika.com), Andrea Damp (www.andreadamp.de), Andreas Golder (www.whitecube.com/artists/andreas_golder/texts/153/ ), Katrin Kampmann (www.katrinkampmann.de), Anna Mields (www.annamields.org), Daniel Mohr (www.kunstmarkt.com/…/mohr_daniel/_…-/show_praesenz… ), S.H.E. (www.stefanheinrichebner.de), Christian Sauer (www.christiansauer.com), Willi Tomes (www.willitomes.com), Ga.la Uriol (www.gal-lauriol.com), Jakob Zoche (www.jakobzoche.com)

Fotografien © Katia Hermann, Frédéric Dalléas, Roman O. Heller (www.armitage.tv)

Wa(h)re Lügen – Original und Fälschung im Dialog, Schloss Britz Berlin

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Wa(h)re Lügen – Original und Fälschung im Dialog
Kulturstiftung Schloss Britz, Berlin
18.10.2008 – 1.02.2009

Präsentiert wurden Originalwerke weltberühmter Künstler wie Marc Chagall, Salvador Dali, Pablo Picasso, Friedensreich Hundertwasser, Otto Mueller, Karl Schmidt-Rottluff, Conrad Felixmüller, Käthe Kollwitz und Otto Dix. Ihnen gegenübergestellt wurden die erstmalig in Berlin gezeigten Fälschungen aus dem LKA-ArchivBaden-Württemberg, die von der bloßen Kopie über die Teilkopie bis hin zur freien Fälschung reichen. Unterschiedliche Fälschungstechniken und wissenschaftliche Erkennungsmethoden werden erklärt und anhand sichergestellter Materialien und Hilfsmitteln aus Fälscherwerkstätten veranschaulicht.

Die Ausstellung „Wa(h)re Lügen – Original und Fälschung im Dialog“ wurde in konzeptioneller Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg, dem Graphikmuseum Pablo Picasso Münster und der Städtischen Galerie Albstadt präsentiert.

Kuratiert von Katia Hermann
Ausstellungsleitung: Sonja Kramer

http://www.berlin.de/ba-neukoelln/presse/archiv/20081009.1530.111277.html

http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/41958

Fotografien © Katia Hermann

Concrete skies/Kiddy phone pics, temporäre Galerie Berlin

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Concrete Skies/Kiddy phone pics

Die Ausstellung präsentiert Luftfotografien des Autobahnnetzes von L.A.von David Miller und Mobiltelefonfotografien von Katia Hermann.
Kiddy phone pics erzählt das Leben von Kleinkindern im Reuter-Kiez in Berlin-Neukölln. Aneinander gereiht und von links nach rechts zu betrachten, erwecken sie Assoziationen und beinhalten Referenzen, die miteinander verbunden ein Narrativ auf filmische Weise mitteilen.

Off-Ausstellung zum Festival Nacht und Nebel in Berlin-Neukölln und zum Monat der Fotografie 2006.

Location: Temporäre Galerie, Berlin-Neukölln, November 2006.

Initiiert und organisiert von Katia Hermann.

 

 

Friedensreich Hundertwasser-aus dem graphischen Werk von 1951 bis 1997, Schloss Britz Berlin

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Friedensreich Hundertwasser – aus dem graphischen Werk von 1951 bis 1997
8.03.2008 -13.07.2008
Kulturstiftung Schloss Britz, Berlin

Die Ausstellung im Schloss Britz präsentierte circa 80 Arbeiten aus dem graphischen Werk Hundertwassers (von 1951 bis 1997), u. a. alle seine zu Lebzeiten erschienenen Portfolios (Sammelwerke) sowie weitere bedeutende Werke, die seine Liebe zum Einmaligen spürbar machen. Dazu zählen die bedeutenden Druckwerke „Die Flucht des Dalai-Lama“ von 1959, „Good morning City“ von 1970, der Entwurf für das Plakat der Olympischen Spiele in München von 1972 sowie sein bekanntes Werk „10.002 nights Homo Humus come va how do you do“ von 1984, das in der beeindruckenden Auflage von 10.002 farblich unterschiedlichen Lithographien/Serigraphien erschien. Neben den Graphiken wurden auch mit Mischtechniken gemalte Bilder sowie Keramiken und Buchausgaben, wie seine bekannte Brockhaus-Enzyklopädie und die Hundertwasser-Bibel, gezeigt.

Kuratiert von Katia Hermann.

http://www.berlin.de/ba-neukoelln/presse/archiv/20080605.1000.102083.html

Fotografien © Katia Hermann

 

Produktionsleitung, Tu parles !? le français…, MAC Lyon/Bruxelles

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Interaktive Ausstellung“Tu parles le français…dans tous ces états“

Musée d’Art Contemporain Lyon (MAC), Frankreich, Dakar, Senegal, Brüssel, Belgien, 2000

Produktion: Intégral Concept-Architekt und Szenograph Philippe Délis, Paris, 1999-2000

Produktionsleitung: Katia Hermann

Die für das Jahr 2000 in Frankreich berufene Organisation Mission 2000 und die Stadt von Lyon feiern im Jahr 2000 die französische Sprache mit der interaktiven Ausstellung „Tu Parles ! ? le français dans tous ses états“. Die große Show zeigt die Vielseitigkeit der Sprache: ihre Geschichte, Geschichten, die Frankophonie und die Kreativität. Die Ausstellung beleuchtet die Töne und Musikalität der Sprache unter einem historischen und kulturellen Standpunkt, im Alltag, in der Kunst sowie auch in der urbanen zeitgenössischen Kultur und bedient sich dabei auch aus dem nationalen historischem Tonarchiv. Die Ausstellung wird gleichzeitig in Lyon, Dakar und Brüssel produziert. In jedem Land präsentiert der Ausstellungsort eine lokale Umsetzung der gemeinsamen Thematik, die der Architekt, Designer und Szenograph Philippe Délis mit seinem Kreativteam Intégral Concept in Paris gestaltet hat.

http://www.cmtra.org/Nos_actions/Lettres_dinformation/445_Le_francais_dans_tous_ses_etats_.html

 

Leitung der Exponate, Französischer Pavillon, Expo 2000 Hannover

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Thematische Ausstellung im Französischen Pavillon auf der Expo 2000 Hannover
Thema: Bewegung,  Mobilität, Transport

Ein auserwähltes Team aus dem Filmbereich mit Szenographen, Architekten und Designern kreierten einen Ausstellungsparcours auf 2000 m2 im Französischen Pavillon auf der Expo 2000 in Hannover. Thema der Expo 2000 war Nachhaltigkeit und Bewegung. Der Parcours im französischen Pavillon startete mit dem Thema Raumfahrt mit einer spektakulären Projektion der  Erde, führte ins Innere unseres Planten mit Vulkanwissenschaft, um dann durch eine Landschaft mit animierten überdimensionalen  3D-Büchern und Kinoleinwand zu führen und in den menschlichen Körper einzudringen. Dort zeigte man Errungenschaften zum Thema Gesundheit und Roboter, und der Parcours endete mit einer Straße mit verschiedenen Modellen von Transportmitteln. Neue Technologien im Jahr 2000 wurden hier präsentiert, der Parcours war hinterlegt mit Musik für jeden Bereich, die Ausstellung war wie eine große Filmkulisse, die französische Erfindungen präsentierte.

Beauftragt von Mission 2000
Produktion: Cap Productions
Szenario: Pierre-Yves Chays
Szenographie: Jacques Bufnoir
Beratender Architekt: Philippe Délis
Museographie/Leitung der Exponate: Katia Hermann

http://www.expo2000.de/expo2000/tn/index.php?tn_ktn_id=1004&lang=2&tn_do_id=100131

Fotografien © Katia Hermann

2. Ausgabe Berlin-Paris: Ein Beispiel für deutsch-französischen Kunst- und Kulturaustausch

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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14 Pariser Galerien sind bis 23. Januar – einige auch etwas länger – in Berliner Galerien zu Gast, später werden sich 13 Berliner Galerien vom 29. Januar bis 6. Februar in Pariser Galerien präsentieren. Die erste Ausgabe von „Berlin-Paris“ im Jahre 2009 ist als großer Erfolg begeistert begrüßt worden, so dass sich die meisten Teilnehmer eine Fortsetzung wünschten und viele neue Anfragen kamen.

Das öffentlich-private Projekt wurde von dem französischen Botschafter in Berlin, Bernard de Montferrand, initiiert, genauer noch: von dem Kunstreferenten Cédric Aurelle, der dynamisch und leidenschaftlich den deutsch-französischen Kulturaustausch vorantreibt.

Die Galerien entscheiden selbst, wen sie einladen und welche Ausstellung gezeigt wird, die Kosten tragen sie ebenfalls selbst. Es werden viele junge Künstler gezeigt, aber auch Werke bekannter Maler der Moderne wie Picabia von der Pariser Galerie 1900-2000 bei Mehdi Chouakri. Der Berliner Galerist sieht in der deutschen Hauptstadt ein Defizit an Galerien, die modern-klassische Kunst zeigen und bietet somit eine museale Ausstellung in seinen Räumlichkeiten an. Die Pariser Galerie Nathalia Obadia stellt Kunst in der Berliner Galerie Esther Schipper aus und die Galerie Carlos Cardenas präsentiert z. B. Werke von Clément Rodzielski bei Chert in Kreuzberg.

Zur Eröffnung in Berlin reisten nicht nur Galeristen, private Sammler und Kunstschaffende an, sondern auch gleich mehrere Freundeskreise von Museen, die auch als Sammlergruppen gelten: vom Musée d’Art Moderne, von dem Verein ADIAF (Schirmherr des Marcel-Duchamp-Preises), von der jungen Stiftung La Fondation La Maison Rouge und aus Deutschland vom Museum Ludwig aus Köln. Das Interesse scheint groß.

In den letzten Jahren hat sich im musealen Paris einiges getan für die zeitgenössische Kunst, neue Institutionen, wie z. B. die Stiftung La Maison Rouge und neue Galerien sind entstanden und ziehen internationale Aufmerksamkeit auf sich. Das Medieninteresse in der Seine-Metropole ist enorm.

Berlin zieht Franzosen an, ob Touristen oder „Neuberliner“, man hört in den letzten fünf Jahren immer häufiger französisch auf den Straßen. Junge Unternehmer öffnen Cafés und Restaurants. Ohnehin beherbergt Berlin eine der größten französische Auslandsgemeinden. Viele Künstler und Kulturschaffende siedeln sich in der deutschen Hauptstadt an, weil diese eine Infrastruktur und ein Ambiente zum kreativen Schaffen bietet wie wenig andere Großstädte.

Die französische Botschaft unterstützt mit dieser kulturellen Aktion daher nicht nur den deutsch-französischen Austausch, sondern auch den Kunstmarkt und somit auch junge Künstler.

Botschafter de Montferrand äußert sich in einem Artikel von Le Monde am 18.01.2010 besonders positiv gegenüber den Künstlern: “Ich habe schon immer geglaubt, dass die zeitgenössische Kunst einer der Schlüssel ist, um die Welt von heute zu verstehen. Es ist für mich, als Botschafter, eine Art mein Netzwerk vielfältiger zu gestalten. Wenn Sie in einem Land leben, haben Sie natürliche Ansprechpartner, politische, wirtschaftliche, aber die Künstler öffnen Ihnen ein ganz anderes Universum, werfen ein neues Licht und ermöglichen Ihnen in die lokale Realität einzutauchen.“

Die lokale Realität hat in Berlin verschiedene Gesichter. Es muss extrem viele alternative Wege in der Kunst geben, um in Berlin und auch woanders existieren zu können. Einen dieser Wege ist z. B. das Projekt „Printemps des Poètes Berlin 09“ gegangen, ein aus Frankreich zum ersten Mal 2009 nach Berlin importiertes Poesie-Festival. Oder die junge französische Dokumentarkünstlerin Estelle Beauvais mit dem „Dasein Projekt“: Kulturschaffende und Künstler werden in Paris und Berlin auf intime Weise in ihren poetischen Filmen gezeigt und vernetzt durch gemeinsame Projekte. Ein vielversprechendes Konzept und Talent, das nicht im Namen einer Institution steht. Filmprojekte, die sich alternativ und frei entwickelt haben allein durch die Motivation der Beteiligten. Um nun wachsen zu können sind sie auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Man könnte sich noch viele dieser Brücken zwischen Paris und Berlin vorstellen; nicht nur mehr und vielfältige Projekte zwischen Institutionen, Museen, Vereinen, Schulen usw. Anstatt auf Initiativen von Institutionen und Antworten für öffentliche Subventionen, die jährlich schrumpfen, zu warten, wäre es schön, das Engagement von privaten Mäzenen und Firmen für mehr Brückenprojekte Berlin-Paris/Paris-Berlin von privaten, jungen Initiatoren zu gewinnen, um das gemeinsame Kunstschaffen und die deutsch-französische Freundschaft zu pflegen.

Katia Hermann

Business Class in Paris: US-Künstlerin Nicole Cohen zeigt neue Arbeiten

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com 2010
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Nach der Ausstellung „Rap Rococo“ 2007 präsentiert die amerikanische in Berlin lebende Künstlerin Nicole Cohen nun „Business Class“ in der Galerie La B.A.N.K in Paris bis 13. Februar 2010. Für diese zweite Ausstellung in ihrer Pariser Galerie erforscht Nicole Cohen den Begriff der funktionellen Psychologie und die Bestimmung einer Ästhetik des Selbst durch die Konzeptualisierung und die Formalisierung des Erscheinens.

In der Galerie La B.A.N.K. sind circa 30 Collagen und ein Video wie eine Filmmontage in den Räumlichkeiten von der Künstlerin gestaltet worden. Die Subjekte der Bilder, Frauen und Männer aus den 50er Jahren, interagieren durch ihren Blick und ihre Posen miteinander und untereinander und schaffen eine fassbare Kinematik, die Erzählung und die phänomenologische Erfahrung beschreibt. Der Effekt wird durch die von der Künstlerin geschriebene und auserwählte Wandtexte unterstrichen. Die für die Collagen benutzten Bilder sind Werbungen aus Magazinen längst vergangener Jahre. Die Personen, gezeichnete Modelle – glamouröse und elegante Geschäftsleute, wie man sie aus klassischen Hollywoodfilmen der 50er kennt – werden in einen raumzeitlichen Rahmen, ins Heute „teleportiert“. Das schwarze gitterartige Papier, das die Künstlerin über die Modelle angebracht hat, umrahmt die Figuren und verschleiert auf eine Art die Lektüre der Werke und den Übergang der Vergangenheit in die Gegenwart.

Das aktuelle Video von Nicole Cohen verfolgt die systemische Interpretation des „in between“. Aus einem Tunnel oder von einer Straße aus in der Nacht gefilmt, flitzen die glitzernden Lichter von Straßenlaternen wie funkelnde Diamanten an uns vorbei, wie der Widerschein der fulminanten Bestimmung und Vorwegnahme, die die Geschäftswelt, die Business Class, scheinbar inspiriert.

Die Künstlerin sieht in ihrer Abstraktion den Erfolg, die grandiosen Ziele und auch die vorübergehenden Ängste in dieser Geschäftwelt. Der Titel „Yard“ eines der Werke bezeichnet in der amerikanischen Umgangssprache eine Milliarde Dollar, eine Summe, die nur für Auserwählte bestimmt ist.

Nicole Cohen arbeitet häufig mit einem Fundus von Bildern aus der Vergangenheit, ob aus Modemagazinen wie hier oder Magazinen für Innenarchitektur und Wohnausstattung. Für ihre Videoinstallationen verwendet sie bis heute meistens Interieurs aus der Vergangenheit, in denen sie gefilmte Menschen aus dem Heute in ein „vergangenes“ statisches Bild, ein kleines Foto eines Interieurs, mit einem Projektor in der angepassten Größe des Interieurs beamt. Die kleinen „echten“ Figuren tanzen und bewegen sich in „fiktiven“ Räumen.

In ihren aktuellen Werken arbeitet sie nun fast umgekehrt: die Menschen der Vergangenheit, hier gezeichnete, statische Modelle aus den 50er Jahren, werden in einem neuen Kontext, mit Text, in die Gegenwart „kontextualisiert“. Eine neue Weise zu arbeiten und eine klug konzipierte Einzelausstellung in der Galerie für zeitgenössische Kunst, La B.A.N.K, nicht weit vom Centre Georges Pompidou im Zentrum von Paris.

2010 wird ein fruchtbares Jahr: Nicole Cohen zeigt eine Soloshow in Los Angeles im Rio Hondo College und wird an mehreren Gruppenausstellungen teilnehmen. Zudem erhält sie ihren ersten Auftrag aus Budapest.

Nicole Cohen zählt schon einige große Ausstellungen in den USA: „French Connection“ (2009), „40-Love“ (2003) und „Fantasy Space & Crystal Ball : Dreamhouse“ (2000) in der Shoshana Wayne Gallery in Kalifornien oder „How to Make Your Windows Beautiful“ (2005) in der Galerie Stephen Stoyanov in New York. Sie war in Gruppenausstellungen in Deutschland, Japan, Norwegen, Südkorea und China vertreten.

point-of-view-talkDrei Einzelausstellungen fanden in Museen statt: „My Vie En Rose“ (2003) im Williams College Museum of Art in Williamstown, Massachusetts, „Please Be Seated“ (2007-2009), eine Videoinstallation, die im Auftrag des J. Paul Getty Museum in Los Angeles geschaffen wurde und die dritte findet erst im Januar 2011 statt: „Circles and Beamers“ im Katzen Art Center Museum in Washington, D.C..

Katia Hermann

„Abschied von gestern“: Katrin Kampmann in Ludwigsburg

Published  on www.artandevents.mediaquell.com 2010
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Noch bis zum 7. Januar zeigt Kunstbetrieb 7 in Ludwigsburg die aktuellen Werke der jungen, in Berlin lebenden Künstlerin Katrin Kampmann, in deren Malerei Abstraktion und Figuration, Reales und Surreales fusionieren. Durch die Farbe und Mehrschichtigkeit entsteht eine Explosion aus der neue und zugleich vertraute Szenerien.

1979 in Bonn geboren, geht Katrin Kampmann, nachdem sie als Kind einige Jahre in Paris gelebt hat, nach Berlin und studiert von 2001 bis 2006 unter Prof. K. H. Hödicke an der Universität der Künste und erhält den ehrenvollen Meisterschülerpreis. Schon kurz darauf wird sie von der Galerie Michael Schultz in Berlin neben bekannten Künstlern wie Cornelia Schleime und damals Norbert Bisky vertreten.

Bereits Ende 2007-2008 hängen ihre Werke in der Kunsthalle Rostock neben zeitgenössischen Werken aus einer der bedeutendsten europäischen Privatsammlungen des niederländischen Sammlerehepaares Knecht. Neben berühmten Zeitgenossen der älteren Generation wie Penck, Baselitz und Lüpertz befinden sich vor allem Arbeiten jüngerer Künstler in der Kollektion.

2008 wurde die Kampmann von Hans Grothe entdeckt, Vater des Bauherrn des Concorde Hotels in Berlin und erfahrener Kunstsammler. Er beauftragt die junge Künstlerin, Werke für das Concorde Hotel zu schaffen. Kaum aus dem Fahrstuhl gestiegen, überwältigen ihre farbigen Großleinwände in der ersten Etage sowie in der Brasserie Le Faubourg. Dort stellt Katrin Kampmanns „Frühstück im Freien“ nicht nur ein historisches Zitat dar, mit dem sie spielt, sondern setzt auch einen überaus farbenfrohen Akzent.

2009 sind ihre Werke unter denen der deutschen Künstler in der Show „Kunstdialog in gemeinsamer Bewegung” im Museum of Art in Wuhan-China vertreten, eine Gruppenausstellung, die vom Goethe Institut und dem Auswärtigen Amt in Wuhan unterstützt wurde. Auch über ihre Einzelausstellung im selben Jahr in der Galerie schultz contemporary, „Die einfache Explosion“, wurde mehrfach berichtet.

In der Malerei von Katrin Kampmann fusionieren Abstraktion und Figuration, Reales und Surreales. Durch die Farbe und Mehrschichtigkeit entsteht eine Explosion, aus der neue und zugleich vertraute Szenerien entstehen.

Katrin Kampmann malt, was sie umgibt. Freunde, bekannte oder imaginäre Personen nach fotografischen Bildern. Auf den großformatigen Leinwänden herrscht eine gewisse Spannung, Heftigkeit und Emotionalität und eine wahrhaftige Farbexplosion. Leuchtende Farbflächen und Farbkleckse prallen auf die figurativen Darstellungen des Alltags. Ihr dynamischer Gestus kontrastiert mit den teilweise perfekt geformten Farbflecken, die die Flächen übersäen. Die malerisch reduzierten und verfremdeten Gestalten oder Silhouetten schimmern durch tapetenartige Muster, bewegen sich auf, vor oder hinter verschiedenen Flecken. Vordergrund und Hintergrund, Personen, Gegenstände, Farbflächen und Kleckse fließen ineinander und durcheinander. Ein zuerst wild wirkendes, doch hochrangig organisiertes System. Werke, die immer wieder ein optisches Erlebnis sind und den Betrachtern die Freiheit geben eigene Assoziationsketten zu finden.

Die junge Malerin kombiniert meisterhaft die unterschiedlichsten Maltechniken zu einem perfekt arrangierten Ensemble. Ihre expressive Malerei mit dem Pinsel wird durch die überlagernden Drucke zu einer Art Ordnung aufgerufen. Ob Tusche, Acryl oder Öl, sie trägt die Farbe mit dem Pinsel auf, schüttet, drippt oder sprüht. Ob horizontal auf dem Boden oder vertikal an der Wand, der permanente Wechsel der verschiedenen Techniken erfordert einen harten Körpereinsatz bei der Anfertigung der großformatigen Leinwände.

„Der Zufall spielt bei meiner Arbeit schon eine gewisse Rolle. Er gibt mir die Möglichkeit, mich immer wieder zu hinterfragen“, sagt die Malerin.

Und Schnelligkeit ist bei ihren Techniken ebenfalls gefragt. Oft muss sie schnell eingreifen, noch bevor die Farbe trocknet, und das heißt geschickt agieren mit den unvorhersehbaren Formen und Strukturen, die z. B. durch die Drucktechnik entstehen.

In der Ausstellung „Abschied von gestern“ werden 15 aktuelle Werke gezeigt, die in den hellen, großen Galerieräumen des Kunstbetriebs 7 hervorragend zur Geltung kommen. Anhand von Schablonen stellt die Künstlerin in ihren jüngsten Gemälden Klone anderer Flecken her und kann sie unendlich wiederholen. Dadurch erhalten die Flecken etwas Künstliches, Technisches, Perfektes und stellen neben dem Gestus ihrer expressiven Malerei Kontrolle und Synthetik dar. Sie thematisiert in ihren jüngsten Werken die Omnipräsenz der Bilder in unserer Gesellschaft anhand von Motiven wie Laptop, TV und Handybildschirm. Die Perfektion der modernen Technik prallt auf die menschliche Unperfektion.

In „Persönliche Motive“ etwa steht auf der linken Hälfte des Bildes eine Frau. Der fleckige Boden, der als Diagonale die untere Bildhälfte einnimmt, gibt den sonst eher flächigen Bildern hier eine Tiefe. Die Frau posiert dem Betrachter zugewandt in einer Kampfgeste, die Faust nach vorne. Mit ihrem Look und der Umhängetasche wirkt sie jung mit dynamischem, fast aggressivem Gestus. In der Mitte des Gemäldes „explodiert“ ein Farbfleck, wie ein Feuerwerkskörper, den die Frau zu uns wirft. Eines der kraftvollsten Werke dieser beeindruckenden Einzelausstellung.

Katia Hermann

Einzelausstellung Ulrike Bolenz, APE London

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First time in London
Einzelausstellung von Ulrike Bolenz

1.10.1998 – 8.10.1998
Die deutsche Künstlerin Ulrike Bolenz präsentiert ihre neuen Werke aus Mischtechniken in der Foreign Press Association in London.

Initiiert und kuratiert von Katia Hermann

Foreign press association London
11 Carlton House Terrace
London SW 1Y 5AJ

Von L.A. nach Berlin: Marisa Mandler in der Galerie Wohnmaschine in Berlin

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com 2009
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Die junge, aus L.A. stammende Künstlerin Marisa Mandler stellt noch bis zum 19. Dezember 2009 erstmals in einer Einzelausstellung mit dem Titel „Dear Orpheus“ in der Galerie Wohnmaschine aus. Art and Events-Autorin Katia Hermann hat Marisa Mandler zu einem Gespräch getroffen.

Die Galerie präsentiert zwei Arbeiten, das Werk The Moment Between und February 26 von 2009. Es handelt sich beim ersten um eine menschengroße Installation im Raum, die aus mehreren dünnen Membranen und weißer Keramik angefertigt wurde. Diese lehnen an der Wand, biegen sich zu ihr mit einer Oberfläche, die hauchdünn, teilweise brüchig und lichtdurchlässig ist. Das Werk erweckt das Gefühl eines Schwebezustandes, fragil und verletzbar überrascht die Installation als standfest.

Die Künstlerin Marisa Mandler setzt sich hier mit einem ganz bestimmten Moment der mythologischen Geschichte von Orpheus auseinander: Der Augenblick kurz bevor Orpheus sich nach seiner Braut umschaut, in dem alles in der Schwebe, aber alles noch zu retten ist – ein Moment des Umbruchs, in dem ein erfülltes Leben oder auch der Beginn des Untergangs für Orpheus möglich sein wird. Dieser Spannung des Moments und dessen Energie, die in wenigen Sekunden enthalten sind, versucht Mandler durch ihr Werk The Moment Between auf eine poetische Art Gestalt zu geben.

Für die Zeichnung February 26 hat die junge Künstlerin einen vollen Tag lang 26 Sekunden lange Tonsequenzen aus ihrem Alltag aufgenommen. Der Berliner Straßenlärm oder Gespräche der Kunden im Café wurden als Audiodatei mit Hilfe eines Musikprogramms in eine grafische Darstellung am Computer in Amplituden umgewandelt, anschließend auf Papier projiziert und in eine filigrane Tuschezeichnung durch Mandler umgesetzt. Die zarten Linien zeigen Variationen von Lärm und Stille, die Resonanz und Schwingungen von Ereignissen, die wie eine Aufnahme deren Intensität wirken. Wie für The Moment Between hat Marisa Mandler auch hier das Ereignis poetisch umsetzten können.

Art and Events-Autorin Katia Hermann traf Marisa in einem Café in Berlin-Kreuzberg für ein Gespräch am 8.12.2009.

INTERVIEW

Marisa, seit wann lebst Du in Berlin?

Ich bin nach meinem Abschluss 2008 angekommen. Ich kam aus Neugierde und dem Bedürfnis L.A, aus persönlichen Gründen zu verlassen. Mein Bekannter, der Fotograf Charly White, gab mir die Nummer von Friedrich Loock von der Galerie Wohnmaschine in Berlin , ich rief ihn an, wir trafen uns und er half mir, mich hier zurecht zu finden. Später beantragten wir das Stipendium des Willert-Studioprogramms Berlins und nun stelle ich bei der Wohnmaschine aus.

Welchen Eindruck hast Du von Berlin?

Es ist eine unglaublich offene Stadt. Sie hat mich toll empfangen und ich fühle mich hier so frei wie noch nie zuvor.

Dear Orpheus ist deine erste Ausstellung in Europa. Der Titel weist auf die berühmte Mythologie des Orpheus hin. Inwiefern wird deine Arbeit durch Literatur beeinflusst?

Ich lese gerne mythogische Sagen aber auch gerne Theaterstücke.
Ich interessiere mich für die narrative Struktur und dessen De- und Rekontextualisierung. Ich bin sehr prozessorientiert und beobachte gerne Veränderungen. Erfahrungen, die in einem bestimmten Kontext existieren um anschließend in anderen Kontexten weiterzuleben und einen anderen Sinn erhalten. Das versuche ich in meinen Werken zu verarbeiten.

Deine Arbeit February 26th verarbeitet zeichnerisch den Ton, inwiefern bist Du an Ton interessiert ? Inwiefern spielt Zeichnung in deinen Arbeiten eine Rolle?

Ton ist für mich Resonanz. Die Idee von Schwingungen und Wellen, die unseren menschlichen Sinnen überlegen sind, weil sie zeitlich andauern, wenn sie für uns gar nicht mehr wahrnehmbar sind, fasziniert mich. Sie umgeben und beeinflussen unser Leben, auch wenn wir sie gar nicht bewusst wahrnehmen.
Ich habe Malerei studiert und schon früh viel gezeichnet. Auch wenn ich konzeptuell arbeite, wie für meine Installationen, brauche ich den körperlichen Einsatz und würde ungern herstellen lassen. Der Prozess interessiert mich und auch der meiner physischen Implikation für die Herstellung meiner Arbeiten.

Marisa, Du gehst 2010 in die USA zurück für ein „artist in residence“ an der Skowhegan School of painting and Drawing in Maine, verlässt Du Berlin?

Nein, ich gehe nur für den Sommer 2010, ich möchte auf keinen Fall Berlin verlassen. Es geschehen so tolle Dinge hier für mich, auf der persönlichen und der professionellen Ebene. Ich muss nur noch einen Job finden, dann ist alles super. Ich würde gerne wieder lehren, mal schauen. Erstmal werde ich Deutschunterricht nehmen.

Marisa Mandler (*1980 in Los Angeles) hat an der New York University in New York und an der University of Southern California in Los Angeles Kunst studiert, wo sie 2008 ihren Master in Fine Arts absolviert hat. 2010 ist sie „artist in residence“ an der Skowhegan School of Painting and Drawing in Maine, USA.

Untertitel deutsch-franz. für Dasein Projekt, 2009-2011


DASEIN PROJEKT
Untertitel deuusch und französisch
Filme von Estelle Beauvais/Dasein Projekt 2009-2011:

A POEM SPACE IN BERLIN
52 min. Berlin. 2009
url : http://www.dasein-projekt.com/dasein-projekt/APOEMSPACEINBERLIN.html
photos http://www.flickr.com/photos/daseinprojekt/sets/72157624139481055/
players https://vimeo.com/album/106678

NO ART NO STREET
url : http://www.dasein-projekt.com/dasein-projekt/NOARTNOSTREET.html
photos : http://www.flickr.com/photos/daseinprojekt/sets/72157624114171681/

NO ART NO STREET – Teaser 1
2’02 min. Berlin. 2009
player https://vimeo.com/8182211

NO ART NO STREET – Teaser 2
2’40 min. Berlin. 2010
player https://vimeo.com/12613881

NO ART NO STREET – akt 1
17 min. Berlin + Montreuil. 2011.
player https://vimeo.com/26801747

Kunst und Kalter Krieg im Deutschen Historischen Museum Berlin

Published on www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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Die Ausstellung „Kunst und Kalter Krieg – Deutsche Positionen 1945-1989″ startete am symbolischen Tag, dem 3. Oktober 2009, und zeigt bis zum 10. Januar 2010 auf rund 1.500 m2 in dem Gebäude von I. M. Pei des Deutschen Historischen Museums 375 Kunstwerke von mehr als 120 Künstlern. 20 Jahre nach dem Mauerfall kann man eine Auswahl deutscher Kunst, die seit dem Kriegsende in Ost- und Westdeutschland entstand, in dieser thematischen Gruppenausstellung neu entdecken. Einige Werke kennt man vielleicht schon aus verschiedenen Museumssammlungen oder aus der Ausstellung „Kunst in der DDR“ in der Nationalgalerie in Berlin.

Die Kuratoren, Stephanie Barron vom Los Angeles County Museum of Art und Eckhart Gillen, Kulturprojekte Berlin, präsentieren nach den Stationen Los Angeles und Nürnberg in Berlin eine neue Version der Ausstellung „Kunst und Kalter Krieg“. Die Berliner Variante präsentiert noch zusätzliche Werke. Gemeinsam sollen sie zeigen, wie Künstler aus Ost- und Westdeutschland im aufgeladenen Spannungsfeld der ideologischen Systemgegensätze in Ost und West eine vielschichtige und eigenständige politische Ikonografie entwickelt haben. Eckhart Gillen äußerte: „Die verschiedenen Formen der Kunst transportieren mentale, kulturelle und politische Inhalte, ohne sie im Sinne politischer Botschaften zu instrumentalisieren. Indem die Bilder aus vier Jahrzehnten deutscher Nachkriegskunst in ihrer Vielfalt und in ihrer Gestaltungskraft in unsere Wahrnehmung rücken, entsteht eine neue Perspektive auf die geteilte Nachkriegsgeschichte.“

Stunde Null, 1945-49

Der Rundgang gliedert sich in vier Zeitabschnitte und beginnt mit der Stunde Null, 1945, und mit der Frage nach Kontinuität oder Neubeginn. Mit Werken von Karl Hofer und Hannah Höch beginnt man den Rundgang im ersten Saal; sie zeigen Menschen gruppiert in Szenen von Totentänzen und trauernden Frauen. Schwarzweiß-Fotos von Richard Peter sen., die 6er Serie „Dresden nach der Bombardierung vom 13/14. Februar 1945“, zeigen Bombenopfer und ihre Accessoires in den Trümmern von Dresden. Werke der Abstraktion aus der Schule der Bauhaus-Moderne werden mit figurativen Werken konfrontiert. Heinz Trökes Ölgemälde „Zwischen den Blöcken“ von 1947, eine im surrealistischen Stil dargestellte Szene schwebender Elemente zwischen zwei Mauer-Blöcken, ist vielleicht die erste Anspielung auf das, was noch kommen wird. Die Bronzeskulptur „Der Befreite“ von Georg Kolbe von 1945 sitzt nackt auf einem Stein und vergräbt sein Gesicht tief in seinen Händen – wohl befreit, doch trauernd, bedrückt und verängstigt sitzt er da und erinnert an den „Denker“ von Auguste Rodin, nur ist es hier eine zusammengebrochene Gestalt. In ihr spiegelt Kolbe die Erschütterung der Deutschen nach dem Kriegsende wider.

Streit um das Menschenbild in den 50er Jahren

Der Held der Zukunft ist das Sujet des Sozialistischen Realismus im Osten, während die informelle Malerei im Westen Ausdruck des befreiten Subjekts sein will. Denkmalwettbewerbe konkurrieren um die Aufmerksamkeit der Zeitgenossen. Siegesdenkmal in Ostberlin, das Buchenwald-Ehrenmal mit der Skulpturengruppe von Fritz Cremer in der DDR, das geplante Denkmal des unbekannten politischen Gefangenen in Westberlin…

Zeitgenossenschaft: 1960 bis 1979

Die Erweiterung des Kunstbegriffs und der künstlerische Gebrauch der neuen Medien stehen unter dem Begriff Zeitgenossenschaft. In diesen Jahren beginnt zugleich die historische und künstlerische Aufarbeitung des Nationalsozialismus sowie die Radikalisierung verschiedener politischer Gruppen und Künstlergruppen. Der Kapitalistische Realismus, inspiriert durch die amerikanische Pop Art, wird die Kunst des Wirtschaftswunders. Fluxus, Happening, Performance und Neue Medien erweitern den Kunstbegriff. Hier sind bedeutende Werke von Beuys, Uecker mit der Gruppe Zero, Vostell, Polke und Nam June Paik – seine Installation „Kuba“ von 1963, ein Fernsehgerät der Marke „Kuba“ – zu sehen. Sigmar Polke baut 1967 das Objekt „Kartoffelhaus“, ein bissiger Kommentar auf die Welt des westdeutschen Kleinbürgers der Wirtschaftswunderjahre, für den Eigenheim und gefüllter Vorratskeller überwichtig scheinen. Eine Kritik und Warnung des Künstlers, dass durch die Konsumfreude der Blick auf die Geschichte verloren geht.

Wolf Vostells Bild „B-52 (Lippenstiftbomber)“ von 1968 ist eine Kritik an der amerikanischen Regierung, die nach Vostells Meinung lieber Lippenstifte über Nord-Vietnam abwerfen sollte, als das Land zu bombardieren. Jörg Immendorff verurteilt Volf Wostells Position als westlichen Kultur-Imperialismus in seinem großformatigen Gemälde „Deutsche Künstler=Vostell“ von 1975, in dem er Vostell mit seinem Happening-Manifest in der Hand fliegend porträtiert. Immendorff ironisiert den Einfluss auf die Künstler seines ehemaligen Lehrers Beuys in seinem Ölgemälde „Beuysland“ und verurteilt die aus seiner Sicht korrumpierte Gesellschaft in seiner „Lidl“-Serie. In seinem berühmten Gemälde „Café Deutschland“ von 1977/78 dokumentiert er unter anderem seine Freundschaft zu dem bis 1980 in der DDR lebenden Künstler A. R. Penck, mit dem er in den 70er Jahren trotz des geteilten Deutschlands eine künstlerische Partnerschaft begann.

Weiterhin zu sehen sind Werke von Georg Baselitz („Bild für die Väter“, 1965), Thomas Bayrle („Nürnberger Orgie“, 1966), Markus Lüpertz („Dithyramb“, 1964), Gerhard Richter („Onkel Rudi“, 1965) oder Wolf Vostell („Auschwitz-Scheinwerfer 568“, 1958), denen das oft leidenschaftliche Bemühen um Aufklärung, Erinnerung und Anklage gemeinsam ist. Und ein solches Engagement wurde noch bis in die 80er Jahre fortgeschrieben, wie etwa die Bilder von so unterschiedlichen Künstlern wie Anselm Kiefer („Varus“, 1980), Olaf Metzel („Türkenwohnung. Abstand 12 000 DM VB“, 1982) oder Albert Oehlen („Führerhauptquartier“, 1984) erkennen lassen.

Die Installation von Raffael Rheinsberg „Hand und Fuß“ von 1980 mit 350 aufgereihten schwarzen Schuhen und Handschuhen, die er im Niemandsland der Berliner Mauer, nahe des Anhalter Bahnhofs, fand, stammen aus einem Zwangsarbeiterlager der NS-Zeit. Die Installation erhält durch das Licht der Installation von Wolf Vostells „Ausschwitz-Scheinwerfer 560“ von 1958 eine noch dramatischere Dimension. Die Gestaltung ist hier gut gelungen und Bernhard Heisigs bekanntes Ölbild „Unterm Hakenkreuz“ von 1973 hängt auch nicht weit entfernt.

1980-1989: Wahnzimmer Deutschland und Trauma der Vergangenheit

Das Werk von Lutz Dammbeck, „Nibelungen“ von 1986-1988 zieht hier das Auge des Besuchers besonders an. Der Künstler näht hier Bilder der Gesichtshälften von Baader und Ensslin mit Bildern von Werken vom NS-Bildhauer Arno Breker zusammen. Der Titel ist eine direkte Anspielung auf Hitlers Bewunderung für Richard Wagners „Ring der Nibelungen“.

Volker Stelzmann aus Dresden gibt eine Hommage an Rudi Dutschke mit seinem düsteren Ölbild „Für R. D.“ von 1981/82. Es zeigt Rudi Dutschke, der sich auf eine Badewanne stützt, Kopf nach unten gesenkt, eine direkte Anspielung auf seinen tragischen Tod. Georg Herold aus Jena überrascht mit seiner Installation „Laokoon“ von 1984, die aus einem alten Staubsauger und einem Audio-Band besteht, das die Rede von Hitler und Ulbricht über entartete Kunst von 1937 wiedergibt. Der Künstler war in der DDR inhaftiert, bevor seine Ausreise in den Westen 1973 genehmigt wurde.

Die Installation von Hans Haake, „Weite und Vielfalt der Brigade Ludwig“ von 1984 besteht aus zwei großformatigen Ölbildern, die über Eck durch ein Imitat der Berliner Mauer getrennt werden. Es ist mit das eindeutigste Werk der Ausstellung. Auf dem links hängenden Ölbild im sozialrealistischen Stil ist der Industrielle und Kunstmäzen Peter Ludwig mit Familie als Schokoladen-Patissier abgebildet. Das rechts von der Mauer hängende Gemälde zeigt eine Szene im Stil der westlichen Werbung für Trumpf-Schokolade, ein Produkt des Industriellen.

Im Ganzen stellt die Ausstellung eine beeindruckende, in ihrer Intensität und Dichte einzigartige Einführung in über 40 Jahre deutsch-deutsche Kunstgeschichte dar. Dass man die Ausstellung gleichwohl etwas unbefriedigt verlassen kann, liegt an der „Unterbelichtung“ des Kalten Krieges. Denn was hier unter dem Titel der Ausstellung geboten wird, ist vor allem eine Geschichte der deutschen Teilung und ihrer Verarbeitung in der Kunst. Die Erscheinungsformen des Kalten Krieges in der Kunst der beiden deutschen Staaten erhalten dafür weitere Aufmerksamkeit im Katalog der Ausstellung. Das Rahmenprogramm mit Filmvorführungen und Führungen durch „Kunst und Kalter Krieg – Deutsche Positionen 1945-89“ mit renommierten Künstlern ist vielversprechend.

Katia Hermann

Ulrike Bolenz zwischen Fotografie und Malerei auf der Berliner Liste 2009

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com 2009
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Die Kunstmesse Berliner Liste 2009 gilt als experimenteller Ort für junge Galerien und aktuelle Kunst. Dieses Jahr werden auf vier Etagen 60 Galerien aus 14 Ländern in einer entspannten Atmosphäre im Palais am Tiergarten vorgestellt. Im Focus steht die osteuropäische Kunstszene sowie Spanien, die Hälfte der ausstellenden Galerien stammen jedoch aus Deutschland, so auch die Marburger Galerie Michael W. Schmalfuss.

Bei Michael W. Schmalfuss werden Werke der deutschen, in Belgien lebenden Künstlerin Ulrike Bolenz präsentiert. 1958 geboren, studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste in Kassel bei Professor Manfred Bluth und Professor Tom Gramse. Seit 1994 stellt sie mehrmals im Jahr an verschiedenen Orten in Europa aus und erhielt zahlreiche Preise. Sie ist nun zum ersten Mal auf einer Berliner Kunstmesse zu sehen.

Die Figur Mensch im Fokus

Ulrike Bolenz entwickelt seit Jahren eine einmalige Technik, die untrennbar von ihren Themen und Motiven wird. Ein fotografischen Moment – ein Videostill von einem Video – vom Menschen, ein Akt, Moment des Gestus wird zum Ausgangspunkt eines Werkes. Das Negativ wird teilweise bearbeitet. Der Abzug und die Vergrößerung in die Menschensgröße auf Plexiglas, Acrylfolien oder Platten ermöglichen ihr eine Arbeit mit Schichten, Überlappungen, ein Spiel mit Transparenz, Kontrast, Schatten und Licht. Die mit Pinsel aufgetragene Acrylfarbe akzentuiert Konturen, fügt Farbflächen hinzu und setzt eine „fassbare“ Materie auf den teilweise plastischen Hintergrund. Mit Kohle zeichnet Ulrike Bolenz Linien, erweitert oder verdoppelt die Figur Mensch. Das Ganze ergibt Figurationen, Bilder von Bildern, geschichtete, überlappte Silhouetten, Verwischungen, komplette oder Teil-Transparenzen, diffuses oder gespiegeltes Licht und ein neuer Raum entsteht.

Der Mensch wird nackt ohne Zeichen oder Attribute dargestellt. Der Mensch pur als Frau oder Mann. Zeitlos, eigentlich ohne Individualität, in einer digitalen Struktur, ein Netz von Pinsel- und Kohlestrichen eingefangen. Ulrike Bolenz schafft es, das menschliche Bild – die Kreatur – in seiner Essenz zu erfassen. Fortschreitend trotz seiner Verletzbarkeit als „Versuchskaninchen oder Testperson“, wirkt er resistent und scheint zwischen Räumlichkeiten zu „schweben“. Der bekannte belgische Autor, Philosoph und Kurator Willem Elias erwähnt in seinem Buch „Aspects of Belgian art after 1945 Part II“ einen wichtigen Aspekt von Bolenz menschlicher Figur: „What is true is that Bolenz does not abuse the nude to make the erotic explicit. In any case, this fits her style, in which she tries to be as expressive as possible, without becoming expressionist.“

Die Arbeit der Künstlerin ist äußerst rigoros und basiert auf einer einmaligen Technik, die sie meisterhaft beherrscht und von ihren Themen nicht mehr zu trennen ist: ihre Werke befragen immer wieder die Identität des Menschen, gefangen in unserer wissenschaftlich orientierten Gesellschaft, gefangen in künstlichen Räumen. Ihre Arbeiten, die drei Themen immer wiederbeleben, ziehen den Blick und das Bewusstsein des Betrachters interrogativ an und erweisen sich als wahres Gegenüber.

Die Themen

In den „Cloning“-Arbeiten (meist mit der Figur einer Frau), verweist die Doppelung der menschlichen Figur auf die genetische Manipulation, die mögliche“ Zucht“ des Menschen. Die Fläche wird mit biochemischen Chiffre bearbeitet. Die unheimliche und bedrohliche Metaphorik wird durch das präsente und scheinbar selbstsichere Auftreten der Figur etwas gemildert. Die rötlichen Töne verweisen auf Fleisch und Blut.

In den „Durchbrochenen Räumen/Kämpfenden“ versuchen die Figuren aus dem festgelegten Raum, sich durch körperliche Kraft zu wehren und hinter den Acrylplatten auszubrechen. Die Körpereruptionen fügen der Komposition eine interessante Dynamik hinzu. Der Ausdruck des Kampfes, Angriffs oder der „Notwehr“ ist perfekt festgehalten und der abgebildete Mensch schafft es teilweise auch die Platten zu sprengen.

Die wiederkehrenden „Ikarus“-Arbeiten thematisieren den fallenden Menschen. Mit angedeuteten Flügeln oder ohne fliegen sie meist in der Froschperspektive auf den Betrachter zu. Hier, auf der Berliner Liste, stellt sie zwei Werke dieser Serie aus, eine besonders „zarte“ dreidimensionale Installation aus gegossenem Polyethylen, bei der sie einen Flügel nur leicht suggeriert. Dieses Werk zieht die Besucher bei der Eröffnung ganz besonders an und zwingt, wie so oft bei ihren Installationen, den Besucher sich im Raum selbst zu bewegen.

Seit 2008/2009 dringt in den Werken von Ulrike Bolenz die Zeichnung wieder mehr in den Vordergrund. Der Mensch wird neben dem fotografischen Abbild mit Kohle skizziert. Dadurch entsteht eine stärkere Auseinandersetzung zwischen zwei nebeneinandergestellten Ausdrucksformen und zwischen den zwei Gestalten, die sich durch ihr Erscheinungsbild differenzieren.

Ein junges Werk unter den „Kämpfenden“ verrät das Verlangen zur Farbe und zum Pinsel. Die Vereinigung von Fotografie und Malerei, vom Menschen und der heutigen Gesellschaft ist das Anliegen von Ulrike Bolenz, die im kommenden Jahr in Gruppenausstellungen in

Belgien und Frankreich neben Werken bedeutender Künstler wie Marie-Jo Lafontaine, Christian Boltanski und Anselm Kiefer zu sehen sein wird.

Bis zum 27.09.2009 noch auf der Berliner Liste zu sehen.

Katia Hermann

Afrika in Berlin: Ethnologisches Museum zeigt neue und alte Schätze

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com 2009

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Das Ethnologische Museum in Berlin besitzt mit 500 000 Objekten aus der ganzen Welt, darunter circa 75 000 Objekte afrikanischer Kunst, eine bedeutende Sammlung von Weltrang. Die Mehrzahl der Schätze befindet sich im Magazin und nur ein Bruchteil der Bestände kann dem Besucher präsentiert werden. Dies soll sich in Zukunft ändern.

Vier neue Themenbereiche

Seit dem 3. September 2009 hat die Afrika-Abteilung vier neue Themenbereiche.

„Benin, Die Geschichte eines westafrikanischen Königreichs“ zeigt höfische Kunstobjekte aus dem Königreich Benin, heute Nigeria, aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, die das letzte Mal vor dem 2. Weltkrieg präsentiert wurden. Sie gehören zu den größten und bedeutendsten Sammlungen weltweit.

Der Bereich „Bamum. Tradition und Innovation im Kameruner Grasland“ zeigt neben berühmten Objekten, wie dem perlenbestickten Thron aus Bamum, der als Geschenk an Kaiser Wilhelm 1908 nach Berlin kam, ebenfalls noch nie ausgestellte Objekte, die einen Einblick in die Kultur Bamums während der Kolonialzeit geben sollen.

Neben diesen zwei neuen historischen Teilen der Afrika-Sammlung überrascht das Museum mit Neuerwerbungen der zeitgenössischen afrikanischen Kunst. Es handelt sich um Fotografien der südafrikanischen, international bekannten Künstler Pieter Hugo und Nontsikelelo Veleko. Die farbigen Ganzkörperportraits der 1977 in Johannesburg geborenen Künstlerin Veleko tourten schon rund um die Welt und werden im November auch auf der bekannten Fotomesse „Paris Photo“ in Paris zu sehen sein. Die Farb- und Schwarzweißfotos der Hyänenmänner, Gaukler oder Medizinmänner des 1976 geborenen Fotografen Pieter Hugo werden in Galerien in den USA, der Schweiz und in Südafrika gehandelt, und wurden teilweise als Buchbände z. B. im Prestel Verlag veröffentlicht.

„Afrika in Berlin“ zeigt eine beeindruckende Ijele-Maske der Igbo-Kultur aus Nigeria, die von Anayo Nwobodo über den Verein Ikuku Berlin für Berlin als Leihgabe geschaffen wurde. Die meterhohe, farbenreiche Maske kommt nur zu außergewöhnlichen Festen im Südosten Nigerias zum Tanzen. Sie steht in Dahlem als Zeichen des kulturellen Austausches zwischen Nigeria und Berlin.

Die Bereicherung der Sammlung in Dahlem mit zeitgenössischer afrikanischer Kunst dient nicht nur zur historischen Betrachtung Afrikas in der Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert, die nicht auszuschließen ist, wie es im Pressetext steht; sie ist eine Erweiterung der Kunstsammlung, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Diese neuen Themenbereiche der Afrika-Ausstellung stehen im Zusammenhang mit konzeptionellen Überlegungen zur Präsentation Afrikas im Humboldt-Forum des 2015 geplanten Berliner Stadtschloss nahe der Museumsinsel.

Die historischen Sammlungen sollen aus der Enge einer ethnografischen Betrachtung befreit werden und in einem neuen Umfeld auch als Zeugen einer geschichtlichen Entwicklung dienen.


Das Pariser Modell

Die Franzosen haben schon vor längerer Zeit eine Umgestaltung ihrer Sammlungen in Angriff genommen, eine Initiative des ehemaligen Staatspräsidenten Jacques Chirac. Das Pariser ethnologische Museum „Musée de l´Homme“ am Trocadéro wurde vorerst geschlossen. Definitiv wurde das „Musée National des Arts d´Afrique et d´Océanie“ im 12. Arrondissement von Paris geschlossen und im selben Gebäude die „Cité nationale de l’histoire de l’immigration“ (zur Geschichte der Immigration) eröffnet.

Die Pariser Kunstsammlungen der Zivilisationen Afrikas, Ozeaniens, Asiens und der nichtabendländischen Zivilisationen Nord- und Südamerikas wurden 2006 in einem modernen Bau des Star-Architekten Jean Nouvel neu zusammengeführt.

Dort, am Quai Branly, nicht weit vom Eiffelturm, erfuhren die historischen Gebrauchsgegenstände und Handwerke die Anerkennung als Kunstwerke, die ohne inhaltliche Beschränkung und mit möglichst wenigen Kommentierungen gezeigt werden sollten. Ein Präsentationsduktus, den das Musée Dapper, schon seit 1986 mit Wechselausstellungen vertritt. Die Stiftung in Paris bietet einen Raum für Kunst und Kultur Afrikas und der Karibik und deren Diaspora.

Das Musée du Quai Branly, wird auch „Musée des arts premiers“ genannt, übersetzt „Museum der ersten Künste“. Chirac veranlasste, dass schon ab 2000 circa 120 Meisterwerke verschiedener Sammlungen in einem Seitenflügel des weltberühmten Musée du Louvre, dem Pavillon des Sessions, gezeigt wurden. Der Kunsthändler, Sammler und Freund Chiracs Jacques Kerchache setzte sich früh für die arts premiers ein. Die Bezeichnung machte er 1990 in einem manifest-artigen Artikel in der „Libération“ publik und erklärte, dass „alle Meisterwerke der Welt frei und gleich geboren seien“. Die frühere Bezeichnung art primitif ist seitdem ein eher abwertender Begriff in der französischen Sprache.
Kerchache überzeugte den Staatschef und konzipierte noch vor seinem Tod 2001 die Ausstellung der Meisterwerke der Zivilisationen Afrikas, Ozeaniens, Asiens und der nichtabendländischen Zivilisationen Nord- und Südamerikas im Louvre nach ästhetischen Kriterien, um der Welt die Schönheit dieser Kunst vor Augen zu führen. Die Kunst, die etliche Maler der Moderne am Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa zutiefst beeinflussten, bekamen endlich einen Ehrenplatz im Louvre. Die Direktion des Louvre wehrte sich damals gegen das Vorhaben und auch heute noch könnte man die schlechte Öffentlichkeitsarbeit für diesen Bereich im Louvre, der den Titel „100 chefs
d´oeuvres“ trägt, als anhaltenden Trotz des Museums deuten. Dieser Bereich gilt nun als „Botschaft“ des musée du quai Branly und ist nur auf deren Webseite zu finden.

Neue Zugänge zu Weltkulturen im Humboldt-Forum

Im zukünftigen Humboldt-Forum in Berlin-Mitte sollen die historischen Sammlungen aus Afrika aus der Enge einer ethnografischen Betrachtung befreit werden und die zeitgenössische Kultur Afrikas sowie Fragen der Migration einen größeren Raum einnehmen. Man ist gespannt, in welcher Form die Sammlung dort gezeigt werden wird und ob sich die Ausstellung – wie im Pariser Louvre und im Musée du Quai Branly – nach ästhetischen Kriterien richten wird und die Gratwanderung zwischen naturkundlicher und kunstmusealer Präsentation schafft, die beim Musée du Quai Branly kritisiert wird.

Im Humboldt-Forum sollen Zeugnisse der Kunst und Kultur Afrikas, Asiens, Amerikas und Ozeaniens aus den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin gespeichertes Wissen aus den Büchern und aus modernen Medien der Zentral- und Landesbibliothek Berlin durch die Wissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin ergänzt werden. Ein „Schaufenster der Wissenschaft“ wird aktuelle Forschung über außereuropäische Länder und Regionen zur Diskussion stellen und darüber hinaus sollen einschlägige Stücke aus den wissenschaftlichen Sammlungen gemeinsam mit den Museen präsentiert werden.

Indem das Humboldt-Forum den klassischen, abendländischen Blick auf die Welt durch außereuropäische Sichtweisen ergänzen möchte, will es neue Einblicke und Zugänge zu „Weltwissen“ und „Weltkulturen“ öffnen.

Ein anspruchsvolles Vorhaben für die „arts premiers“ und die nicht zu verdrängende Kolonialgeschichte.

Katia Hermann

Erotische Werke von George Grosz aus Berlin verschwunden

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com 2008
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Die Sonderschau „George Grosz und die Erotik“ auf der Expressionale 2008 am Potsdamer Platz war erst ab 18 Jahren zugänglich. Schwerpunkt dieser Ausstellung war das Spätwerk des sozialkritischen Berliner Künstlers George Grosz, seine erotischen Werke. Die Ölbilder, Tuschzeichnungen und Aquarelle entstanden im amerikanischen Exil ab Ende der 1930er Jahre. Ein Jahr nach der Ausstellung kommt die Meldung: Vier Werke aus Berlin sind verschwunden.

Im Exil in New York erhielt Grosz einen Lehrauftrag an der New Yorker Art Students League. Seine anfängliche Begeisterung für das Land ließ schnell nach: „Dies ist kein Land für Träumer – hier wird nur gearbeitet“, schrieb der Künstler nach seiner Übersiedlung. Er besaß jahrelang wenig Geld und überlebte dank seines Lehrauftrags. In den frühen 1950er Jahren versank er in Pessimismus und kämpfte gegen Depressionen, die er mit Alkohol zu ertränken versuchte. 1958 kehrte der Künstler desillusioniert und krank in seine Heimatstadt Berlin zurück und starb nur ein Jahr später.

Obwohl sich George Grosz zeitlebens mit der Erotik beschäftigte, brachte der Aufenthalt in New York eine besondere Qualität für seine erotischen Werke. In der amerikanischen Gesellschaft stießen sie in den 1940er-50er Jahren jedoch auf Ablehnung, sie schockierten die Amerikaner.

Mit schwarzer Tuschfarbe oder Aquarell malte Grosz z. B. Frauen mit überdimensioniertem Penis, als Zwitter, sowie Rückenakte mit Blick auf Po und triefender Scheide oder Frauen mit dem Maler „vereinigt“.
Seine Arbeiten sind nicht als pornografisch einzuordnen, meint der Galerist, Experte, Sammler und Zeichner Florian Karsch von der bekannten Galerie Nierendorf in Berlin. Es sind intime Bekenntnisse des Künstlers, im Grunde sogar Treuezeugnisse, denn die abgebildeten Frauen tragen Züge seiner Ehefrau und deren Schwester.

„Eines der verschwunden Werke: George Grosz, Kauernder Rückenakt nach links und sitzender Maler, Öl und Mischtechnik auf festem Aquarellbütten, 355 x 507 mm, um 1940, Sammlung Karsch-Nierendorf“
George Grosz, Kauernder Rückenakt nach links und sitzender Maler, Öl und Mischtechnik auf festem Aquarellbütten, 355 x 507 mm, um 1940, Sammlung Karsch-Nierendorf

„Grosz thematisiert in diesem späten erotischen Werk Traumata. Das Thema „Kastrationsangst“ führt zu zweigeschlechtlichen Frauendarstellungen. Er arbeitet mit der in der Psychologie gängigen Ambivalenz einer „Lust-Angst“ oder einer „Hass-Liebe“ und vergrößert sie bis ins maximale Bildvolumen, um sodann den „Schock des Betrachters“ durch die Bildung eines Fetischs abzumildern“, schreibt der Kurator Joachim Leipski im Katalog der damaligen Ausstellung „George Grosz und die Erotik“ auf der Expressionale 2008. Joachim Leipski alias Joachim Train verschwand spurlos nach der Expressionale.

Er hinterließ einen Schuldenberg von 400 000 €; hinzu kommt, dass vier Aquarelle der erotischen Werke George Grosz aus der Sammlung Florian Karsch verschwanden, die angeblich über die damalige ausführende Firma der Expressionale einem Spanier verkauft wurden. Einem fiktivem Spanier, wie sich herausstellen sollte. In welchen Händen sich nun, ein Jahr später die vier erotischen Blätter befinden und wo der Kurator untergetaucht ist, ist jetzt ein Fall des LKA Berlins.

Ein am 18.08.2009 in der Berliner Zeitung erschienener Artikel berichtet ausführlich über diesen Kriminalfall.

Katia Hermann

elles@centrepompidou zeigt ein Jahr lang nur Künstlerinnen

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2010
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In der 4. Etage des Centre National d´Art et de Culture Georges Pompidou in Paris werden bis Ende Mai 2010 ein Jahr lang ausschließlich Werke von Künstlerinnen aus der Sammlung des Museums gezeigt. Bei elles@centrepompidou handelt es sich um 500 Werke von mehr als 200 internationalen Künstlerinnen, die in einem thematischen und chronologischen Parcours auf 8000 qm die Kunst von Frauen vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute erzählen.

Werke bekannter Künstlerinnen wie Sonia Delaunay, Frida Kahlo, Dorothea Tanning, Joan Mitchell, Maria-Elena da Silva bilden das historische Kapitel und hängen unmittelbar neben zeitgenössischen Arbeiten wie z. B. von Orlan, Niki de Saint Phalle, Sophie Calle, Annette Messager, Louise Bourgeois, Pipolitti Rist und vielen mehr.

Schon im Eingang wird die Intention dieses musealen Projektes angedeutet: um die Genres durcheinander zu bringen, hat Agnès Thurnauer bestimmte Namen des Berufes verweiblicht oder vermännlicht. Auf Portraits setzt die Künstlerin Namen wie Annie Warhol, Joséphine Beuys, Francine Bacon oder Louis Bourgeois.

Der Parcours erweckt ein passives Bewusstsein, der die Nichtexistenz einer weiblichen Kunst suggeriert.
In den Ausstellungsräumen kommen die Künstlerinnen selbst zu Wort, die teils ihre eigenen Werke anhand der Bildtexte kommentieren. Zitate von Autorinnen, Philosophinnen, Schriftstellerinnen und Historikerinnen verlaufen an den Wänden der Ausstellung. Einige der Künstlerinnen werden im Laufe des Jahres im Centre Pompidou anzutreffen sein.

Der thematische Parcours ist in sieben Kapitel aufgeteilt: Moderne (Pioniere), Historische (Feuer frei!), Physische (der Körper als Slogan), Exzentrische (exzentrische Abstraktion) , Häusliche (ein Zimmer für sich), Narrative (das Wort zum Werk) und Immaterielle (Anspielung auf eine große, bahnbrechende Ausstellung im Centre Pompidou mit dem Titel „Les Immatériaux“, hier die weibliche Form).

Eine Sammlung zu zeigen ist nicht eine Ausstellung konzipieren, denn die Werke sind schon da, die Auswahl ist schon getroffen. Es geht darum, in welchem Kontext und in welchem Licht man die Werke der Sammlung präsentiert. Viele Museen haben Ausstellungen weiblicher Kunst präsentiert, doch das Centre Pompidou ist das erste Museum, das seine Sammlung aus dieser Perspektive heraus der Öffentlich zugänglich macht.

Die Wahl der szenografischen Darstellung der Ausstellung überrascht so manches Mal. Anstelle der klassischen schwarzen Schrift auf den Wänden gibt es sie in rosa, blau, grün, eine ganze Palette an Farben, die an den Hauptsponsor der Ausstellung erinnert: Yves Rocher, der Pflanzen-Kosmetik-Hersteller. Ausgerechnet Kosmetik. Doch abgesehen von den szenografischen „weiblichen“ Verschönerungen geht es in den Ausstellungsräumen eher ernst zu, die Kunst zeigt sich teils gewaltig, seriös und anspruchsvoll. Die Sammlung ist reich, überrascht, und das Centre Pompidou, auch Beaubourg genannt, wird ein Jahr lang feminin.

Nur 18% der Werke unter den Kunstsammlungen des Landes sind von Frauen. Das spricht für sich. Diese Ausstellung trägt dazu bei, den Fokus auf Kunst von Frauen zu richten, sich damit auseinanderzusetzen und sich zu fragen, wie sie zur Kunstgeschichte beiträgt.

Das interdisziplinäre Programm, der Audio-Guide, der 380-Seiten dicke Ausstellungskatalog sowie eine Internetseite, die mit dem Slogan „Ein neuer Blick auf die Geschichte der modernen und zeitgenössischen Kunst“ neugierig macht – auf elles.centrepompidou.fr kann man auch erstmalig gezeigte Videos entdecken -: Die Fülle des Angebots rund um die Ausstellung elles@centrepompidou macht diese einmalige Show zu einem umfangreichen Event von Mai 2009 bis Mai 2010.

Katia Hermann

LOGE, die kleinste Ausstellungsfläche Berlins inszeniert S.H.E.

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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Unter der Adresse Friedrichstraße 210, beim Checkpoint Charlie, führt eine gewölbte Durchfahrt in den Innenhof eines Gebäudes aus den Jahren um 1910. An der Schwelle zwischen Innen und Außen, liegt am Eingang zu einem marmorverkleideten Treppenhaus die frühere Pförtnerloge des Hauses. Nach einer gelungenen Renovierung haben Martin Mlecko, Fotograf und Filmemacher, und Wolfgang Schöddert, Kunsthistoriker, diesen originellen Ort unter dem Namen Loge zu einem Ausstellungsort für raumbezogene Arbeiten entwickelt. Zwei kleine, mit Tudorbögen abgerundete Schiebefenster gewähren den Blick von Drinnen nach Draußen und umgekehrt. Die Loge ist ein begehbarer Raum und dennoch mehr Vitrine als Raum.

Das Werk

Theoretisch tot von Stefan Heinrich Ebner, Pseudonym s.h.e., ist eine Skulptur, ein Gebilde, dessen Strukturelemente mit Tierfellen umhüllt sind. Frei in der Loge hängend ertasten die längsten Fühler des Gebildes die Dimension des Raumes – ca. 4qm groß mit einem unregelmäßigen Grundriss – und streben nach Ausdehnung. Struktur und Fell wirken wie eine wesenhafte Einheit. Theoretisch tot berührt diese Einheit und verlangt nach der Reflexion über Entwicklung und Wachstum, Entfaltung und Erfüllung, Leben und Tod. Der Titel des Werkes spricht diese Reflexion mit einer gewissen Ironie an.

Zwei Jahre hing die Basis des Werkes im Atelier s.h.e.-Studio von Stefan Heinrich Ebner in den Josettihöfen in der Rungestrasse. Es brauchte eine lange Zeit, um zu wachsen. Mit ihrer Basisstruktur aus Bambus verlangte die Skulptur keine Kanten, sondern eine „unscharfe“ Hülle. Fell war das perfekte Material: Natürlich, organisch, weich, mit unscharfen, unregelmäßigen Rändern und quasi lebendig. Hier ein „Bastard“, Felle von verschiedenen Tieren wurden zu einem neuen „Wesen“ zusammengefügt.

Der Künstler

Stefan Heinrich Ebner wurde 1965 in Freiburg geboren und arbeitet seit 1986 in Berlin. Er gründete 1989 das „Jour Fix im Cafe Einstein, Tisch 133″, diskutierte über raumbezogene Kunst und soziale Skulptur. Seine Projektionen und nichtsimultanen Räume führten ihn zur Bildarchitektur, die er in Form von Fotogeflechten verschiedener Architekturaufnahmen im Deutschen Architekturzentrum (DAZ) sowie Galerien in Deutschland, New York und der Schweiz ausstellte. Seine Farbfeldanimationen, die aus der 3-D entsprungen sind, die Lichtbilder, die Projektionen auf Pneumatik, der Raumfilter, die Raumfotografie, die Raumfalten und die Bildarchitekturen finden alle ihren Ursprung im strukturellen Aufbau.

Stefan Heinrich Ebner befasste sich lange mit Architekturtheorie. Die ästhetische Infrastruktur ist der Überbegriff seiner Kunst. Nach vielen Jahren der Arbeit am Computer packte ihn das Verlangen „fassbare“ Strukturen, Skulpturen, in den wahrhaftigen Raum zu bringen. So entstanden in den letzten Jahren eine Reihe von hängenden Strukturen, bedeckt mit Fell oder auch Federn, die mit Poesie unsere Sinne ansprechen und das Verlangen erzeugen, sie zu umgehen, zu streicheln oder gar hineinzusteigen.

An diesem Ort, der Loge, ist dies leider nicht möglich, nur die zwei abgerundeten Schiebefenster und das schmale Fenster in der Tür gewähren Blicke. Doch umso größer ist auch der Effekt in dieser Art Vitrine: Das eingeschlossene Werk strebt nach außen zum Betrachter, das dessen Verlangen nach Nähe nur steigert.

Der Ort

In ihrer ursprünglichen Funktion war die Loge eine Registratur für Rituale innerhalb der sie umgebenden Architektur. Ein Wechselspiel zwischen Innen und Außen gehört zu ihren Eigenschaften. Sie war ein eng angelegter Arbeitsplatz, ein Ort der Information und zugleich ein Schicksalsplatz – Menschen wurden willkommen geheißen oder zurück auf die Straße verwiesen, angezogen oder abgestoßen. Die Loge war Arbeiten gewidmet, heute der Kunst. Der Wunsch, das Bewusstsein gegenüber einer alltäglichen Schönheit und Poesie zu stärken, steht gleichwertig daneben.

Martin Mlecko und Wolfgang Schöddert arbeiten seit den frühen 1990er Jahren an gemeinsamen Projekten im öffentlichen Raum. Künstlerische und kuratorische Grundgedanken basieren dabei stets auf sozialpolitischen Zielsetzungen. Wesentliches Merkmal war und ist der diskursive Austausch und die Einbindung Anderer in konzeptuelle Prozesse und gleichzeitig die Auseinandersetzung mit Orten, die bestimmte kulturelle Zusammenhänge spiegeln.

An diesem geladenen Ort in der Friedrichstraße in Berlin, der an einem einst neuralgischen und politischen Ort im historischen Zeitungsquartier Berlins liegt und heute zum touristischen Magneten der Stadt gehört, wird die Intention des Projektes und des Werkes Theoretisch tot von Stefan Heinrich Ebner sinnlich spürbar.

Katia Hermann

http://www.loge-berlin.com/loge_projekte.html

BORDERS: Internationale Gruppenausstellung in Berlin

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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Der Begriff Border wird in einer Gruppenausstellung in Berlin zur Diskussion gestellt: In seinem 3. Ausstellungsprojekt BORDERS – Rand Grenze Rahmen präsentiert der Berliner Kunstverein ConcentArt e.V. in seiner Location in Kreuzberg 17 nationale und internationale Künstler und Künstlergruppen (5. Juni bis 26. Juli 2009). Der Kunstverein stellt künstlerische Auseinandersetzungen, Methoden und Darstellungsformen über gesellschaftliche Phänomene und Diskurse der Gegenwart in den Mittelpunkt seiner Ausstellungen, für die Begriffe aus dem kollektiven Bewusstsein ausgewählt und zur Diskussion gestellt werden.

Begriffe aus dem kollektiven Bewusstsein

Der Begriff Border und seine deutschen Entsprechungen im Titel des gleichnamigen Ausstellungsprojektes ist ein Angebot des Berliner Kunstvereins ConcentArt e.V. an Künstler aller Genres, Medien, Darstellungs- und Ausdrucksformen, sich produktiv mit gesellschaftlichen Realitäten auseinanderzusetzen und sie sinnlich mit ihren künstlerischen Mitteln in Entsprechung zu dem Begriff Border erfahrbar zu machen. Nach den thematischen Gruppenausstellungen „Sicherheit“ und „Wa(h)re Kunst“ zeigt ConcentArt e.V. in dem großen Ausstellungsraum in einem Hinterhof der Kreuzbergstraße mit BORDERS – Rand Grenze Rahmen wieder einmal Werke von großer Qualität. Kuratiert wurde die internationale Gruppenausstellung vom Künstler Georgi Begun und dem Berliner Kurator Dr. Rolf Külz-Mackenzie.

Der auch in der deutschen Sprache gebräuchliche Begriff Border steht für eine Bandbreite von Begrifflichkeiten ohne wirkliche Begrenzung und spielt in seinen deutschen Synonymen – Rand, Grenze, Rahmen – in unserer Wahrnehmung eine Rolle. Das angelsächsische Border steht für all dieses und für weitere Zusammenhänge aus der Psychologie (Borderline Syndrom), der Ökonomie (Cross border leasing) oder der Politik (State Border). Wir leben in einer Zeit der Grenzenlosigkeit, der Entgrenzung, der Grenzüberschreitung, der Randexistenzen oder der Rahmenlosigkeit. Wir stossen an die Grenzen der Wahrnehmung, leben in unsichtbaren Grenzen, fallen aus dem Rahmen, oder stehen am Rande des Abgrundes.

Die US-Videokünstlerin Nicole Cohen über Borders von Zeit und Raum

In der Videoinstallation Jet lag von Nicole Cohen wird der Betrachter mit vielfachen Facetten des Begriffs Border konfrontiert: Die Rahmen der zwei Projektionsflächen, zwei kleine Bilder von Räumlichkeiten – hier von Flugzeuginterieurs – und die Überschreitung dieser materiellen Grenze, die hier durch auf die Fläche projizierte, animierte Menschen aufgehoben wird, indem sie von einer Fläche zur anderen wandern und kurzzeitig im Zwischenraum – der Wand – verschwinden. Der Fakt der Eingrenzung im geschlossenen, fliegenden Raum, das Flugzeug: Die besondere Situation des Fliegens, in der Grenzen virtuell erscheinen, Zeitzonen sich überlappen oder für den Passagier in der Luft wahrnehmlich aufgehoben werden. Der Titel Jet lag, spielt auf das physische Resultat der Zeitgrenzenüberschreitungen an.

Nicole Cohen wollte das Thema Abflug/Abfahrt und Ankunft bearbeiten, diesen Zustand zwischen zwei Momenten, bei dem man in Abwesenheit und Desorientierung schweben kann. Dieser Moment, in dem man die Erinnerung an einen Raum in den nächsten Raum mitnimmt und eine Überlappung stattfindet, die auch eine Art Konfusion hervorrufen kann.

Die amerikanische Künstlerin befasst sich seit Jahren in ihren Videoarbeiten mit Räumlichkeiten, Innenausstattungen und Mobiliar. Meistens sind sie historisch aus anderen Zeiten und werden durch animierte, projizierte Personen aus der Gegenwart in einen neuen dynamischen Kontext gesetzt. Sie clashen aufeinander durch die Überlappung der immobilen Projektionsfläche, das Bild eines Interieurs und der animierten, den Proprtionen des Interieurs angepassten Videoprojektion.

Bei der Künstlerin ruft der Begriff Border Multiples hervor: The edge (Borte, Flanke, Grenze, Kante, Rand, Schneide, Umrandung…), eine spezifische Linie, die zwei Seiten trennt. Auf der einen Seite befinden sich Dinge, die in einer bestimmten Weise vorgeschrieben sind, und auf der anderen Erwartungen. Eine dünne Linie zwischen zwei verschiedenen Codes oder Arten des Wirkens. Für die Performances in Cohens Videoarbeiten agieren Personen in bestimmten Räumlichkeiten. Es gibt eine starke unsichtbare Grenze zwischen den Akteuren und ihr, der Regisseurin. Die Idee der psychologischen Grenze zwischen verschiedenen Räumlichkeiten sowie Epochen ist in ihren Arbeiten ein Leitfaden.

Nicole Cohen lebt und arbeitet seit 2008 in Berlin, reist für Aufträge oft in die USA und lebt mit dem jet lag, der bei der Ankunft in Berlin anscheinend immer heftiger ist. Sie nennt diesen Zustand auch einen «Kick», einen «Lichtkick», denn man muss das Tageslicht konfrontieren, obwohl der Körper auf Nacht eingestellt ist, und in diesem Zustand erfährt man körperliche Grenzzustände.

Künstlerische Auseinandersetzungen mit Borders

In Unser Garten erforscht der polnische Künstler Roland Schefferski die Grenze zwischen heimisch und exotisch anhand des Gartenbeispiels. Ergebnisse der Tauchgänge in die Tiefe des Unbewussten, Resultate des Projektes ORA des Italieners Ugo Dossi und Hara Walther in Berlin werden hier zum ersten Mal gezeigt: Ab 2008 galt es als Zentrum und Entfaltungsraum für sensitive Begabungen, in dem sie Zugang zur Kreativität des Unbewussten finden und entwickeln können. Als Werkzeug wird hierfür das Phänomen des sogenannten Automatischen Zeichnens eingesetzt, mit dem unbewusste Inhalte unmittelbar, gleichsam automatisch zum Ausdruck gebracht werden können. So entstanden eine große Anzahl von ORAcles, automatische Zeichnungen mit verblüffenden Inhalten, die auf das Wirken einer transpersönlichen Intelligenz hinweisen, an der Grenze zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein…

Der Schweizer Urs Jeaggi appelliert mit seiner Rauminstallation Kampfplatz 2009 an die politische und soziale Dimension des Begriffs Border und stellt erhebliche Fragen an unsere Gesellschaft. Der Kanadier Don Ritter verblüfft mit einer interaktiven Videoinstallation Vox populi, bei der der Besucher historische Reden vor einem projiziertes Publikum halten kann, das prompt auf den Redner reagiert. Der Mazedonier Jovan Balov regt mit seiner Installation aus Video und Leinwänden Net Total zur Reflektion über geopolitische Grenzverschiebungen an.

Der russische Künstler Georgi Begun überrascht mit drei Installationen, in denen er die menschliche Figur in einem Video-Triptychon porträtiert, in Fotoarbeiten durch Gitter eingrenzt, oder mit drei im Fußboden integrierten Bildschirmen am Eingang der Ausstellung. In dieser interaktiven Installation Trespassing tritt der Besucher dem Künstler ins Gesicht, welches sich vor Schmerz verzerrt. Das Künstlerpaar Beatrijs Albers und Reggi Timmermans aus Belgien zeigen neben den vielen Videos in der Ausstellung eine Installation mit Materie, hier Textil: Taschentücher und ausgeschnittene Blazertaschen, in Schnörkelschrift mit Beautiful Borders bestickt, spielen auf den sinnlichen Aspekt des Begriffs Rand an. Die Thematisierung der damaligen Grenze in Berlin sollte bei Borders nicht fehlen. Jan Peter E.R. Sonntag zeigt hier Wall, eine Installation im Bereich der diskursiven Medienkunst. Fünf Jahre nach dem Mauerfall installierte er 100 Sinustöner auf dem brachen Feld des Postdamer Platzes bis hin zur damaligen Ausstellung Fall Wall Fall im Gropius-Bau. 20 Jahre nach dem Mauerfall bezieht er sich bei Borders wieder auf diese Intervention und metrisiert den Raum mit einer großen, weißen Leinwand-ein pulsendes Klangfeld-und setzt eine unsichtbare Linieatur.

Der Berliner Kunstverein ConcentArt e.V. schafft es, die Vielfältigkeit des Begriffs Border anhand der Mannigfaltigkeit der 17 Werke zu umschreiben und kündigt schon die nächsten vielversprechenden Ausstellungen für das Jahr 2009 auf seiner Interseite an: Strictly Berlin und Luxury.

Katia Hermann

„Vielfalt!“ Eine Mitmach-Ausstellung zur Toleranz im Schloss Britz

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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Schloss Britz im Süden Berlins wird in Neukölln gerne als die Perle des Bezirks genannt und ist als Kulturstiftung bekannt für ein wechselhaftes, buntes Programm im Bereich Musik, Kunst und familienfreundlichen Events.

Nach der erfolgreichen Hundertwasser-Ausstellung im Frühjahr letzten Jahres, die das grafische Werk des Wieners präsentierte, folgte eine thematische Ausstellung zum Thema Kunstfälschungen mit Werken von Picasso, Dali, Chagall und anderen bekannten Künstlern des 20. Jahrhunderts neben Fälschungen aus dem Archiv des Landeskriminalamts.

Seit dem 6.Mai 2009 widmet sich die Stiftung einer Wanderausstellung für Kinder: die von Pädagogen, Künstlern, Designern und Kindern des Vereins Mit allen Sinnen lernen e.V. gestalteten Schau „Vielfalt!“, eine Mitmach-Ausstellung zur Toleranz. Sie soll zur Förderung der Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung von Anderen beitragen. Unterstützt wurde das Projekt durch die Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin und spricht Kitas, Schulen und Eltern an, den Kindern diese Schau zu zeigen.

Im rechten Flügel des Schlosses aus dem 18. Jahrhundert sowie in Räumlichkeiten auf dem historischen Gutshof mit neuer Tierhaltung, finden reflexive, kreative und humorvolle Mitmach-Aktionen für Kinder von 2 bis 12 Jahren statt. Sie fordern auf, den Wert der Verschiedenheit der Menschen und der Unterschiedlichkeiten in der Natur und in den Dingen zu erforschen. Zur Schulung der Sinne gibt es Kuscheliges und Kratziges anzufassen oder unsichtbare Hände zu ertasten. Eine lustige, originelle sowie reichhaltige Unterhaltung für jung und alt.

Die Gefühle anderer richtig zu deuten, ist gar nicht so einfach. Mit dem Gefühle-Dreh-Puzzle können die Kinder ausprobieren, wie sich Augen, Mund und Nase verändern, wenn jemand ängstlich oder ärgerlich ist. Welches Kind kennt nicht die Situation, dass es nicht mitspielen darf? Verschiedene Möglichkeiten, wie man auf Ausgrenzung reagieren kann, spielen die Kinder anhand von Fotogeschichten durch.

Der Abschnitt „Vielfalt der Entwicklung“ zeigt, dass jeder Mensch anders ist und ein Recht auf eine Entwicklung hat, die seiner Persönlichkeit entspricht. Hier können kleine Kinder Reißverschluss-Zumachen oder Klettern üben und ihre Eltern erfahren, warum es so wichtig ist, Kindern Zeit dabei zu lassen. Im Kindergarten-Modellraum finden sich auch zahlreiche Anregungen für Erzieher, Erzieherinnen und Eltern.

In einem Labor können die Besucher die artenreichste Tiergruppe der Welt genau betrachten und nach wissenschaftlichen Vorlagen zeichnen: den Käfer. Mit Mikroskopen, Lupen, Stiften und Zangen werden die Kinder selbst zu kleinen Forschern! Ein Spiel um echte und unechte Orchideen offenbart die wunderbare Vielfalt der Pflanzenwelt.

Eine Toleranz-Wörter-Sammel-Aktion ergänzt den gemeinsam mit Berliner Kindern entwickelten Internet-Aufruf »Codes of Tolerance«. Hier werden Ideen zur Toleranz von Kindern aus der ganzen Welt gesammelt und im Internet veröffentlicht.

Begleitend zur Ausstellung gibt es zwei bunte, bis oben hin gefüllte, zum Entdecken und Mitmachen anregende Materialienkoffer. Sie wurden für das Europäische Jahr der Chancengleichheit 2007 entwickelt und können von Kindergärten und Grundschulen ausgeliehen werden. Sie enthalten verschiedene Module, die auf die jeweiligen Altersgruppen zugeschnitten sind. Sie sind fachübergreifend konzipiert, sprechen unterschiedliche Interessen der Kinder an. Der Grundschul-Koffer kann z.B. in Fächern wie Sachkunde, Deutsch oder Biologie eingesetzt werden. Na dann, nichts wie hin in die Fundgrube!

Katia Hermann

Verbot: „Our body-à corps ouvert“ in Paris musste räumen

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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Das gerichtliche Gerangel um die Plastinationsausstellung „Our body – à corps ouvert“ endete am 21. April 2009 in Paris mit einem Schnellgerichtsurteil. Das Pariser Landsgericht verbot die heftig umstrittene Schau. Doch die Firma „Encore Events“ legte Berufung ein und erklärte, es gäbe circa 20 anatomische Ausstellungen dieser Art, die in der Welt wandern und nicht verboten werden. Die Entscheidung des Appelationsgerichtshofes fiel nur 9 Tage später: das Verbot bleibt. Die Ausstellung musste geräumt werden, ihr Verbot ist ein seltener Fall in Frankreich.

„Die durch das Gesetz zugewiesene Ruhestätte einer Leiche ist der Friedhof“, hatte der Richter des Pariser Schnellgerichtshofs betont. Er ließ die Ausstellung schließen, die in 24 Stunden geräumt werden musste und die Exponate, d.h. die Körper der Ausstellung, beschlagnahmen, so lange, bis eine Lösung konform mit dem Beisetzungsrecht durch die französischen Behörden gefunden wird.

Die präparierten Leichen, die in der Pariser Ausstellung gezeigt wurden, gehören laut Aussteller der Stiftung „Anatomical Sciences and Technologie“ in Hong Kong, die sie legal gespendet haben soll. Die Spender oder die Angehörigen sollen zur Körperspende eingewilligt haben. Der Ausstellungsorganisator, die Firma „Encore Events“, hatte eine Konvention mit dieser Stiftung unterzeichnet. Doch diese beweist nicht die Einwilligung der Verstorbenen, sagte der Anwalt der zwei klagenden Verbände „Solidarité Chine“ und „Ensemble contre la peine de mort“.

„In China gibt es einen illegalen, verbreiteten Handel mit Leichen, Körperteilen und Organen“ fügte der Anwalt hinzu, das simple Papier einer chinesischen Stiftung ohne Sitz oder Telefonnummer reiche als Beweis nicht aus. Die Stiftung „Anatomical Sciences and Technologie“ sei zudem im medizinischen Kreise unbekannt.

Einer der Anwälte der angeklagten Firma behauptet, die Entscheidung des Richters müsse dann auch dazu führen jegliche Ausstellung zu schließen, die Mumien oder Fötusse in Gläsern zeigt. Ganze Räume des Pariser Musée de l´Homme wären dann betroffen und müssten schließen. Oder, fügte der Geschäftsführer der Firma Pascal Bernardin hinzu, die Ecorchés des Anatomisten Honoré Fragonard im Museum der Tierarztschule in Maisons-Alfort. Der Museumsdirektor in Maisons-Alfort äußerte darauf: „Diese Körper, die Ecorchés des 18. Jahrhunderts, spiegeln einen Moment der anatomischen Wissenschaftsgeschichte wieder. Die Körper stammten aus Hospizen, sie wurden für die Lehre hergestellt. Die ethische Abweichung ist radikal“.

In seinem Urteil hatte der Richter erwogen, dass die Leichen-Ausstellung dem Respekt des menschlichen Körpers schade. Die Inszenierung der zerschnittenen Leichen, teilweise gefärbt oder in bestimmten Positionen dargestellt sei eine Verletzung des Anstands. Er berief sich auf ein Gesetz von Dezember 2008, indem die Rechte für den Schutz des Menschen auch für die von Leichen gültig gemacht wurden. Der Staatanwalt sagte, das Gesetz verbiete Konventionen die Körperhandel beinhalten. Die Kommerzia-lisierung sei eine offensichtliche Verletzung des Respekts der Toten. Der private Besitz von Leichen ist verboten. Jeder Tote hat Anrecht auf eine Bestattung, außer wenn medizinische Gründe vorliegen.

Bis zu 120 000 Besucher sahen die Pariser Ausstellung. Sie sollte bis Mai andauern und weiterwandern. Vor Paris war sie in Frankreich in Marseille und Lyon zu sehen. Doch die französische Justiz machte nun einen Strich durch die Rechnung.

Diese Art von „Leichen-Ausstellungen“ touren weltweit friedlich weiter, wie die von dem Erfinder des Plastinationsverfahren Gunther van Hagen, die ab 7. Mai in Berlin zu sehen ist. Das Thema und der Titel dieser 2. Ausgabe in Berlin: Körperwelten & der Zyklus des Lebens. Ausgerechnet das Leben wird mit Toten inszeniert. Die vieldiskutierte Leicheninszenierung hatte vor 8 Jahren in Berlin bis zu 1,43 Millionen Besucher angelockt und wurde bis jetzt nie verboten. Das erste Verbot dieser Art präparierter Leichen-Ausstellungen deklariert das Land der kulturellen Toleranz und der Menschenrechte.

Katia Hermann

Der Einzelgänger Otto Mueller in der Galerie Nierendorf

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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Die am Freitag startende Ausstellung in der Galerie Nierendorf zeigt einen Querschnitt des Gesamtwerkes des bekannten deutschen Künstlers Otto Mueller (1874-1930). Seit 1920 vertritt die renommierte Galerie im Westen Berlins den Einzelgänger unter den Brücke-Künstlern (zu sehen vom 24. April – 9. Oktober 2009).

Das erste Mal zeigte die Galerie Nierendorf 1927 Farblithografien des Künstlers, nur einige Blätter aus der Zigeuner-Serie. Seit dem Neubeginn der Galerie 1955 ist das Werk Otto Muellers ein zentrales Anliegen der Tätigkeiten des Galeristen Florian Karsch. Als leidenschaftlicher Sammler der Grafik publizierte er 1974 das grafische Gesamtwerk des Künstlers als Ausstellungskatalog zu Muellers 100. Geburtstag, ein wichtiges Nachschlagewerk zu Otto Muellers Schaffen. Seit 1957 gab es sieben Einzelausstellung des Künstlers in der Galerie Nierendorf. Dies ist nun die 8. „Ausgabe“.

Der Stil

Florian Karsch kennt Otto Muellers Werke seit vielen Jahren und weiß den unverwechselbaren „Stil“ des expressionistischen Künstlers einzuordnen. Er schreibt in seiner zur Ausstellung veröffentlichten Broschüre: „Expressionismus war eigentlich kein Stil, sondern ein Lebensgefühl der Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Befreiung von akademischen und gesellschaftlichen Zwängen. Ein Teil der Künstler neigte sich dem Geistigen, Nichtsinnlichen zu und räumte dem Wirklichen, dem Gegenständlichen immer weniger Platz in ihren Werken ein bis zur Ungegenständlichkeit. Der andere Teil der Expressionisten betonte das Sinnliche, das Gegenwärtige, den Rausch aus dem Innersten der Seele. Das manifestierte sich z.B. im Überquellen von Farben und Formen. Es war das Ergreifen des Wirklichen mit allen Fasern des Körpers und der Sinne. Viele Abstufungen zwischen diesen beiden Extremen in dem vom Künstler gefundenen und für seinen Ausdruck als adäquat realisierten „Stil“ können also als „expressionistisch“ akzeptiert werden. Dies nur wenn der betreffende Künstler aus seinem Innersten heraus, unabhängig und „unverfälscht“ seinen Gefühlen Ausdruck und Form verlieh. Genau in diesem Sinne ist Otto Mueller ein ganz konsequenter Expressionist, mehr als viele, die oft nur zeitweilig und „stilistisch“ beim Expressionismus mitgemacht haben.“

Das Leben

Otto Mueller wurde 1874 in Liebau im Riesengebirge geboren. Dem traditionellen Lernen im Gymnasium nicht besonders zugetan, war es eine Befreiung für ihn, 1890 eine Lehre als Lithograf in Görlitz beginnen zu können. Hier wurde sein künstlerisches Talent erkannt, so dass auch sein Vater einwilligte, ihn Kunst studieren zu lassen. 1894-96 besuchte er die Kunstakademie in Dresden, 1898 hielt er sich zu Studienzwecken in München auf. Er lernte in Dresden seine spätere Frau Maschka Meyerhofer kennen, die sein bevorzugtes Modell wurde. 1908 zog er nach Berlin, wo er im Rahmen der Ausstellung der Zurückgewiesenen der Secession und der darauf folgenden Gründung der Neuen Secession 1910, die Künstlergruppe „Brücke“ kennen lernte. Er trat der Gruppe bei und verbrachte den Sommer 1910 mit Ernst Ludwig Kirchner in Böhmen. Auch im folgenden Jahr waren Menschen in der Natur sein Hauptmotiv und er arbeitete gemeinsam mit Heckel und Kirchner an der Ostsee und an den Moritzburger Teichen bei Dresden, um das freie Badeleben zu beobachten, das in zahlreichen Werken Thema wurde.

Otto Mueller nahm an den beiden herausragenden „Brücke“-Ausstellungen dieser Zeit teil: 1910 an der in der Dresdner Galerie Arnold, 1912 in der Berliner Kunsthandlung Fritz Gurlitt. Gleichzeitig stellte er mit den Künstlern des „Blauen Reiters“ aus. Nach der Auflösung der Künstlergruppe „Brücke“ pflegte Mueller weiterhin Kontakt und Freundschaft mit den ehemaligen Gruppenmitgliedern Kirchner und Heckel. Nach dem Ersten Weltkrieg, den er als Soldat in Frankreich und später in Russland erlebte, wurde er 1919 als Professor an die Kunstakademie in Breslau berufen, wo er bis zu seinem Tod 1930 unterrichtete.

Der Einzelgänger

„Otto Mueller war ein Einzelgänger. Seine Kunst ist so individuell und unverwechselbar persönlich stilisiert, dass gelegentlich kritisch und aus Unverständnis geäußert wurde, sie sei eintönig und schematisch. Bei näherer Betrachtung und genauerem Studium des Werkes ist festzustellen: alle Variationen des Grundthemas weisen große Unterschiede auf. Bei aller Ähnlichkeit sind es differenzierte, genaue Kompositionen, von denen jede einzelne unverwechselbar ist. Mechanische Wiederholungen gibt es nicht. Mehrfache Veränderungen eines Grundthemas, einer Komposition sind immer reizvoll und ganz neu. Dies gilt sowohl für Variationen in gleicher Technik als auch beim Wechsel von der Lithografie zum Aquarell oder zum Gemälde. Otto Mueller war ein extremer Individualist (…)“, schreibt Florian Karsch.

Seltenheit des Werkes

Otto Mueller schuf in circa 20 Jahren Schaffenszeit weniger Werke als die meisten seiner Zeitgenossen. Die Seltenheit seines Werkes und die daraus resultierenden Verkaufspreise bewirkte eine stets zunehmende Flut von Fälschungen. „Es sei an dieser Stelle davor gewarnt, die vielfach angebotenen günstigen Gelegenheiten vorbehaltlos und ohne vorherige genaue Expertenprüfung wahrzunehmen“, warnt der erfahrene Galerist der Galerie Nierendorf.

In der aktuellen Ausstellung werden 56 Werke ausgestellt. Darunter Gemälde, Zeichnungen, Holzschnitte und Lithografien. Selbstbildnisse, Akte, Portraits, Badende sowie Waldlandschaften stammen aus den Jahren 1903 bis circa 1927. Die Verkaufspreise gehen ab 1500 € aufwärts. Einige Werke stechen durch ihre Eigenart besonders hervor, wie z.B. das Ölbild „Selbstbildnis mit Gitarre/Selbstbildnis als Zigeuner/Selbstbildnis als Halbzigeuner“ von 1903-1904 sowie die Lithografie „Der Mord 2 (Tanzszene II; Liebespaar III)“ um 1919.

Die Qualität der Arbeiten von Otto Mueller steigerte sich bis zu seinem Lebensende. Dies unterscheidet ihn von den meisten expressionistischen, aber auch von vielen anderen Künstlern; aus diesem Grund ist er in der Malerei des 20. Jahrhunderts eine Ausnahme. Otto Mueller war und bleibt ein besonderer Einzelgänger.

Katia Hermann

Vielbeachtung für Graffiti-Ausstellung TAG in Paris

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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„Tag“ – Ausstellung vom 27. März bis 26. April 2009 im Grand Palais, Paris

Die einmalige private Sammlung des Architekten Gallizia umfasst 300 Arbeiten von 150 Graffiti-Künstlern aus drei Generationen, aus aller Welt und versucht die Stilgeschichte des Graffitis zu erfassen. Die Sammlung wird nur einen Monat lang in einem der renommiertesten Ausstellungsorte in Paris gezeigt: in einem Seitenflügel des Grand Palais.

Graffiti erscheinen in einer Vielzahl von Ausprägungsformen. Bei den in Paris ausgestellten Werken handelt es sich um Auftragsarbeiten auf Leinwand. Die Größe der Leinwände und das Thema wurden von dem Architekten Alain-Dominique Gallizia, Liebhaber der Graffitikunst und Initiator des Projektes vorgeschrieben. Auf 60 x 180 cm durften sich die sogenannten internationalen Writer zum Thema und zum Wort Love austoben, wenn möglich in Gallizias Banlieue-Atelier in Boulogne-Billancourt bei Paris.

Durch die thematische Vorgabe sowie die definierte Fläche wurde den auserwählten Künstlern Schranken gesetzt, die sie im Ausüben ihrer Kunst selten erleben. Der Writer musste hier auf kleiner Fläche seinen eigenen Stil klar definieren und seine „Handschrift“ deutlich erkennbar machen. Die Leinwand ist unten links durch das Signaturkürzel oder Pseudonym, das „Tag“ signiert und das eindeutig den Autor identifiziert. Daher vielleicht auch der Titel der Ausstellung, der zur Konfusion führt: Tag und nicht Graffiti. Tag steht hier sicherlich nicht für den falsch angewendeten Allgemeinbegriff für Graffiti, sondern für die Signatur der Autoren, die hier geehrt werden sollen. Durch die Ansammlung der Werke entsteht ein Panorama verschiedener Stile und Techniken, die Künstler aus verschiedenen Ländern und Kulturen auf der Leinwand „verewigen“.

Denn das war auch das Anliegen des Initiators: Die Sammlung soll durch die Auswahl der renommiertesten Graffiti-Künstler einen Überblick, ein verständliches Bild der Graffiti-Bewegung geben. Es ist ein historisches Dokument dieser weltweiten kulturellen Bewegung, die eine der vier Elemente der Hip Hop Bewegung darstellt, denn schließlich begleiten Writer DJs, B Boys und MC´s. Von den old school Veteranen der New Yorker subway, die erste Welle europäischer Graffitikünstler bis hin zu den jüngsten Innovatoren des Genre, sind drei Generationen vertreten. Die Sammlung soll sich weiterhin für neue, aufkommende Talente öffnen.

Darco, ein deutsch-französischer Writer aus Paris, ist auch unter den Auserwählten. Seit 1984 sprüht er in und bei Paris, seit langem bekannt für seine rigorosen Schriftzüge und Buchstaben. Er ist mit seiner Gruppe FBI einer der Ersten in Frankreich, die sich um den Künstlerstatus von früh an bemühten. Heute ist er ein international anerkannter Pionier. Er sprüht im öffentlichen Raum sowie auf Leinwände, und dies schon von Anfang an. Er entwirft Bühnenbilder, Schmuck, Accessoires und Textilien und lebt von Auftragsarbeiten.

Darco wurde vor zwei Jahren von einem Mitarbeiter Gallizias kontaktiert, um ein existierendes Werk zu kaufen. Dann kam der Auftrag für die Sammlung und er schuf im Atelier von Gallizia sein Werk auf der bereitgestellten Leinwand, die er als Hochformat entwarf und in der Ausstellung als Querformat unter den weiteren querformatigen Exponaten hängt.

Für Darco war das Anliegen zwiespältig. Anfangs hieß, nur die Sprühtechnik solle benutzt werden. Dann wurden aber auch Mischtechniken von anderen Künstlern angewandt und akzepziert. Darco denkt, es wäre interessanter gewesen, strengere Vorgaben zu machen: Nur sprühen, also nur mit Sprühdosen und nur mit einer bestimmten Anzahl von Farben.

Seine Motivation an diesem Projekt teilzunehmen lag darin, mit der Ausstellung ein breites Publikum in dem Prestige-Rahmen des Grand Palais erreichen zu wollen. Natürlich findet er das Projekt als solches gut, denn es wird über die Bewegung gesprochen und erhält Aufsehen. Zur Frage ob der Querschnitt der Geschichte des Graffiti mit dieser Ausstellung gelungen ist, antwortet uns Darco in einem Gespräch: „Es ist eine grosse Palette vertreten, es ist aber nur eine Facette, denn einige wichtigen Künstler fehlen, weil sie vielleicht unauffindbar waren oder nicht teilnehmen wollten. Es ist auch unmöglich, mehr als 40 Jahre Graffiti-Geschichte anhand von 300 Werken auf Leinwand von 150 Künstlern zu erzählen. Die Gestaltung der Ausstellung ist auch nicht wirklich gelungen, sie wurde von jemandem kuratiert, der außerhalb der Bewegung steht. Sie ist ein Patchwork, indem die einzelnen Werke leider untergehen.“

Die Ausstellung verliert durch den länglichen Saal und das dichte Hängen der gleichformatigen Leinwände bedauerlicherweise an Qualität. Den Katalog zur Ausstellung sollte man dennoch loben, denn er ist und wird auch eines der wichtigsten Nachschlagewerke dieses Genre der street art.

Die Ausstellung soll in die wichtigsten Museen der Welt wandern. Vielleicht wird sie in Zukunft in Berlin zu sehen sein, wenn ein Museum den Mut hat sich so wie der Grand Palais dem heiß diskutierten Thema mit der Frage zu stellen, ob Graffiti Kunst sei. Die Besucher schreckt die umstrittene wie viel diskutierte Ausstellung nicht ab, sie kommen zahlreich.

„Our body – à corps ouvert“, umstrittene Ausstellung in Paris

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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Seit Februar ist die Ausstellung „Our body – à corps ouvert“ an einem neu eröffneten Ausstellungsort von circa 1200 m2, dem Espace 12 Madeleine, mitten in Paris zu sehen. Ähnlich der „Körperwelten-Ausstellung“, die in vielen Ländern der Welt mit über 30 Millionen Besuchern für Schlagzeilen sorgte und momentan in Heidelberg zu sehen ist, ist diese bis 10. Mai andauernde Schau in Paris höchst umstritten, um die ein gerichtliches Gerangel begonnen hat.

Der durch die erste sensationelle Ausstellung dieser Art bekannte Name Gunther von Hagens, Erfinder des Plastinationsverfahren in den 80er Jahren und Initiator der „Körperwelten“ wird hier in der Pariser Ausstellung nirgendwo erwähnt, es scheint sich um eine Nachahmer-Ausstellung zu handeln, auf die das Institut für Plastination bei Heidelberg auf ihrer Internetseite hinweist und sich auch distanziert.

Pariser Museen wie das Musée de l´homme oder die Cité des Sciences wollten diese Ausstellung aus ethischen Gründen nicht haben. So fand sich ein privates Unternehmen für das Projekt. Der Organisator der Pariser Ausstellung, Pascal Bernardin, Direktor der Firma Encore Events, entdeckte die Ausstellung 2004 in den USA und brachte sie nach Frankreich. Er lobt die pädagogische Angehensweise dieser für ihn wissenschaftlich wichtigen Ausstellung, sowie die hohe Qualität der Präsentation. Nach Lyon und Marseille ist sie nun endlich in der Hauptstadt angekommen.„Our Body – à corps ouvert“ soll den Besuchern neues Wissen über Anatomie und Körperfunktionen geben und sie lehren, ihre Gesundheit wieder mehr zu schätzen. Sie soll im Rahmen der „Grande cause nationale 2009“ (Großer nationaler Anlass 2009) für die Organspende werben und ab Juni in den Parc Floral in Vincennes bei Paris wandern.

Die 17 ausgestellten Ganzkörper-Plastinate oder Teile stammen angeblich aus China. Sie wurden in Positionen verewigt, die einen Teil von Franzosen schocken: als Bogenschießer, Basketball- oder Schachspieler. In theatralischem Licht, auf Podesten oder in Vitrinen werden sie wie kostbare Museumsstücke zur Geltung gebracht. Für viele einfach nur makaber, trotz anatomischem Interesse, Texttafeln und Erklärungen.

Nach dem Organisator zu urteilen, stammen die Körper von der Stiftung Anatomical Sciences and Technology in Hong Kong, die Plastinate herstellen und mit sämtlichen Zertifikaten geliehen wurden. Doch für viele ist die Herkunft chinesischer Körper mysteriös.

Nun haben zwei Verbände für die Verteidigung der Menschenrechte geklagt: Wird der Respekt des menschlichen Körpers, der nicht mit dem Tod endet, wie es im französischen Bürgerlichen Gesetzbuch (Code civil 16-1) steht, hier eingehalten? Der Verein „Gemeinsam gegen die Todesstrafe und Solidarität mit China“ behauptet, dass es kaum Organspender in China gibt. Die Angehörigen der Verstorbenen haben wohl kaum ihr Einverständnis gegeben. Vielleicht handelt es sich bei den Körpern um ermordete Chinesen. Noch heute werden jährlich bis zu 6 000 Menschen in China zur Todesstrafe verurteilt und hingerichtet und deren Körper nicht den Angehörigen zurückgegeben werden.

Die Ankläger wollen die Ausstellung verboten sehen. Denn mit über 15 € Eintritt, klagen sie, handele es, abgesehen von der umstrittenen Frage der Herkunft der Körper, um ein kommerzielles Event, welches als „künstlerisch und pädagogisch“ gelten soll und in den Augen vieler Kritiker keinen wissenschaftlichen Charakter hat.

Am 9. April soll das Urteil gesprochen werden. Im Land der Menschenrechte wird es mit Spannung erwartet.

Katia Hermann

Charlotte Roches Bestseller endlich auch „Zones humides“

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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Der Bestseller von Charlotte Roches „Feuchtgebiete” erschien am 6. März in Frankreich. Die Rechte wurden an 27 Länder verkauft, nun darf Frankreich das Buch lesen. Hervorragend übersetzt von Claire de Oliveira („Avidité“ von Elfriede Jelinek; Preis Gérard de Nerval für literarische Übersetzungen 2004) erschien „Zones humides“ in einer Auflage von zunächst 27 000 Exemplaren.

Deutschland hat die Diskussion um „Feuchtgebiete” und den erstaunlichen Erfolg eines anrüchigen Romans überstanden. Nun steht Frankreich vor einer Debatte über „Hämorrhoiden und Körperflüssigkeiten“, über die Selbsterkundung der weiblichen Körperhöhlen und den Sinn von Intimrasuren, aber womöglich nur, wenn das Buch den gleichen Erfolg haben wird.

Der deutsch-französische Kultursender Arte versuchte am Abend zuvor, am 5. März mit der Doku „Feuchtgebiete erforschen” zu erkunden, wie unsere Nachbarn auf die Überschreitung der Ekelgrenzen reagieren werden und welche unterschiedlichen Wahrnehmungen die Deutschen und Franzosen haben, sei es auf gesellschaftlicher Ebene oder aus der Sicht der Frau.

„Die Franzosen sind viel schamhafter als die Deutschen”, konstatiert etwa Schriftsteller Frédéric Beigbeder, der sich auf die Seite der Autorin schlägt. „Sie bekämpft genau wie ich die Werbung.” Fernsehstar Harald Schmidt sagt, er nennt den Roman einen „Schlag in die Perfektionsmaschine einer Heidi Klum”.

Die Französinnen werden in der Heimat der großen Couturiers mehr als die Deutschen vom Druck der Modewerbung beeinflusst, in der kein überflüssiges Körperhaar und kein Pickelchen zu sehen sein darf. Und die Franzosen verhalten sich schamhafter, in den öffentlichen Duschen von Schwimmbädern, z.B. ziehen sie nicht den Badeanzug aus. „Zones humides” dürfte es schwerer haben, das Herz der Franzosen zu erobern. Denn während Deutschland das Gesicht von Charlotte Roche aus dem Fernsehen und den Medien schon kannte, ist sie in Frankreich unbekannt.

Roches Themen erschrecken die Franzosen nicht sonderlich. Als „pornografische“ Bücher mit gewagtem Inhalt sind „Lolita“ von Vladimir Nabokov und “Der Dieb“ von Jean Genet in Erinnerung. Anais Nins „Das Delta der Venus“, auch Gustave Flauberts „Madame Bovary“ sowie die Wendekreise von Henry Miller haben für literarische Sensationen, Verurteilungen und zum Teil für Verbote gesorgt. Charlotte Roche wird so schnell keine Französin und keinen Franzosen „moralisch“ erschüttern.

Das Buch wird in Frankreich von einer aufwendigen Werbekampagne begleitet. Das Cover zeigt hier ein verschwommenes Frauengesicht, gar sinnlicher als die deutsche Version mit Pflaster. Die französische Presse reagierte schon damals auf den unglaublichen Erfolg in Deutschland, nun berichten Tageszeitungen, aber vor allem Modezeitschriften über „Zones humides“.

Das berühmte „Elle-Magazin“ veröffentlichte am Tag der Herausgabe einen langen Artikel, indem Charlotte Roche als eine Autorin voller Humor und Talent gelobt wird. Aussagen wie: „Wäre ich nicht so verklemmt, hätte ich nie das Bedürfnis gehabt so einen Text zu schreiben“ und Erläuterungen zu ihrer Biografie bezeugen ein intimes Gespräch zwischen Elle-Journalistin und Autorin. Bei den vielen Lesern und vor allem Leserinnen der Zeitschrift, ist die Vorstellung der Bestseller-Autorin eine vorzügliche Werbelokomotive für das Buch.

Leider konnte die Autorin nicht zur geplanten Pressekonferenz am 12. März nach Paris kommen, wo wichtige Fernsehauftritte wie z.B. bei Canal+ geplant waren.

Wir werden einige Zeit abwarten müssen, um wirklich zu erfahren, wie die Franzosen auf „Zones humides“ reagieren, denn Mundpropaganda braucht seine Zeit. Doch der Geschmack der Franzosen für Skandale, Sex und People sowie ein gewisser teils trockener, teils anzüglicher Humor passt eigentlich sehr gut zu „Zones humides“.

Katia Hermann

BOUROUINA GALLERY: dynamisch und schön frech

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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Am 2. Mai 2008 eröffnete die Französin Amel Bourouina ihre BOUROUINA GALLERY in Berlin-Kreuzberg. Gegenüber dem Arbeitsamt und neben einem Supermarkt, kann man diese traumhafte Ausstellungsfläche von 200 m2 in der Charlottenstraße entdecken, wenn man die Tür in der blickundurchlässigen Fensterfront öffnet.

Von Beginn an setzen sich ihre Ausstellungen von den gewöhnlichen, klassischeren Galerie-Ausstellungen ab: sie fördert vorwiegend junge Künstler, die eine radikale und dynamische Position vertreten und öffnet ihren Raum für „thematische Experimente“.

Zur Eröffnung: finnischer Blick auf Mai 68

Perfekt gewählt war der Zeitpunkt für die Eröffnung: am 2. Mai 2008 war ganz Berlin zum Galerien-Wochenende unterwegs. Ihre erste Ausstellung stellten Arbeiten des Finnen Riiko Sakkinen, Jahrgang 1976, vor. Titel der Schau: „Consommateur, applaudis, le spectacle est partout.“ Der Titel war die Parodie eines Zitates des französischen Autors, Filmemachers und Revolutionärs Guy Debord, ein Kritiker der kapitalistischen Ideologie des Konsums. Und die Eröffnung an diesem Tag war bewusst gewählt: Mai 1968 starteten die Studentenunruhen in Paris.

Die Werke von Sakkinen waren eine satirische Auseinandersetzung mit den 68ern: Was ist aus ihren Akteuren von damals und ihren aufmüpfigen Ideen geworden? „Nieder mit dem Wohlfahrtsstaat“ – wie abgestellt lehnten Demo-Transparente von damals an den Wänden mit Parodien wie : Seid Realisten und verlangt mehr Cheeseburger! Viele Werke des provozierenden Finnen brachten die Besucher zum Schmunzeln. Schön frech und auch ein bisschen böse – ein gelungener Einstieg.

Die darauf folgende Gruppenausstellung „What´s up 2009“ zeigte Werke fast aller Künstler der Galerie und verstand sich somit als Programmankündigung für die Ausstellungen des Jahres 2009.

Installation zum Thema Lifestyle von Berliner UdK-Schülern

Doch weiter in dem ironischen Ton der ersten Ausstellung ging 2008 die dritte Ausstellung „CONCEPTSTORE“ mit ihrem ausgefeilten Konzept zum aktuellen Thema Lifestyle und Conceptstores. Umgesetzt wurde das Werk von Studenten der Berliner UdK (Studiengang Modedesign), genauer von Lisa Runde, Janosch Mallwitz und Mads Dinesen, sowie den Designern Ole Marten, Jonathan Markus und dem Künstler Matthias Hesselbacher. Die humorvolle Darstellung CONCEPTSTORE sollte provozieren, karikieren und ästhetisch überzeugen. Die entstandene Installation mit Möbeln, Bildern, Zeichnungen und Collagen wurde zum gelungenen Kunstwerk, das in diesen Räumlichkeiten und in seiner Lokalität (nicht weit von der Friedrichstrasse mit ihren vielen Designerläden) besonders zur Geltung kam.

Die dramatische Intensität der Malerei von Guillaume Bresson

Um nach diesen zwei konzeptionellen Ausstellungen der „klassischen Gemälde-Ausstellung“ gerecht zu werden, stellte Bourouina Ende 2008 die ungewöhnlichen Bilder des 26-jährigen Guillaume Bresson aus der École des Beaux-Arts de Paris aus. Die großformatigen Ölgemälde des Franzosen zeigen Szenen, die auf die Banlieue-Unruhen bei Paris anspielen: Jugendliche in Kapuzenpullis bei einer Massenschlägerei in einer Hochhaussiedlung, Überfälle und Aggressionen in Tiefgaragen mit Schildern in deutscher Sprache … Der junge Maler Bresson lebt nämlich seit letztem Jahr in Berlin.

Er malt Gewaltexzesse, theatralische Inszenierungen mit dramatischer Intensität von einer solchen Eleganz, dass man die Inhalte schon fast vergisst. Bresson lässt Schauspieler posieren, fotografiert sie und setzt diese Vorlagen dann in Öl auf Leinwand mit Hilfe einer Technik um, die alte Meister des 17. Jahrhunderts verwendeten, die Grisaille. Der Kontrast alte Technik und Szenen aus der heutigen Zeit, vor allem Bilder der Gewalt, beeindruckt nachhaltig.

Bart Domburgs abstrakte Werke

Das Jahr 2009 beginnt die Bourouina Gallery mit ihrem ältesten Künstler: dem 1957 geborenen Niederländer Bart Domburg, der seit zehn Jahren in Berlin lebt. Diese Ortsveränderung nahm großen Einfluss auf seine Bildthemen. Statt Portraits von Menschen zeigt er Portraits von geschichtsträchtigen Berliner Schauplätzen. In seinen jüngsten Arbeiten, die unter dem Titel „Capital“ in der Galerie zu sehen waren, treten ganz neue Aspekte hervor. Seit einiger Zeit konzentriert sich der Maler Domburg ausschließlich auf Fassaden moderner Architektur und dekliniert dieses Thema durch, ähnlich wie er zuvor mit Nahaufnahmen und Vergrößerungen die Grenzen seiner Portraits von Menschen und Orten ausgelotet hat. Die Fassade als Schnittstelle zwischen Privatem und Öffentlichkeit bleibt als Sujet stets erkennbar, reibt sich jedoch permanent an der Auflösung in Abstraktion.

Adam Saks: schwindelerregender Taumel mit Öl und Aquarell

Die aktuelle Ausstellung „Sacré Nom de Dieu!“ präsentiert die Einzelausstellung von Adam Saks, einem jungen Dänen, der ebenfalls in Berlin lebt. In schönster Haltlosigkeit entfesseln seine neuen Gemälde und Papierarbeiten einen schwindelerregenden Taumel aus derber Seemannsromantik, grotesken Chimären, verschlungenen Wappen und Schriftfetzen, exotischen Naturalienkabinetten, Felsen und vielem mehr. Den vorgefundenen Motivplunder lässt er wie durch ein psychedelisches Kaleidoskop hindurch aufeinanderprallen. Die Motive wandern und verrutschen, tanzen oder werden zusammengestaucht. Vor diesen rauen, farbenprächtigen Bildern fühlt sich der Betrachter hin- und her geworfen…Sacré Nom de Dieu!

Katia Hermann

Ausstellung bis 21. März 2009 in der Gallery Bourouina.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Die Paris-Berlin Verbindung auf poetischem Weg

Erschienen auf www.artandevents.mediaquell.com, 2009
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Premiere in Berlin: Der Frühling kommt und somit die Poesie! Dieses Jahr findet zum ersten Mal der „Printemps des Poètes“ (der „Frühling der Dichter“) in Berlin statt (02. bis 15. März 2009). Das Konzept dieses Festivals kommt aus der Hauptstadt Frankreichs, wo sich der Pariser Verein „Printemps des Poètes“ seit zehn Jahren für die Verbreitung und Vermittlung von Poesie einsetzt: z.B. durch Unterstützung von Dichtern bei Veröffentlichungen, Archivierung von Poesie sowie poetischen Aktionen, Ausbildung von Bibliothekaren und Lehrern.

Jedes Jahr wird zu diesem Fest der Poesie mit einem vorgegebenen Thema aufgerufen. Das Thema 2009 ist „en rires“ („darüber lachen/zum Lachen“). Und jeder kann daran teilnehmen: Privatpersonen, Schüler, Vereine, Berufsgruppen, kulturelle Institutionen. Ziel ist, dass jeder selbst zum Poesie-Botschafter wird.

In Berlin wurde der Printemps des Poètes Berlin09 von der Kulturmanagerin Catherine Launay initiiert und mit der Unterstützung der Poesie-Vermittlerin Nicola Caroli weiterentwickelt. Durch ein gutes Netzwerk, neue Kontakte und Mundpropaganda konnten sie in kurzer Zeit – ohne Sponsoren, ohne Institutionen, nur mit Hilfe ehrenamtlicher, engagierter, poesieliebender Mitarbeiter und Organisationen – mehr als 50 Aktivisten gewinnen.

Ein alternatives, spontanes Festival also, das der Lyrikliebhaber an mehreren Orten in Berlin entdecken kann und das sich als internationale und interdisziplinäre Aktion versteht. Sie will anregen, über Poesie zu reflektieren und lädt ein, unterschiedliche Vorstellungen, Auffassungen und Formen von Poesie auszudrücken: Was ist Poesie? Was kann Poesie alles sein? Was ist für Euch poetisch? Wie möchtet Ihr Euch mitteilen? Wie kann sie die Menschen erreichen?

Eine breite Palette an poetischen Aktivitäten wird angeboten: Private und öffentliche Aktionen, spontane Happenings, mehrsprachige Lesungen, Installationen, Aktionen im öffentlichen Raum oder organisierte Workshops für Jugendliche und Erwachsene sowie Ausstellungen und Veranstaltungen auch in mehreren Sprachen. Eine Aktion kann eine Minute dauern, eine einmalige Veranstaltung sein oder sich über volle zwei Wochen hinziehen.

Es können sich neben dem feststehenden Programm durchaus Parallelprogramme entwickeln: das von begeisterten Zuschauern, die selber zu Akteuren werden. Der Printemps des Poètes Berlin09 ist offen für alle und wird vielleicht – online – über den 15. März andauern.

Machen Sie mit, werden Sie selber zum Dichter: senden Sie Ihre poetischen Nachrichten per Internet auf den Poesie-Anrufbeantworter, schicken Sie Fotos von ihren Magnetbuchstaben-Gedichten auf dem Kühlschrank oder hinterlassen Sie Ihre Reime auf Notizzetteln in den Poetry Collecting Boxes an öffentlichen Orten wie Cafés, Bioläden oder Galerien im Reuterkiez, Berlin-Neukölln.
Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf, was Poesie ist, was poetisch ist, bestimmen Sie!

Katia Hermann

Video essays

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Km/sec (railways), 2000
video 3,47 min

 

Die Geschwindigkeit wurde nicht verändert

Kamera & Schnitt: Katia Hermann
Musik & sound design: Antoine Vidal
Grafikdesign & Schnitt: Alex Boiron
© Katia Hermann, 2000


SUBSQUARE ACTS, 1999
video 3,54 min

Aufzeichnungen

Drum&Bass/Elektro Live Konzerte von Subsquare und Gäste mit VJ MACHINE MOLLE (1997-1999 in Paris, verschiedene Orte)

Kamera & Schnitt: Katia Hermann
Musik: Subsquare
© Katia Hermann, 1999[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Regieassistentin, Devos à l’Olympia, 1999

Devos à l’Olympia, 1999
Der belgische Komiker Raymond Devos, Olympia in Paris, 1999

Regie: Laurent Preyale
Produktion: Kalamazoo productions, Paris mit France3
Länge: 1h44 min.

Auszug Masterarbeit Université Panthéon-Sorbonne : Ulrike Bolenz (Text auf franz.)

Auszug aus dem M.A. Kunstgeschichte über Ulrike Bolenz in franz.
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Ce texte est le dernier chapitre du mémoire „L’Intégration de l’image photographique à la peinture en Allemagne“, Katia Hermann, 1997 (Mémoire du DEA d’Histoire de l’Art, Université Panthéon Sorbonne Paris I). Sous la direction de Prof. Eric Darragon, 1996-1997

Thema: „Die Integration des fotografischen Bildes in der Malerei in Deutschland“
Sujet : „L´intégration de l´image photographique à la peinture en Allemagne“

www.ulrike.bolenz.de
http://ulrike.bolenz.de/texte-und-presse.html
http://www.galerie-schmalfuss.de/index.php/kunstler/ulrike-bolenz/

Une technique particulière

Ces mots écrits par l’artiste servent d’introduction au dossier qu’elle m’envoya après ma demande. En parlant uniquement de la technique employée pour la création des dernières années, elle souligne son importance, sa spécificité et son originalité. Le choix pour cette technique correspond aux images qu’elle veut créer, aux thèmes qu’elle aborde et à l’expression qu’elle vise. Mais finalement, celle-ci, si caractéristique pour son oeuvre, n’est pas un simple prétexte à la création. Il s’agit d’un moyen, voir d’un outil, pour transmettre ses idées par ses images. Par les thèmes qu’elle traite, l’artiste cherche à interroger le spectateur sur certains dilemmes de notre société. Mais pour « toucher » celui-ci, elle pousse sa recherche picturale jusqu’à obtention d’une expression forte et explicite à travers des images presque visionnaires. L’intégration de l’image photographique à ce travail très plastique, lui permet de transmettre une image à la fois réaliste et abstraite. L’image photographique devient presque un symbole de notre société médiatique et Ulrike Bolenz s’en sert tout en critiquant ce monde, lui-même submergé d’images. Elle arrive à créer une sorte d’hybride entre la photographie et la peinture, une symbiose parfaite où ni l’un ni l’autre ne domine, voire une nouvelle conception de l’image. Il ne s’agit ni de collages, ni de peintures, le terme d’assemblage conviendrait le mieux pour décrire ses procédés plastiques. Dans ce sens, son oeuvre devient celui d’une plasticienne. Travaillant surtout en deux dimensions, elle tente toujours à briser celles-ci en agrandissant et en approfondissant l’espace. Cet espace est suggéré par les effets de transparence qu’elle manipule à grande échelle, puisque ses tableaux sont pour la plupart de grandes dimensions. Peuplés de corps humains grandeur nature, elle invite le spectateur à une certaine identification avec le modèle. Dans ses premiers tableaux le corps est représenté par le dessin, puis remplacé par l’image photographique, certes plus réaliste, mais en même temps « fantômatique » par le traitement de celle-ci. A ce « réalisme » s’oppose la matière picturale, c’est-à-dire la peinture acrylique appliquée en larges aplats de manière spontanée, laissant transparaître le geste de l’artiste. Ainsi l’image photographique fixe, imprimée sur plexiglas, puis retravaillée chimiquement, est submergée par la matière picturale palpable. Le corps représenté en grandeur nature est matérialisé partiellement par l’image photographique et par la peinture. Le fil conducteur de l’oeuvre d’Ulrike Bolenz est l’humain en tant que valeur. Elle remet en question la société d’aujourd’hui par le choix des sujets qui font ressentir sa contradiction et son déchirement personnel.

Les débuts

Le corps

Ulrike Bolenz commence à dessiner à l’âge de 17 ans. Passionnée par le crayon, elle s’exerce à dessiner des paysages, mais surtout des portraits et des nus. L’intérêt pour la représentation du corps humain se manifeste donc très tôt et se poursuit encore aujourd’hui. En 1979, elle assiste à certains cours de la Hochschule für Bildende Künste à Kassel, qui ne la satisferont guère. Le cours de réalisme de Manfred Bluth lui apportera malheureusement peu. Elle garde surtout en souvenir les cours de dessin réaliste du professeur Tom J.Gramse . Elle y acquiere un sens aigu de l’observation et un rendu fidèle de la nature. Après avoir suivi ces cours, Ulrike Bolenz recherche une certaine expression que le dessin seul ne pouvait lui donner. Elle commence alors à utiliser les pinceaux et la peinture pour aller plus loin que la simple vue, recherchant (d’après elle) le « regard intérieur ». Ses premières peintures datent des années 1980. Ayant toujours pour base le dessin, elle utilise divers matériaux, tel que le papier calque transparent pour suggérer l’espace, pour travailler différents plans et obtenir d’autres dimensions sur un support en bois. La manipulation de ce papier, appliqué en plusieurs couches très fines, lui permet de trouver différentes lignes qui vont définir la composition de l’oeuvre. Son dessin au crayon subtile, appliqué dessus et en dessous de ce papier, représente le corps féminin de façon partielle, par fragments et vu sous différents angles. La superposition des motifs, tel une jambe, un bras, une main se fait quasi naturellement. La main est par ailleurs un des motifs faisant fréquemment apparition dans l’oeuvre de Bolenz. A cette époque, la couleur est presque absente dans ses tableaux. Il s’agit d’oeuvres quasi monochromes ou bichromes de tons ternes : le gris, le gris-bleu, l’écru et l’ocre, ainsi que le noir et le blanc. C’est en 1987 qu’Ulrike commence à exécuter sa première série intitulée Berührungen (attouchements). Dans ces tableaux, les parties des corps tracées au crayon se superposent, se rencontrent et se touchent. Ainsi, une main touche un genou, un doigt touche un autre doigt, tel la « création d’Adam » de la chapelle Sixtine de Michel-Ange . Réalisée en 1988, la peinture Figure dans la pierre représente la continuation du sujet de l’attouchement, mais oppose cette fois le mouvement à l’immobilité, l’organique au cristallin, la vie à la mort. Entre le fond gris et le dessin, des ombres se dessinent de façon diffuses, déchirées ou raccordées. Les parties du corps féminin sont conservées comme des fossiles entre différentes couches avec des stratifications. Le titre évoque ce matériau qui est la pierre, symbole du temps. Le traitement pictural est ici extrèmement plastique: fentes, cratères, déchirures et crevasses déterminent la surface devenue profonde. Huile, acrylique, pigments et sable sont mélangés au papier, au tissu et à la paille sur un support en bois. Ces matériaux issus de la nature, utilisés de façon brute font appel à la terre. Ainsi les traits dessinés s’inscrivent comme des gravures rupestres dans la pierre. Trois autres tableaux intitulés Rote Bilder (images rouges) de 1990 représentent à nouveau le corps humain. Cette fois, le corps féminin représente directement la féminité. Ici Ulrike Bolenz introduit la couleur, le rouge-sang. L’identité et l’intégrité du corps féminin semblent en danger dans un moment de douleur. Une énergie se dégage d’autant plus par la couleur du sang, symbole de la vie, de la maturité chez une femme, mais également de la mort. Le dessin « ouvert », sans véritables limites, laisse apparaître différentes poses de ce corps fragmenté, partiellement disséqué. L’artiste fait ici allusion à la condition féminine, à la douleur, mais aussi à l’amour. La guerre – la mort En réalisant plusieurs séries sur le thème de la guerre, Ulrike Bolenz va de nouveau exprimer la douleur, en faisant allusion aux horreurs causées par différentes guerres. En 1988, l’artiste peint deux oeuvres intitulées Beresina. Elle y intègre les mêmes matériaux naturels que dans les tableaux précédents, illustrant à sa manière un sujet historique moins « cliché » que d’autres. Il s’agit d’une des nombreuses guerres napoléoniennes. Après un court séjour à Moscou, l’armée française se retire et prend le chemin du retour. En novembre 1811 la traversée du fleuve Beresina à Studjanka est un véritable désastre. Les attaques des soldats de Kutusow et le froid insoutenable causent la mort de milliers de personnes et Napoléon prend la fuite. Cent quarante ans plus tard commence la guerre contre l’Union soviétique et plusieurs troupes sont amenées à traverser le Beresina, une autre guerre laissant des millions de morts derrière elle et ainsi le nom de ce fleuve devient synonyme de guerre et de mort. Dans ces peintures, les morts, le fleuve, le froid et la raideur des corps sont retranscrits par des moyens picturaux, comme la monochromie presque glaciale et les lignes hachurées, tracées au crayon noir. Le dessin laisse apparaître la gestalt de ces morts qui restèrent sur le champ de bataille. Dans une autre peinture, cette fois de grande dimension, réalisée fin 1992, l’artiste fait référence à la guerre du Golfe. A cette époque Ulrike Bolenz vit à Berlin, où elle est confrontée à de vives réactions de la part des berlinois. Cette oeuvre présente les premiers éléments photographiques que l’artiste intègre à sa peinture. Ces images photographiques sous forme de photocopies représentent des cartes géographiques, des signes et des débris de textes pour situer l’évènement. Deux corps semblent être momifiés. Le corps du bas du tableau est réalisé en plexiglas, l’autre, sur la partie haut du bois peint est dessiné. Sur la droite et en haut du tableau s’inscrivent des échelles graduées pour compter les morts, comme le fait si souvent la presse de façon pratiquement immorale. Pour sa réalisation, Ulrike utilise pour la première fois le plexiglas, un matériau qu’elle réemploie sans cesse aujourd’hui. Découpée dans le verre, cette forme est accrochée au support en bois par des tiges en fer, créant ainsi un relief pour briser la bidimensionalité de l’oeuvre. Ensuite l’artiste a frotté des photocopies avec un liquide spécial, afin de les imprimer sur le support. Le dessin, la peinture acrylique, ainsi que les photocopies se superposent et fonctionnent ensemble comme un assemblage avec le plexiglas en relief. L’utilisation de photocopies pour situer un lieu ou un évènement historique se retrouve par exemple dans l’oeuvre de Gerhard Hoehme. Dans cette oeuvre, Ulrike Bolenz représente les morts en buste, vus de profil gauche, allongés à l’horizontale. Le volume de ces figures est suggéré par des traits hachurés et ce traitement rappelle celui de Roland Dörfler dans sa peinture Fallende Figuren de 1991. Ici, ces corps ressemblent également à des momies, mais sont vus dans une perspective plongeante en raccourçi. Ulrike Bolenz reprend cette figure dans une oeuvre sans titre datant de la même année. Sur ce détail figure le travail du dessinateur. Le bras du mort est représenté trois fois, créant ainsi un mouvement et une profondeur de champ. Le dessin subtile ne laisse apparaitre aucun détail, quelques lignes pures suffisent pour préciser la forme, la gestalt. Une échelle graduée commence au milieu du tableau sur la droite indiquant les chiffres de 0 à 16. Le bras dépasse cette échelle, ce qui signifie peut-être que les morts sont plus nombreux que les chiffres officiels… Une oeuvre plus tardive de 1996 reprend le sujet de la mort, mais cette fois l’artiste intègre directement une photographie d’un homme allongé pour représenter la figure humaine. Ulrike Bolenz se préoccupe de la guerre, de la mort, mais surtout de la condition humaine. La représentation de la figure humaine traverse toute son oeuvre, elle est le seul motif figuratif présent et va se concrétiser dans ses séries exécutées à partir de 1993.Les « Plexiglas » (depuis 1993) « Les Plexiglas d’Ulrike Bolenz nous laissent perplexes. Profonds reflets de notre contemporanéité, ses interrogations et ses doutes renvoient à leur surfaces notre image déformée par la matière. Bolenz travaille sur l’expression du corps humain. Ses oeuvres sont le résultat d’un savant mixage de multiples techniques expérimentées par l’artiste depuis une dixaine d’années. Après avoir filmé ses modèles, Bolenz fait défiler les images et choisit l’expression caractéristique, le mouvement recherché. La vidéo lui permet de capturer l’instant original, où le corps spontanément libéré du processus de la pose, se meut sans appréhension. Elle en tire un cliché photographique, l’informatise, le manipule et le développe sur Plexiglas. C’est du pris sur le vif, non de la romance qu’elle remanie sur l’écran de son ordinateur. Dans cette participation plus ou moins consciente au processus de transformation du mécanisme filmique et informatique, elle neutralise la puissance illusoire de l’image virtuelle en ajoutant certaines références à l’écran télévisé (dont elle fait par exemple ressortir la trame) ou à l’objectif de caméra. A cette première phase de création s’ajoute un tout autre procédé de déformation. Après avoir posé un enduit résineux, Ulrike travaille simultanément les pigments photographiques, la matière et d’autres pigments naturels, qu’elle ajoute sur le support. Intriguants jeux de transparences, étranges mutations, les modèles semblent inexplorablement avoir intégré une autre vie sous la glace. C’est aux frontières de l’univers chaotique et asceptisé de l’image technologique et du monde sensuel et chaleureux de la matière que résident tous les questionnements de l’artiste. L’humain souffre d’un insatiable désir de perfection et d’éternité? Où peut nous mener cette immuable quête? Doit-elle se faire au dépend de notre identité? Ses espaces claustrophobiques trahissent l’angoisse naturelle et inconsciente de l’homme, suscitée par la menace persistante de destruction de la race humaine. Le contour de ses silhouettes antropomorphes semblent se fluidifier dans la profondeur de ses oeuvres qui résonnent comme un écho. Ulrike aborde le thème de la manipulation génétique et technologique à travers ses séries de « Clones », ou « Progressions », dont l’une des échappatoires est la sensualité de la matière naturelle, qu’elle éclabousse anarchiquement sur le Plexiglas. Dans toutes les oeuvres de Bolenz, la nature issue du hasard reprend ses droits et laisse place à l’espérance. Un espoir majestueusement immortalisé par le rire transcendentlt et libérateur de ses « Femmes riantes ». Cette oeuvre est particulièrement frappante dans la production de l’artiste. La technique employée est identique, mais elle a ensuite dérouré les formes dans le Plexiglas. Très expressifs, les corps nus de ces femmes semblent être en lévitation, comme soulevés par la puissance de leur rire. Un rire spontané et émancipateur. Bolenz donne libre cours à son inspiration en portant un regard critique sur le monde moderne. En totale osmose avec son temps, elle a su créer un language entièrement nouveau, fondé sur une maîtrise de techniques traditionnelles et de nouvelles technologies. En jouant de leur combinaison elle obtient des effets d’une rare puissance de suggestion ».

« Les rieuses »

Le travail en série des Femmes riantes ou des Rieuses d’Ulrike Bolenz débute en 1994. En hommage aux premières femmes prêtresses anglicanes, l’artiste exécute une oeuvre monumentale qui sera exposée au Berliner Dom en février 1995. Pour celle-ci elle s’inspire d’une coupure de presse illustrant les prêtresses en éclat de rire. Cette oeuvre intitulée Sieben Lachende (sept rieuses) représente une de ses créations les plus importantes. Il s’agit d’un groupement de sept plaques en plexiglas prenant la forme du modèle dans différentes poses, qui n’est personne d’autre que l’artiste lui-même. Ulrike Bolenz s’est tout d’abord exhibée devant sa caméra vidéo, jouant le rôle de femmes prises de joie, de fou-rire ou d’exaltation. Ensuite, elle a choisi les images les plus expressives pour les photographier en noir et blanc directement sur l’écran de télévision. Puis, elle a développé ces images sur des plaques en plexiglas, découpées des silhouettes, certies de plomb, pour former un groupe, voire une fresque grandeur nature. Le traitement pictural est particulièrement brut. Ce détail nous donne à voir la trame de l’image vidéo d’origine et le travail de la matière picturale, appliquée de façon spontanée, laissant place au hasard, comme par exemple pour les coulures et les tâches. Pour l’exposition au Berliner Dom, le groupe fut séparé (les plaques n’étant pas reliées définitivement entre elles), restant un groupe de trois femmes sur les marches de la nef. Cette oeuvre, très appréciée par le public, fut plébiscitée dans de nombreux articles de la presse allemande. Pour présenter son projet elle s’est servie de la reproduction photographique de cette oeuvre pour l’intégrer dans des dessins d’architecture. Inspiré par l’église « Notre Dame du Sablon » à Bruxelles, Ulrike exécute plusieurs dessins de l’intérieur de l’édifice, vu sous différents angles. Elle y intègre des photos de ses propres oeuvres, mais également des dessins exécutés d’après ses oeuvres. Une autre image montre deux détails d’images photographiques intégré dans l’architecture par le procédé du collage et au fond, à l’arrière-plan, un dessin représentant un détail de son oeuvre Sieben Lachende. Pour Bolenz c’est le début d’un travail en série, puisque le rire représente une des expressions les plus authentiques de l’être humain. Elle reconnait son action libératrice, mais en même temps sa proximité avec les pleurs. Dans cette oeuvre la frontière entre le rire et l’angoisse, entre la libération et la souffrance, entre la réalité et la folie reste floue. Ne pourrait-on pas croire que ces êtres sont en train de crier? Il s’agit d’un autoportrait dépersonnalisé, d’une personne anonyme, puisque l’artiste n’a pas voulu se représenter, mais représenter un état et des expressions, comme à chaque fois qu ’elle utilise sa propre image. Par la suite Ulrike reprend ce sujet, mais en ayant filmé d’autres modèles. Les photographies de ces images vidéos tapissent d’ailleurs les murs de son atelier. Ainsi, elle emploie le même procédé pour former des groupes de deux ou de trois femmes. La dernière création de cette série date de 1997. Ici, sur chaque élément de ce « trio, » la trame de l’écran de télévision est encore plus visible. Le support en plexiglas est teinté d’un rouge-sang dominant le haut des corps, puis à partir des cuisses l’image photographique disparaît pour laisser place à la matière picturale rose et blanche. Les mains ne sont plus qu’indiquées par de gros traits noirs. Le groupe semble en mouvement : de droite à gauche le modèle s’élève petit à petit, décrivant un mouvement ascensionnel, provoqué par le rire. Le traitement pictural est particulièrement dépouillé : la partie haute du corps révèle franchement la technique de l’image photographique « télévisée» représentant de façon réaliste une femme éclatant de rire, et le bas, donc les jambes, existe uniquement par sa forme, non plus par sa texture, qui est devenu de la peinture « brute », sans véritable référent figuratif. Cette oeuvre est celle de la série des rieuses, où règne le plus de clarté formelle, où la photographie et la peinture se réunissent sur le même support, mais restant nettement séparées par plans.

Le « cloning »

Intéressée par la technologie de notre époque et par la perte de l’identité de l’homme dans notre société, Ulrike s’attaque à un sujet bien plus délicat et d’actualité : le cloning. Manipulation génétique et pratique scientifique qui soulève une véritable polémique et dont on entend beaucoup parler en ce moment. La question qui se pose et qui fait frissonner la plupart d’entre nous est de savoir jusqu’où vont aller ces recherches et est-ce-que l’homme peut être « cloné »? Est-t-il possible de créer une race parfaite? Vont-ils le faire? L’idée d’une race parfaite n’est pas sans rapeller les idéologies et les expériences menées par le troisième Reich, un sujet qui affecte particulièrement cette jeune artiste allemande. Mais elle n’est pas l’unique artiste à se questionner sur ce sujet. On peut citer Keith Cottingham présent à l’exposition «Double vie, double vue » à la Fondation Cartier en hiver 1996-97. Les manipulations numériques de cet artiste font écho aux manipulations génétiques en posant la question de l’identité sous un jour nouveau. Ulrike Bolenz commence à travailler sur cette thématique en 1993-94. Le premier tableau s’intitule Three times cloned. L’artiste reproduit trois fois son image sur plexiglas appliqué sur une grand panneau en bois, recouvert de peinture blanche très diluée (transparente). Code-barre, lignes horizontales, demi-cercles et chiffres (71 et 13), ainsi qu’une flèche, sont des signes se rapportant à la science (mathématique). Bolenz va utiliser ce genre de signes pour la plupart des oeuvres de cette série afin d’indiquer la science génétique confrontée à l’image de l’homme sous un regard critique. Le code-barre appliqué sur l’image de l’homme est une anecdote : l’homme devient un « produit codé » d’après ses codes génétiques. L’oeuvre Leporello est un triptyque entièrement en plexiglas. Pour la réalisation de celle-ci, l’artiste utilise à nouveau sa propre image. Entièrement nue et de face, sa silhouette n’apparait que partiellement, due à l’application du révélateur, qui ne révèle effectivement qu’une partie de l’image. Au négatif photo d’origine (photographié d’après un film vidéo sur un écran de télévision), l’artiste a superposé celui représentant un écran de navigation. Celui-ci quadrille l’espace et inscrit des demi-cercles ainsi que quelques mots, comme par exemple le mot trafic. Ce tracé rappelle en quelque sorte un cadran, qui fait référence au temps, voire à l’avenir (du cloning). La trace de l’éponge ayant servie à appliquer le révélateur photographique est particulièrement présente et ajoute un effet de matière. Ici il ne s’agit pas d’une peinture, mais d’une oeuvre entièrement photographique sur un grand support en plexiglas transparent composé de trois panneaux mobiles, tel un paravant. Il s’agit d’une nouvelle conception de l’oeuvre dans l’espace, puisqu’elle permet différents angles de vue. Mais très rapidement l’artiste va réemployer la peinture sans abandonner le plexiglas et les procédés photographiques. Sa technique est particulièrement adaptée au sujet du cloning, puisque le négatif photo est reproductible à l’infini et qu’il s’agit de représenter des êtres parfaitement similaires. Pour un autre triptyque, Bolenz utilise le même négatif que pour l’oeuvre précédente développé sur trois panneaux en plexiglas, mais cette fois les panneaux sont appliqués sur trois grandes planches en bois assemblées. Pour la peinture, elle se sert de couleurs naturelles ternes et effacées rappellant la palette de ses débuts. L’artiste y a ajouté le mot gläserner (vitreux) à plusieurs reprises sur le haut du tableau. Ce mot fait référence à l’homme en verre, transparent, artificiel et l’artiste joue ici sur le traitement des trois mêmes images. Celle de gauche est assez claire et la peinture recouvre surtout le bas du corps, de manière à cacher le sexe du modèle. L’image du milieu est plus contrastée et le visage est ici recouvert avec une couleur sombre translucide. Celle de droite est très claire, lumineuse, voire surexposée et ainsi le personnage semble entouré d’une brume épaisse, telle une apparition fantômatique. Ulrike Bolenz joue avec la matière : avec la transparence du plexiglas, les colorants photographiques et l’opacité de la peinture. Son diptyque n° 13 en témoigne également. Ici, la figure est clonée deux fois. Le chiffre treize appliqué au pochoir figure sur le bas du tableau et indique en quelque sorte le malheur (pour les superstitieux) comme sur le tableau Three times cloned. Pour la réalisation de Gläserner Mensch, l’artiste change de palette et fait appel à un outil technique supplémentaire : l’informatique. Il s’agit d’une autre image photographique de l’artiste (prise cette fois légèrement de profil) retravaillée par ordinateur. A l’aide d’un scanner , l’artiste mémorise son image et peut obtenir différents effets grâce au logiciel Photoshop. Ici, elle arrive à obtenir un effet optique, dont on pourrait penser qu’il est réalisé avec la peinture. L’image est ainsi brouillée et apparait comme irréelle. Le titre, « l’homme vitreux », souligne cet aspect irréel, voire artificiel. De ce diptyque naît le bleu translucide qu’elle utilisera fréquemment par la suite, comme par exemple dans le triptyque de 1995. En 1996 l’artiste commence une série de tableaux dans lesquels la couleur rouge-sang va dominer, une couleur qu’elle emploie déjà pour ses Roten Bilder. Cette fois une autre image est ajoutée par superposition de négatifs : celle de codes génétiques, de composantes de l’ADN. Le diptyque Rotes Bild-Cloning en est un exemple, ainsi que le triptyque monumental ayant été exposé au Musée Ianchelevici à La Louvière en Belgique lors d’une exposition collective. Pour un des tableaux de cette série, l’artiste choisit une image photographique d’un autre modèle féminin. Chaque photographie que l’artiste obtient de ses modèles préalablement filmés n’est pas obligatoirement utilisée pour ses peintures. Parfois elle retravaille l’image par ordinateur et expérimente diverses possibilités. Mais souvent Ulrike connait déjà, avant la réalisation, quelle pose ou plutôt quelle expression elle nécessite pour sa prochaine création.

Ainsi, divers tirages photographiques « truqués» tapissent les murs de son atelier, sans avoir encore été utilisés pour ses peintures. Puis l’artiste choisit un homme pour ses images de clones. Il s’agit de son frère. Une des premières oeuvres de cette nouvelle série intitulée Fortschreitender, (traduit en français Progression). Ici, Bolenz ne superpose pas de négatifs, mais travaille uniquement avec la peinture et les émulsions et colorants photographiques pour recouvrir partiellement la surface. La couleur bleu translucide domine et « baigne » la figure dans un espace presque aquatique. Le personnage se retrouve inerte, tel un clone enfermé dans un bocal, tel un surhomme fabriqué. Pour la peinture Fortschreitender de 1997, Ulrike Bolenz réintroduit les codes génétiques, mais revient à une palette plus sobre. L’image de l’homme n’apparait ici que partiellement, seules la tête et une partie de l’épaule survivant en tant qu’image photographique. Le bras et la main du personnage sont peints et avancent vers le spectateur, comme s’il voulait briser l’espace du tableau pour s’en échapper. Cet effet d’élan vers l’avant explique le titre Progression. Le traitement pictural, cet effacement de l’image photographique par la peinture, rappelle la dernière oeuvre de la série des Rieuses dans laquelle la main est également tracée au pinceau. Une autre peinture de cette époque, malheureusement détruite par l’artiste, reprend ce principe pictural. Ici il ne s’agit plus d’une personne de face, figée, mais de deux femmes (l’artiste) en plein mouvement, en plein élan vers la droite du tableau. Le principe est le même : une partie des corps, c’est-à-dire la tête et les épaules, est représentée par l ’image photographique, l’autre, figurée avec la peinture. Mais ici la plaque de plexi se détache plus du support en bois, ainsi les deux techniques (photographie et peinture) ne s’interpénètrent pas aussi harmonieusement. L’effet obtenue par ces femmes souriantes en plein élan n’était pas assez tragique, d’après Ulrike Bolenz.

L’homme de face, avançant de façon presque menaçante vers le spectateur, correspondait mieux aux effets visés. La transparence domine les dernières créations de cette jeune artiste. En effet, le support est entièrement en plexiglas, comme le Leporello. Pour la réalisation de l’une de ses dernières créations, Bolenz reprend un négatif déjà utilisé, mais le développe cette fois sur un très grand support en plexiglas et retravaille l’image contrastée avec quelques traces de peinture acrylique. L’effet obtenu est intéressant, puisque le mur entre en considération pour l’oeuvre. Selon l’accrochage l’effet sera différent. Ainsi l’espace environnant prend une place considérable dans l’oeuvre et les personnages semblent flotter dans l’espace, tels des êtres fantômatiques. Une autre tableau est entièrement en plexiglas. Quatre plaques de plexiglas superposées permettent un jeu de transparence inédit. Il s’agit d’une image déjà représentée dans la série des Roten Bilder. Ici, le travail est en plusieurs couches, et ainsi, selon le point de vue du spectateur, l’image se décale. Ces derniers travaux témoignent d’une préoccupation de l’oeuvre en relation avec l’espace. Le besoin de figuration a amené Ulrike Bolenz à cette technique complexe qui nécessite une longue élaboration. Avec ses procédés photographiques expérimentaux elle arrive à donner de la texture et un aspect onirique à ses images. De plus, la spontanéité est présente par l’utilisation de la peinture permettant la trace d’une gestuelle, la présence de la main d’artiste. Utilisant divers procédés comme l’informatique, elle fait allusion aux nouvelles technologies de notre époque afin « d’illustrer » des sujets actuels (qu’elle communique sur Internet).

Nous entrons dans l’âge numérique et divers artistes font appel à cet outil pour leurs créations. Pour Michel Salsmann qui retravaille ses autoportraits par ordinateur « les techniques numériques opposent un mouvement d’indifférenciation à la différenciation, à la purété elles opposent le mélange : une fois scannés (digitalisés), les différents types de signes iconiques deviennent assimilables les uns aux autres et perdent leur spécificité d’origine ; ils cessent d’être des peintures ou des phorographies pour devenir des images au sens générique du terme. Du même coup la digitalisation met en relief ce qui reste lorsque toutes ses spécificités liées aux supports et aux pratiques sont retranchées, à savoir l’iconocité comme telle. » On peut citer d’autres artistes, dont le couple Friederike van Lawick et Hans Müller , qui font appel au numérique pour retravailler des photographies et créer de véritables hybrides.

On constate que les artistes de nos jours utilisent des moyens électroniques et complexes pour créer un univers qui soit beaucoup plus étonnant et magique que ce que propose une simple photographie, une émission de télévision ou des images de synthèse. Depuis la photographie, l’image a envahi le champ social et les artistes ont été obligés de récupérer ces nouveaux moyens de production d’images. Dans l’histoire, l’univers de l’image est de la compétence quasi exclusive de l’artiste. Aujourd’hui, inversement, la fabrication de l’image, comme sa consommation, n’émane plus uniquement du champ artistique. Face à cela, les artistes ont adopté, dans la seconde moitié du 20ème siècle, deux positions divergentes : soit ils affirment la peinture, sa spécificité, son champ d’application et sa légitimité – la courbe atteint son apogée dans les années 1980 (surtout en Allemagne) -, soit ils s’approprient de nouvelles formes d’images et les retournent (et non les détournent) à des fins artistiques. Ulrike Bolenz tient ici une place originale : elle a su « marier » photographie, informatique et peinture dans un travail plastique, qui aboutit à une peinture et non une simple image. Par le biais de cette technique particulière, elle projète sa vision chaotique du monde sur le corps dans la plupart des cas féminin (pour l’artiste la femme tient un rôle spécifique dans notre société et son émancipation est toujours d’actualité). Elle les choisit nus, vulnérables, innocents tels Adam et Eve, mais dénature leurs formes pleines et leur intégrité par des procédés destructeurs. Ces corps sacrifiés sont alors fixés entre des plaques de plexi, comme enfermés dans des bocaux et soumis à des altérations diverses. La taille (grandeur nature) de ces êtres provoque une confrontation directe, un véritable face à face avec le spectateur. Yeux dans les yeux, ils s’observent mutuellement et un sentiment étrange s’en dégage, puisque le spectateur est alors le regardant et le regardé. Confronté à des êtres, victimes de la science, qui est tant célébrée dans notre société, le spectateur est invité à réfléchir sur le destin du corps humain. Le corps manipulé, transformé ou muté est par ailleurs un sujet récurant dans l’art contemporain. La fin des années 1980 et le début des années 1990 ont vu naître cette problématique du corps avec la vie artificielle, la manipulation génétique, etc., qui soulève des questions essentielles pour la société mais aussi pour l’art. L’artiste Orlan qui pratique « l’art charnel » en soumettant son corps à la chirurgie esthétique, acte devenant artistique, filmé ou photographié (opération-chirurgicale-performance) pose la question de l’identité et la manipulation du corps. « Qu’est-ce qu’un corps? Que peut-il? Quelles relations, dans son époque, doit-il entretenir avec les technologies nouvelles et radicalement révolutionnaires? Qu’en est-il de la puissance de l’artifice sur la nature, de la culture et du volontarisme sur la nature et la nécessité? Qu’est-ce que le Nom propre, l’identité? ». Le questionnement sur l’identité de l’homme est aujourd’hui plus présent que jamais, puisqu’il se sent d’autant plus menacé par le progrès scientifique. Et si la science et la morale jouent à se renvoyer les responsabilités sur les questions de génie génétique, de carte d’identité génique, de comptabilité des substances animales et humaines, de possibilités d’associer du vivant et du mort, du biologique et du mécanique, on peut imaginer que l’esthétique accélérera le questionnement sur ce sujet, mieux, qu’elle rendra plus pressantes les réponses aux interrogations qu’on peut aujourd’hui se poser sur tous ces sujets.

Ce texte est le dernier chapitre du mémoire „L’Intégration de l’image photographique à la peinture en Allemagne“, Katia Hermann, 1997 (DEA d’Histoire de l’Art, Université Paris I).

Bluth Manfred (1926 à Berlin), peintre, graphiste, professeur et critique d’art allemand. Gramse Tom J. (1940 à Lüben – 1982 àen Hollande)), peintre et dessinateur allemand, professeur de dessin à la Kunsthochschule de Kassel en 1981, ses dessins ont été exposé à la Documenta VI en 1977. Marchand Astrid, française, journaliste et critique d’art free-lance (Beaux-Arts magazine). Salsmann Michel (1948 à Colmar), artiste allemand, vit à Paris, travaille sur la photographgie avec des moyens informatiques Van Lawick Friederike (1958 à Cologne), Müller Hans (1954 à Bergheim), artistes allemands vivants à Kirchheim, Orlan (1963 à Paris), artiste française, subit des opérations chirurgicales sur son propre corps en tant que performance artistique.

Katia Hermann